TierquĂ€lerei auch fĂŒr Tierwohl-Fleisch die Regel / ARIWA deckt 21 SchweinestĂ€lle auf und stellt Strafanzeigen
23.05.2025 - 11:20:01"Das ist eine der umfangreichsten Aufdeckungen, die je aus der deutschen Tierhaltung ans Licht gekommen sind", sagt Anna Schubert, Agrarreferentin bei Animal Rights Watch. "Und was wir auf den Bildern sehen, ist kaum zu ertragen."
Sophie-Madlin Langner, TierĂ€rztin bei der Organisation Expertise for Animals, ordnet die Aufnahmen fachlich ein: "Die ĂŒber mehr als sechs Monate gesammelten Beweise zeigen verletzt und unbehandelt am Boden liegende Schweine, gewaltsames Treiben mit SchlĂ€gen und verdreckte StĂ€lle, in denen Tiere teils zentimetertief in ihren Exkrementen stehen. Stroh ist oft kaum oder gar nicht vorhanden. Tiere leben in engen Buchten mit BetonauslĂ€ufen - weit entfernt von der idyllischen Vorstellung grĂŒner Wiesen. Aus tierĂ€rztlicher Sicht sind das klare Hinweise auf mangelnde Versorgung, fehlende Schmerzbehandlung und anhaltendes Leiden."
"Diese Recherche zeigt: Das sind keine EinzelfĂ€lle", sagt Anna Schubert. "Ein System, das bessere Tierhaltung verspricht, kann nicht funktionieren. Hinter jedem sogenannten Tierwohl-Label steckt eine TĂ€uschung der Verbraucher*innen. Die Idee von glĂŒcklichen Strohschweinen ist eine Illusion. Daher mĂŒssen wir jetzt den Ausstieg aus der Tierindustrie einleiten!"
Der Thinktank Faba Konzepte veröffentlicht anlĂ€sslich der Aufnahmen ein Positionspapier mit dem Titel "Alternativen zur Tierhaltung statt FleischtĂŒmelei". Friederike Schmitz von Faba Konzepte sagt: "Die neue Bundesregierung plant, die aktuelle Tierhaltung mitsamt ihren fatalen Problemen auf Jahrzehnte zu zementieren. Um das ErnĂ€hrungssystem zukunftsfest zu machen, mĂŒssen wir stattdessen Betriebe unterstĂŒtzen, auf Alternativen zur Tierhaltung umzusteigen. Es gilt, die pflanzenbasierte ErnĂ€hrung voranzutreiben. Wir fordern dafĂŒr eine Neuauflage des Chancenprogramm Höfe und einen Aktionsplan fĂŒr pflanzenbasierte ErnĂ€hrung wie in DĂ€nemark."
In 12 der 21 Betriebe wurden ĂŒber irrefĂŒhrende Tierwohl-Versprechen hinaus sogar VerstöĂe gegen gesetzliche Mindeststandards dokumentiert. Anna Schubert von ARIWA: "Wir haben gegen diese Betriebe Strafanzeige erstattet. Zudem fordern wir REWE und EDEKA auf, ihre GeschĂ€ftsbeziehungen zu den betroffenen Betrieben sofort zu beenden."
Zitate & Interviews:
Anna Schubert, Animal Rights Watch: +49 157 76633353, [email protected]
Dr. Friederike Schmitz, Faba Konzepte: +49 179 1268650, [email protected]
Sophie-Madlin Langner, Expertise for Animals: [email protected]
WEITERE INFORMATIONEN
Fotos:
Bilder zu dieser Recherche finden Sie auf https://www.flickr.com/gp/animalrightswatch/am5vjL01D9 Sie dĂŒrfen diese fĂŒr die Berichterstattung zu dieser Meldung mit dem Quellenhinweis "Animal Rights Watch e.V." kostenlos verwenden.
Filmmaterial:
Bitte kontaktieren Sie uns fĂŒr einen Link zu ausfĂŒhrlichem Videomaterial aus allen 21 Betrieben.
BundeslÀnder:
Die gefilmten Betriebe befinden sich in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Betroffene "Tierwohl"-Labels (u.a.):
Hintergrundinformationen: https://www.ariwa.org/tierwohl-luege
Bericht bei DER SPIEGEL: Ist Tierwohl nur ein Marketing-Gag?
Stellungnahmen von Expertise for Animals:
Ăber ARIWA:
Animal Rights Watch e.V. (ARIWA) deckt durch investigativen Journalismus die grausamen ZustĂ€nde in der Tierwirtschaft auf. Mit bundesweit rund 25 Ortsgruppen setzt sich ARIWA fĂŒr das Ende jeglicher Tierausbeutung ein. Durch regelmĂ€Ăige TV- sowie Print- und Online-Veröffentlichungen macht die Tierrechtsorganisation das Leid und die UnterdrĂŒckung von landwirtschaftlich genutzten Tieren sichtbar und fordert durch AufklĂ€rungsarbeit Tierrechte statt Reformen.
Pressekontakt:
Anna Schubert
Agrarreferat | Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit
[email protected]
01577-6633353
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