IOC lĂ€sst Russen unter Auflagen fĂŒr Winter-Olympia zu
19.09.2025 - 16:42:35Russische Athletinnen und Athleten dĂŒrfen bei den Olympischen Winterspielen im nĂ€chsten Jahr erneut nur unter neutraler Flagge antreten. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit. Es wĂŒrden die gleichen Bestimmungen wie bei den Sommerspielen in Paris im vergangenen Jahr gelten, sagte IOC-PrĂ€sidentin Kirsty Coventry bei einer Pressekonferenz nach der Exekutivsitzung in Mailand.
Dadurch bleibt Russland eine Teilnahme an Team-Wettbewerben wie im Eishockey und Curling bei den Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo verwehrt. Die gleichen BeschrĂ€nkungen gelten fĂŒr Sportlerinnen und Sportler aus dem Land des russischen VerbĂŒndeten Belarus. Ob Einzelsportler aus beiden LĂ€ndern ĂŒberhaupt in den einzelnen Disziplinen dabei sein dĂŒrfen, regeln die jeweils zustĂ€ndigen WeltverbĂ€nde in eigener Regie.Â
Hintergrund der Sanktionen gegen Russland und Belarus ist der seit mehr als drei Jahren andauernde Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das IOC hatte zudem Russlands Olympisches Komitee suspendiert, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hat. Dies wertete das IOC als VerstoĂ gegen die olympische Charta.
Coventry kĂŒndigte zudem an, in naher Zukunft eine IOC-Stellungnahme zu den vielen Konflikten weltweit abgeben zu wollen. Der Sport mĂŒsse sich mehr denn je fĂŒr den Frieden einsetzen, erklĂ€rte die frĂŒhere Schwimmerin.
Eislauf-Weltverband lĂ€sst Russen fĂŒr Olympia-Quali zu
Nach dem Beschluss der Dachorganisation dĂŒrfen fĂŒr Teilnehmer aus Russland und Belarus bei den Winterspielen nicht die Hymnen ihrer LĂ€nder gespielt werden. Das Tragen und Zeigen nationaler Symbole an den olympischen StĂ€tten ist ihnen verboten. Die von Russen und Belarussen gewonnen Medaillen werden nicht im Medaillenspiegel aufgefĂŒhrt.
Zu erwarten ist, dass wie schon in Paris höchstens eine kleine Zahl von Athletinnen und Athleten aus den beiden LĂ€ndern in Italien dabei sein wird. Die Internationale Eislaufunion lĂ€sst Russen im Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Shorttrack unter Auflagen fĂŒr die Qualifikationswettbewerbe zu. Ăhnlich war es im Ski-Bergsteigen.
Dagegen untersagten die WeltverbĂ€nde fĂŒr Bob, Skeleton und Rodeln einen Start im olympischen Eiskanal von Cortina. Auch im alpinen Skisport, beim Skispringen, im Langlauf und in der Nordischen Kombination war eine Zulassung von Russen und Belarussen beim zustĂ€ndigen Weltverband Fis zuletzt kein Thema.
Im Biathlon ist eine Teilnahme neutraler Athleten nach Angaben des Weltverbands ausgeschlossen. Hier wĂ€re eine Startfreigabe fĂŒr russische Sportlerinnen und Sportler wegen des MitfĂŒhrens einer Waffe in der AuĂenwirkung besonders heikel.Â
Sanktionen gegen Russland schon nach Doping-SkandalÂ
Schon zu Jahresbeginn war aus mehreren Wintersport-Organisationen zu hören, das IOC habe den Druck erhöht, den Weg fĂŒr eine RĂŒckkehr von Russen und Belarussen als neutrale Starter nach dem Modell der Paris-Spiele freizumachen. Russland ist eine der erfolgreichsten Wintersport-Nationen in der olympischen Geschichte. Wegen des Skandals um staatlich organisiertes Doping bei den Winterspielen 2014 in Sotschi durften russische Athletinnen und Athleten schon 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking nur unter Auflagen dabei sein.





