Backstreet Boys in Düsseldorf: Konzertreihe mit Hoverboards und Pyrotechnik eröffnet
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 07:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Backstreet Boys haben am Freitagabend ihre Konzertreihe „Into The Millennium“ in Düsseldorf mit einer aufwendigen Show eröffnet.
Pop-Nostalgie auf fünf Hoverboards
Die fünf US-Musiker schwebten von der Stadiondecke auf die Bühne und fuhren anschließend auf Hoverboards über das Publikum hinweg. Howie Dorough kündigte zu Beginn eine Reise in die Vergangenheit an.
Mit einer 32 Meter hohen Bühne, Pyrotechnik und einer Lasershow ließ die Band ihr Erfolgsalbum „Millennium“ aus dem Jahr 1999 wieder aufleben. Im Mittelpunkt standen Hits wie „I Want It That Way“ und „Larger Than Life“.
Zehn Konzerte bis zum 7. Oktober
Die Show „Into The Millennium“ hatten die Musiker zuvor in Las Vegas gezeigt. In Düsseldorf spielt die Band nun bis zum 7. Oktober insgesamt zehn Stadionkonzerte; nach Angaben des Veranstalters Live Nation wurden rund 450.000 Tickets verkauft.
Für einzelne Abende gibt es noch Restkarten. Die Auftritte in Düsseldorf sind nach Veranstalterangaben in diesem Jahr die einzigen Konzerte der Backstreet Boys in Europa.
Deutschland als „erste Liebe“
Die Konzertreihe trägt den Untertitel „Homecoming: Live in Germany“. Die Band erinnerte auf der Bühne an ihre frühen Erfolge in Deutschland. „Deutschland, ihr wart unsere erste Liebe. Ihr habt uns vor allen anderen geliebt und wir euch“, sagte Kevin Richardson. Nick Carter sprach von „so vielen Jahren, so vielen Erinnerungen“.
Die 1993 in Orlando gegründete Boyband nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise zur Jahrtausendwende. Während der Outfitwechsel liefen Ausschnitte aus alten Musikvideos und Konzerten; die Sänger trugen monochrome Kleidung mit Caps und Hüten. Später zeigte die Band ein altes Cover des Jugendmagazins „Bravo“.
Fans im weiß-blauen Dresscode
Viele Besucher waren der Aufforderung gefolgt, in Weiß und Hellblau zu erscheinen – den Farben des Albums „Millennium“. Fans aus aller Welt reisten für die Konzertreihe nach Düsseldorf.
Bereits in den Tagen vor dem Auftakt hatten zahlreiche Menschen vor dem Hotel Breidenbacher Hof auf die fünf Musiker gewartet. Am Freitag versammelten sich dort zeitweise mehrere Hundert Fans; das Ordnungsamt rückte an und sperrte den Hoteleingang ab.
Rund um die Konzerte bietet Düsseldorf ein Programm mit 90er-Jahre-Partys und besonderen Stadtführungen an.
Residency statt Welttournee
Die zehn Düsseldorfer Auftritte folgen dem Modell einer sogenannten Residency: Ein Künstler spielt über längere Zeit am selben Ort, statt mit einer Produktion von Stadt zu Stadt zu reisen. Das Konzept wurde vor allem durch Las Vegas geprägt und wird inzwischen auch von internationalen Popstars genutzt.
Für die Backstreet Boys bündelt das Format mehrere Vorteile. Eine aufwendige Bühne mit Pyrotechnik und Lasereffekten muss nicht für jeden Abend neu transportiert und aufgebaut werden. Zugleich konzentriert sich die Nachfrage auf einen Standort: Rund 450.000 verkaufte Tickets machen Düsseldorf zum europäischen Mittelpunkt der diesjährigen Konzertserie.
Wirtschaftlicher Schub für Düsseldorf
Die Stadt profitiert nicht nur durch den Kartenverkauf. Angereiste Fans benötigen Hotels, Gastronomie, Nahverkehr und zusätzliche Freizeitangebote. Rund um die Konzerte werden deshalb 90er-Jahre-Partys, Stadtführungen und weitere Fanangebote organisiert. Die Konzertreihe verbindet damit Popkultur und Tourismus.
Hohe Nachfrage, hohe Zugangshürden
Das Modell verlagert jedoch einen Teil der Belastung auf das Publikum. Wer aus dem Ausland oder aus weiter entfernten Regionen anreist, muss neben dem Ticket auch Unterkunft und Fahrt finanzieren. Eine Residency kann dadurch Fans ausschließen, die eine gewöhnliche Tournee mit einem Auftritt in ihrer Nähe hätten besuchen können.
Auch die ökologische Bilanz hängt wesentlich von der Anreise ab. Wenn zehntausende Menschen für mehrere Konzerte an einen einzigen Ort reisen, sinkt zwar der Tourneeaufwand der Band, gleichzeitig steigt die Bedeutung der Publikums-Mobilität. Für Düsseldorf bleiben die zehn Abende damit ein großes Kultur- und Tourismusereignis, aber auch ein Beispiel für den Wandel im internationalen Konzertgeschäft.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Die Backstreet Boys spielen zehn Abende in Düsseldorf“ (25.09.2026)
Der Bericht bestätige den Auftakt der Konzertreihe und die rund 450.000 verkauften Tickets. Anders als die dpa-Meldung ordne er die zehn Termine vor allem als Beispiel für den internationalen Trend zu Residencies ein und beleuchte die Folgen für Fans, Städte, Künstler und die Umwelt. Dabei werde auch thematisiert, dass die Konzentration auf Düsseldorf für Fans außerhalb Deutschlands höhere Reise- und Übernachtungskosten bedeuten könne.
WDR: „Boyband-Hype: Die Backstreet Boys erobern Düsseldorf“ (25.09.2026)
Der Livebericht bestätige den Start des ersten Konzerts und die neun noch folgenden Auftritte bis zum 7. Oktober. Sein Schwerpunkt liege stärker auf den Erlebnissen der Fans, den Wartezeiten, der Abreise und der Atmosphäre rund um die Arena; außerdem zeige er, wie die Stadt mit Partys, einem Fanshop und weiteren Angeboten den Konzert-Hype begleite.
Beide Beiträge stimmten beim Auftakt, der Zahl der Konzerte und der Größenordnung des Ticketverkaufs überein. Unterschiede ergäben sich vor allem beim Blickwinkel: Während der WDR das Geschehen vor Ort begleite, untersuche der Bericht von tagesschau.de das Veranstaltungsmodell und seine wirtschaftlichen sowie ökologischen Auswirkungen.
