SexualitĂ€t: Lass uns reden, Schatz! / Ăber eigene sexuelle BedĂŒrfnisse zu sprechen fĂ€llt vielen schwer / Dabei kann man als Paar damit nur gewinnen / Wie Sie miteinander ins GesprĂ€ch kommen
19.02.2024 - 09:00:00Aufmerksamkeit nicht bei sinnlichen EindrĂŒcken
Sind etwa Erregbarkeit und SensibilitĂ€t diabetesbedingt gestört, kann dies bei MĂ€nnern zu Erektionsstörungen fĂŒhren und damit VersagensĂ€ngste auslösen. Das macht die ohnehin schwierige Situation noch schwieriger, meint Marnet: "MĂ€nner fĂŒhlen sich dann hĂ€ufig als schlechte Liebhaber und sind demzufolge mit ihrer Aufmerksamkeit bei der Erektion ihres Penis und nicht bei sinnlich-erotischen EindrĂŒcken."
Wenn Mann sich dann zurĂŒckzieht, fĂŒhlt Frau sich nicht mehr attraktiv und geliebt. "Wenn Paare darĂŒber sprechen und vor allem genug Informationen haben, was da im Körper konkret passiert, dann wissen sie auch, sie mĂŒssen es nicht persönlich nehmen", so Marnet. Sinnvoll ist eventuell auch, mit dem Arzt oder der Ărztin zu reden, um krankheitsbedingte Ursachen gegebenenfalls zu beheben.
Schweigen schafft angespannte Paarsituation
FĂŒr Frauen wiederum kann Geschlechtsverkehr schmerzhaft oder unangenehm sein, etwa wenn die Scheide hormonell bedingt nicht ausreichend feucht wird. Oder auch als Folge eines schlecht eingestellten Blutzuckers. Hohe Spiegel fĂŒhren zu FlĂŒssigkeitsverlust, trocknen die Haut und somit die SchleimhĂ€ute aus. Die hĂ€ufige Konsequenz: Die Frau versucht, den Sex zu vermeiden, statt dem Partner zu sagen, was eigentlich los ist. Egal, wer schweigt: Das Resultat ist eine angespannte Paarsituation, die sich im Streit ĂŒber Erziehung, Haushalt oder Finanzen zeigen kann. "Die eigentliche Ursache bleibt aber unausgesprochen", so Patricia Marnet im "Diabetes Ratgeber".
Die Expertin rĂ€t, ĂŒber folgende Fragen ins GesprĂ€ch zu kommen: Was ist mir in unserer sexuellen Beziehung so wertvoll, dass ich es pflegen möchte? Was ist so ĂŒberflĂŒssig und unangenehm, dass ich es lieber loswerden möchte? Und: Was möchte ich Neues mit dir entdecken? Der Diabetes kann dabei mitgedacht werden, er sollte aber nicht als EinschrĂ€nkung angesehen werden.
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