DLRG Bilanz zum Ende des Sommers: deutlich mehr Menschen ertrunken als im Vorjahr
19.09.2024 - 05:00:0070 Prozent der tödlichen UnfÀlle (248) ereigneten sich seit Beginn der Badesaison Anfang Mai. Kamen im Wonnemonat noch etwas weniger Menschen im Wasser ums Leben (-4), ertranken im Juni (+3) und Juli (+10) mehr Personen. Im August fanden bundesweit 80 Menschen (+33) den nassen Tod. Mehr Opfer in einem Monat waren nach der DLRG Statistik zuletzt im August 2020 (117) zu verzeichnen.
Die meisten TodesfĂ€lle zĂ€hlte die DLRG bisher in Seen und Teichen (132) sowie in FlĂŒssen und BĂ€chen (134). In den FlieĂgewĂ€ssern im Binnenland zĂ€hlten die Wasserretter letztmals 2018 (153) mehr UnglĂŒcke. Einen Höchststand in den vergangenen Jahren erreichte auch die Opferzahl in den Meeren: 28 TodesfĂ€lle in Nordsee (3) und Ostsee (25) gab es in den vergangenen zehn Jahren nicht. In SchwimmbĂ€dern ertranken zehn Menschen.
Anteil Àlterer Opfer gestiegen
Im Altersvergleich ist auffĂ€llig, dass insbesondere unter den Menschen in der zweiten LebenshĂ€lfte die Zahl der TodesfĂ€lle stieg. Rund 60 Prozent der Opfer mit bekanntem Alter waren Ă€lter als 50 Jahre; in den fĂŒnf Jahren zuvor traf das durchschnittlich auf die HĂ€lfte der VerunglĂŒckten (49,4%) zu. "Die immer neuen Temperatur-Rekorde sind fĂŒr den Körper sehr herausfordernd. Plötzlich auftretende Herz-Kreislaufprobleme sind im Wasser noch viel hĂ€ufiger lebensbedrohlich", erklĂ€rte DLRG PrĂ€sidentin Ute Vogt. Umso wichtiger sei es, bewachte Badestellen aufzusuchen und keinerlei Risiken einzugehen. Ăber alle Altersklassen hinweg waren 77 Prozent der tödlich VerunglĂŒckten mĂ€nnlich.
Neben Badenden und Schwimmern kommen immer wieder auch andere Wassersportler ums Leben. So zĂ€hlte die DLRG bisher 30 Personen, die mit WassersportgerĂ€ten wie Kanus oder Stand-up-Paddle-Boards unterwegs waren und tödlich verunglĂŒckten. Das Tragen von aufblasbaren Schwimmwesten und andere Sicherheitsvorkehrungen hĂ€tten viele dieser UnfĂ€lle anders enden lassen können.
Hunderte Leben gerettet
Die Zahl der Ertrunkenen wÀre vor allem in den Sommermonaten deutlich höher ausgefallen, wÀren nicht vielfach RettungskrÀfte noch rechtzeitig zur Stelle gewesen. "Allein unsere Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer an Nord- und Ostsee befreiten bis Ende August in rund 230 FÀllen in Not Geratene aus der Lebensgefahr im Wasser", nennt PrÀsidentin Vogt ein Beispiel. Dem Verband sind etwa noch einmal so viele RettungseinsÀtze aus dem Binnenland bekannt. Offizielle Zahlen dazu werden jedoch erst nach dem Jahreswechsel erhoben.
Die ehrenamtlichen Helfer an den Badestellen haben mindestens das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber und einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Ihre Fertigkeiten und ihr Wissen weisen sie regelmĂ€Ăig nach. An den KĂŒsten verrichten zwischen Anfang Mai und Ende September etwa 6.000 Freiwillige einen Dienst am Strand. Dort sind an sieben Tagen in der Woche Rettungsschwimmer im Einsatz. Zudem sorgen rund 49.000 Ehrenamtliche der DLRG an heimischen Seen und in SchwimmbĂ€dern fĂŒr Sicherheit - zumeist an den Wochenenden.
Vorbildliches Engagement fĂŒrs Schwimmen lernen
Bis zum Ende der Sommerferien in Deutschland ertranken zwölf Kinder zwischen null und zehn Jahren (2023: 13). Damit sind Jungen und MĂ€dchen zwar seltener vom Ertrinken betroffen, die DLRG sieht trotzdem Grund zur Sorge: Die Mehrheit der Kinder am Ende der Grundschulzeit kann nicht sicher schwimmen. "Wer das nicht mehr lernt, bleibt sein Leben lang am, auf und im Wasser gefĂ€hrdet", so Ute Vogt. Das zeigten viele BadeunfĂ€lle, die ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig Nichtschwimmer und schlechte Schwimmer erlitten. Um das zu vermeiden, brauche es mehr WasserflĂ€chen und qualifizierte LehrkrĂ€fte sowie mehr politisches Engagement. "Nur die Schulen erreichen alle Kinder und mĂŒssen in die Lage versetzt werden, Schwimmunterricht im benötigten Umfang durchzufĂŒhren."
Gleichwohl weiĂ die DLRG darum, dass viele Schulen sich stark engagagieren, um im besten Fall alle ihre SchĂŒler zu sicheren Schwimmern auszubilden. Insgesamt 26 dieser Schulen zeichneten die Wasserretter jetzt mit dem Förderpreis "DLRG & Schule 2024" aus. Dazu Ute Vogt: "Jede dieser Schulen leistet Besonderes und ist ein leuchtendes Beispiel, das hoffentlich möglichst viele andere zum Nachahmen motiviert. Denn schwimmen zu können gehört einfach zum Leben dazu wie das Lesen, Rechnen und Schreiben." So sieht es auch das Lehrpersonal der Fasanenhofschule in Stuttgart. Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Grundschule genieĂen einen vierjĂ€hrigen wöchentlichen Schwimmunterricht, beginnend mi der Wassergewöhnung in der ersten Klasse.
Weiteres Material zur DLRG Sommerbilanz Ertrinken 2024, darunter Grafiken und die Auswertung nach BundeslĂ€ndern, finden Sie unter dlrg.de/ertrinken-2024. Passende Bilder und Audio-Material fĂŒr die Berichterstattung gibt es auch im DLRG Medienportal.
Ăber die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. HierfĂŒr klĂ€ren ihre ehrenamtlich Aktiven ĂŒber Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 49.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jĂ€hrlich 2,7 Millionen Stunden ĂŒber die Sicherheit von BadegĂ€sten und Wassersportlern. Sie engagieren sich darĂŒber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 100 DLRG WasserrettungszĂŒge fĂŒr den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zĂ€hlt derzeit ĂŒber 600.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstĂŒtzen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier.
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