Wegen SelbstĂŒberschĂ€tzung und Strömungen: Ăber 200 EinsĂ€tze der DLRG an den StrĂ€nden von Nord- und Ostsee
28.08.2024 - 06:00:00Immer wieder kommt es vor, dass die BadegĂ€ste die Warnsignale der Wasserretter nicht beachten. So etwa geschehen Ende vergangener Woche auf Baltrum: Wegen einer starken Unterströmung hatten die Rettungsschwimmer mit der gelben Flagge bereits angezeigt, dass der Gang ins Wasser allenfalls noch fĂŒr geĂŒbte Schwimmer zu empfehlen ist. Sie waren kurz davor, die rote Flagge zu hissen, bei der niemand mehr ins Wasser sollte, als sie einen Jugendlichen auĂerhalb des bewachten Badebereichs in Not bemerkten. "Mir fiel der Junge auf, wie er winkte und immer wieder zwischen den groĂen Wellen im Wasser verschwand", berichtete einer der beiden Retter. Unter groĂen Anstrengungen gelangen es ihm und seinem Mitstreiter, den Jungen in Sicherheit zu bringen. "Der Weg war weit, die Strömung stark und auch unsere KrĂ€fte gingen allmĂ€hlich aus."
Auf Warnsignale achten
Angesichts dieses und vieler weiterer EinsĂ€tze mahnt die DLRG zu noch mehr Vorsicht in den verbleibenden Wochen der Badesaison: "Wir appellieren an alle BadegĂ€ste, nur die bewachten Strandabschnitte aufzusuchen", so DLRG Experte Paffrath und ergĂ€nzt: "Vor dem Gang zum Wasser sollte der Blick immer in Richtung der Rettungsschwimmer gerichtet sein." Ist an deren Station die gelbe Flagge gehisst, sind die Bedingungen im Wasser fĂŒr die meisten Menschen bereits gefĂ€hrlich. Bei gehisster roter Flagge sollte niemand mehr ins Wasser gehen. Ein orangener Windsack signalisiert ablandigen Wind: Aufblasbare FreizeitgerĂ€te drohen, abgetrieben zu werden. Bei knapp der HĂ€lfte der EinsĂ€tze im Wasser spielen diese eine Rolle. Bewachte Badebereiche begrenzen die Rettungsschwimmer durch rot-gelbe Flaggen auf dem Strand.
Mehr FĂ€lle fehlender Aufsicht
WĂ€hrend die Einsatzzahlen der DLRG an den KĂŒstenstrĂ€nden sich insgesamt im ĂŒblichen Rahmen befinden, sticht eine Statistik jedoch heraus. Bis zum 22. August verzeichneten die Lebensretter bereits ĂŒber 1.300 FĂ€lle, in denen vermisste Kinder oder deren Eltern gesucht wurden. Das sind bereits mehr als in der gesamten Saison des Vorjahres. Paffrath: "GlĂŒcklicherweise sind die meisten Situationen ungefĂ€hrlich und es ist kein Kind im Meer ums Leben gekommen. Allerdings können bereits wenige Augenblicke genĂŒgen, um das eigene Kind fĂŒr immer zu verlieren." Bei 34 Prozent der Personen, die von den Rettungsschwimmern aus dem Wasser geholt werden mussten, handelte es sich um Kinder unter 14 Jahren. Die DLRG verzeichnete in diesem Jahr bislang 19 tödliche UnglĂŒcke in Nord- und Ostsee. Mit Abstand die meisten Menschen ertranken in FlĂŒssen und Seen.
Wasserrettungsdienst an den KĂŒsten
Der Zentrale Wasserrettungsdienst KĂŒste der DLRG kĂŒmmert sich um den Einsatz der Rettungsschwimmer, deren Qualifizierung sowie um Ausstattung und Betrieb von 86 Wasserrettungsstationen an Nord- und Ostsee - von Borkum im Westen bis Usedom im Osten. Rund 6.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmer der DLRG sorgen jedes Jahr fĂŒr mehr Sicherheit an den deutschen StrĂ€nden. Weitere Informationen, auch zur Bewerbung fĂŒr den ehrenamtlichen Einsatz, unter dlrg.de/zwrdk
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