DLRG zu EisflĂ€chen: Die Winteridylle ist eine trĂŒgerische
07.01.2026 - 10:03:33"Verschiedenste Faktoren fĂŒhren dazu, dass das Eis grundsĂ€tzlich gefroren aussieht, aber eben nicht zwingend dick genug sein muss", erklĂ€rt Philipp Pijl, Bereichsleiter Wasserrettung und Bevölkerungsschutz beim Bundesverband der DLRG. Denn auĂer den niedrigen Temperaturen, spielen noch weitere EinflĂŒsse eine bedeutende Rolle: Schnee auf dem Eis fĂŒhrt zu LufteinschlĂŒssen, die die TragfĂ€higkeit deutlich reduzieren. Zudem ist oft unklar, ob ein GewĂ€sser vollstĂ€ndig abgekĂŒhlt ist, oder ob unterirdische ZuflĂŒsse fĂŒr höhere Wassertemperaturen sorgen. "Am Rand kann das Eis tragen, ein StĂŒck weiter drauĂen ist es plötzlich nur noch ein Zentimeter dick oder sogar offen", so Pijl.
TragfÀhigkeit nur bei ausreichender EisstÀrke
Mit Blick auf das kommende Wochenende warnt der Experte der DLRG insbesondere vor den Auswirkungen wechselnder Temperaturen. Nachts herrschen verbreitet Minusgrade, tagsĂŒber steigen die Temperaturen teils ĂŒber den Gefrierpunkt. "Die gröĂte Gefahr ist, dass Schnee antaut und anschlieĂend wieder gefriert". Dabei entstehen mehrschichtige Eisplatten, die optisch massiv wirken, tatsĂ€chlich aber kaum tragfĂ€hig sind. Der Wechsel aus Frost und Tauwetter erhöht das Risiko zusĂ€tzlich.
GrundsĂ€tzlich rĂ€t die DLRG, EisflĂ€chen nur dann zu betreten, wenn sie ausdrĂŒcklich freigegeben sind. In der Praxis geschieht das jedoch oft nicht. Umso wichtiger ist die Eigenverantwortung. Wer sich dennoch auf das Eis wagt, sollte dies frĂŒhestens bei einer EisstĂ€rke von mindestens 15 Zentimetern auf stehenden und 20 Zentimetern auf flieĂenden GewĂ€ssern tun. Nach wenigen Frosttagen werden diese EisstĂ€rken in der Regel allerdings noch nicht erreicht. Gerade bei FlĂŒssen ist Vorsicht geboten. "Dort ist die Gefahr besonders groĂ, unter das Eis zu geraten und nicht mehr herauszukommen", so Pijl.
Warnsignale ernst nehmen
Wer sich in der NĂ€he von EisflĂ€chen aufhĂ€lt, sollte auf deutliche Warnzeichen achten. Dunkle Stellen oder Wasser auf dem Eis deuten auf Tauprozesse oder ZuflĂŒsse hin. Auch Knack- oder KnistergerĂ€usche sind ernstzunehmende Warnsignale. Besonders gefĂ€hrlich sind verschneite EisflĂ€chen, da der Schnee Schwachstellen verdecken kann.
Kommt es dennoch zu einem Eiseinbruch, gilt: Ruhe bewahren. "Erstmal nicht in Panik geraten. Das ist das Schlimmste, was passieren kann und darauf achten, dass man nicht unters Eis kommt", betont Pijl. Man sollte sich möglichst mit dem Oberkörper auf den Eisrand legen, um das Gewicht zu verteilen und so in Bauchlage an das Ufer robben.
Wer einen Einbruch beobachtet, sollte zunĂ€chst Hilfe holen und sofort den Notruf 112 wĂ€hlen. Eigene Rettungsversuche dĂŒrfen nur erfolgen, wenn keine zusĂ€tzliche Gefahr entsteht. In diesem Fall sollten möglichst weitere Helfer mobilisiert werden. "Sonst sind im schlimmsten Fall zwei Menschen im Wasser", warnt Pijl.
UnterschÀtze Gefahr
Laut Philipp Pijl gehören Kinder und MĂ€nner zu den besonders gefĂ€hrdeten Personengruppen. Denn auch im Winter gilt: Kinder werden magisch von Wasser angezogen, so auch von EisflĂ€chen. Den jĂŒngsten fehlt hĂ€ufig die Erfahrung, Risiken realistisch einzuschĂ€tzen. MĂ€nner neigen oft dazu, Gefahren zu unterschĂ€tzen oder bewusst ein höheres Risiko einzugehen.
Die DLRG weist zudem darauf hin, dass Menschen ohne Erfahrung mit winterlichen EisflĂ€chen sich der Gefahren oft nicht bewusst sind. Besonders Personen, die aus Regionen stammen, in denen GewĂ€sser kaum oder nie zufrieren, sollten sich gezielt ĂŒber die Risiken informieren.
Zur PrĂ€vention empfiehlt Pijl, Kinder frĂŒhzeitig aufzuklĂ€ren und Verhaltensweisen zu ĂŒben.
Die wichtigsten Verhaltensregeln fĂŒr EisflĂ€chen sind auf der Website der DLRG sowohl auf Deutsch als auch in anderen Sprachen zusammengefasst: Sicherheit auf dem Eis | DLRG e.V.
Ăber die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. HierfĂŒr klĂ€ren ihre ehrenamtlich Aktiven ĂŒber Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jĂ€hrlich 2,6 Millionen Stunden ĂŒber die Sicherheit von BadegĂ€sten und Wassersportlern. Sie engagieren sich darĂŒber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG WasserrettungszĂŒge fĂŒr den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zĂ€hlt derzeit knapp 630.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstĂŒtzen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier.
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