DLRG Statistik 2025: Mindestens 393 Menschen in Deutschland ertrunken
10.03.2026 - 11:00:13 | presseportal.deĂber die HĂ€lfte (56 Prozent) der tödlichen UnfĂ€lle ereignete sich wĂ€hrend der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August. Im sonnigen Juni zĂ€hlte die DLRG 69 Todesopfer, 17 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Nach anfĂ€nglicher Hitze ging die Zahl der UnglĂŒcke im niederschlagsreichen Juli zurĂŒck. Dennoch verloren 52 Menschen ihr Leben im Wasser (2024: 66). Im August ertranken 65 Kinder, Jugendliche und Erwachsene (2024: 80). In den Herbst- und Wintermonaten kamen insgesamt weniger Menschen zu Tode.
Anzahl junger Opfer gestiegen
Die meisten Opfer in der DLRG Statistik fĂŒr das Jahr 2025 waren Ă€lter als 60 Jahre: 138 Personen entsprechen 42 Prozent der Opfer bekannten Alters. Im Vorjahr hatte die Organisation fĂŒr Wasserrettung in dieser Altersgruppe 171 FĂ€lle verzeichnet (48 Prozent). Einen Anstieg um jeweils elf TodesfĂ€lle im Vergleich zu 2024 gab es hingegen unter den 11- bis 20-JĂ€hrigen sowie den 21- bis 30-JĂ€hrigen. "Das ist besorgniserregend und setzt sich hoffentlich in diesem Jahr so nicht fort", sagte die DLRG PrĂ€sidentin und fĂŒgte hinzu: "Nur eine Person unter den 73 Opfern in diesen Altersklassen war weiblich. Gerade unter mĂ€nnlichen Jugendlichen und jungen MĂ€nnern sind Ăbermut und SelbstĂŒberschĂ€tzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursĂ€chlich fĂŒr tragische UnfĂ€lle." Unter allen Todesopfern bekannten Geschlechts waren auch 2025 vier von fĂŒnf mĂ€nnlich (82 Prozent).
Die Zahl der tödlich verunglĂŒckten Kinder bis zehn Jahre lag mit 13 deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre (29 FĂ€lle). Zuletzt erfasste die DLRG im Jahr 2012 weniger TodesfĂ€lle in dieser Altersgruppe (12). Hinzu kommen jedes Jahr ErtrinkungsunfĂ€lle, die nicht tödlich enden, aber schwere lebenslange Folgen fĂŒr die Opfer haben. Zudem enthĂ€lt die DLRG Statistik keine UnglĂŒcksfĂ€lle in den eigenen vier WĂ€nden, also etwa in der heimischen Badewanne.
Mehr PrÀvention und Ausbildung gefordert
Den SchlĂŒssel zu geringeren Unfallzahlen in allen Altersgruppen sieht DLRG Chefin Vogt vor allem in der PrĂ€ventionsarbeit: "Wir benötigen sicher noch mehr AufklĂ€rung. Insbesondere Menschen, die nicht sicher schwimmen können, mĂŒssen fĂŒr die möglichen Gefahren sensibilisiert werden. Auch Angler auf Booten, Paddler oder Segler sind leider noch allzu oft unbedarft, was ihre eigene Sicherheit betrifft."
Daneben fordert die DLRG weiter einen Ausbau der Angebote fĂŒrs Schwimmenlernen. Allen voran muss der Schwimmunterricht in den Schulen flĂ€chendeckend wie in den Bildungs- und LehrplĂ€nen vorgesehen erteilt werden. DafĂŒr benötigen die Schulen zum einen mehr SportlehrkrĂ€fte, die auch fĂŒr die Schwimmausbildung befĂ€higt sind, sowie zum anderen mehr KapazitĂ€ten in nahegelegenen SchwimmbĂ€dern. "Unsere Kinder können mehrheitlich nicht sicher schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen. Sie stehen fortan immer weniger unter Beobachtung der Eltern und sind ein Leben lang gefĂ€hrdeter am und im Wasser. Aus Sicht der DLRG ist das ein unnötiges Lebensrisiko", kommentierte Ute Vogt.
Seen und FlĂŒsse hĂ€ufigste Unfallorte
Weiterhin finden neun von zehn (88 Prozent) tödlichen UnfĂ€llen in öffentlich zugĂ€nglichen GewĂ€ssern im Binnenland statt - mit deutlichem Abstand die meisten in Seen und Teichen (158) sowie in den FlieĂgewĂ€ssern (153). Dazu die DLRG PrĂ€sidentin: "FlĂŒsse, Seen und allgemein unbewachte GewĂ€sser sollten möglichst gemieden werden. Am sichersten ist das Baden und Schwimmen dort, wo Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Notfall direkt vor Ort sind."
Insgesamt 22 Opfer (2024: 30) kamen in den Meeren ums Leben. WĂ€hrend die DLRG fĂŒr die Nordsee mit fĂŒnf FĂ€llen zwei mehr als im Vorjahr erfasste, waren es fĂŒr die Ostsee zehn tödliche UnfĂ€lle weniger (17). Die 27 Frauen und MĂ€nner, die 2024 in der Ostsee ertranken, hatten einen Höchstwert in der Statistik der DLRG fĂŒr dieses GewĂ€sser bedeutet.
Viele weitere UnglĂŒcke an den KĂŒstenstrĂ€nden konnten im Sommer 2025 verhindert werden. So waren wĂ€hrend der Badesaison von Anfang Mai bis Ende September allein von der DLRG wieder mehr als 6.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Einsatz. Sie besetzen an sieben Tagen in der Woche die als Badestellen eingerichteten Strandabschnitte. In 240 FĂ€llen waren die freiwilligen Lebensretter auf oder im Wasser im Rettungseinsatz. Hinzu kamen hunderte lebensrettende Hilfeleistungen der Ehrenamtlichen, die an ĂŒber 2.000 FreigewĂ€ssern und SchwimmbĂ€dern im gesamten Bundesgebiet die Freizeit am und im Wasser sicher machen.
Ăber die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. HierfĂŒr klĂ€ren ihre ehrenamtlich Aktiven ĂŒber Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jĂ€hrlich 2,6 Millionen Stunden ĂŒber die Sicherheit von BadegĂ€sten und Wassersportlern. Sie engagieren sich darĂŒber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG WasserrettungszĂŒge fĂŒr den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zĂ€hlt derzeit ĂŒber 640.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstĂŒtzen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier.
Alle Informationen zur DLRG Statistik "TodesfĂ€lle durch Ertrinken 2025" gibt es im Internet unter dlrg.de/statistik-ertrinken. Grafiken sowie O-Töne fĂŒr Audio- und Videoformate stehen im DLRG Medienportal zum Download bereit.
Pressekontakt:
Martin Holzhause
Leiter DLRG Pressestelle
Telefon: 05723 955 442
Mobil: 0162 175 12 04
E-Mail: presse@dlrg.de
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