Die stille Pandemie: Fast die HĂ€lfte der Deutschen fĂŒhlt sich hĂ€ufig ausgebrannt
10.03.2025 - 09:15:03Ausgebrannt trotz Erholungszeiten - warum fĂŒhlen sich so viele Deutsche erschöpft?
FĂŒr die Studie wurden mehr als 1.000 Vollzeit-Arbeitnehmerinnen und -Arbeitnehmer dazu befragt, wie ihre Arbeit das Wohlbefinden beeinflusst. Die Ergebnisse sind alarmierend: 23 % der Befragten fĂŒhlen sich tĂ€glich oder sehr oft geistig erschöpft oder ausgebrannt, 21 % etwa die HĂ€lfte der Zeit.
Weitere 46 % berichten von gelegentlichem Stress. Frauen geben hÀufiger an, von stressbedingten Symptomen wie Angst, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit betroffen zu sein, als MÀnner.
Die Arbeit nimmt den Feierabend und den Urlaub ein
Die Studie zeigt, dass viele Menschen auch auĂerhalb der regulĂ€ren Arbeitszeiten mit ihrem Job zu tun haben. Fast ein Drittel der Befragten fĂŒhlt sich sehr oft oder tĂ€glich gezwungen, beruflich stĂ€ndig erreichbar zu sein. Ein weiteres Viertel ĂŒberprĂŒft regelmĂ€Ăig auch abends oder im Urlaub berufliche Nachrichten - Zeiten, die eigentlich der Erholung dienen sollten.
Erholungszeit: Nicht der Knackpunkt, aber die Arbeit bleibt prÀsent
46 % der Befragten gaben an, regelmĂ€Ăig vier oder mehr Wochen Urlaub im Jahr zu machen, ein weiteres Viertel immerhin drei Wochen.
Auch die Schlafgewohnheiten der Deutschen scheinen grundsÀtzlich nicht das Hauptproblem zu sein: Mehr als die HÀlfte der Befragten schlÀft zwischen 6 und 7 Stunden pro Nacht, 12 % sogar 8 bis 9 Stunden.
"FĂŒr viele Deutsche liegt es nicht an zu wenig Urlaub oder Schlaf, dass sie sich ausgebrannt fĂŒhlen. Das Problem ist oft die mangelnde Trennung von Arbeit und Privatleben", erklĂ€rt Maxin Schneider, Verantwortliche fĂŒr Personalentwicklung bei BuchhaltungsButler. "Das erschwert es vielen Menschen, sich in der Freizeit angemessen zu erholen."
Work-Life-Balance: MÀnner schÀtzen ihre Balance positiver als Frauen
Trotz der hohen Belastung berichten nur 25 % der Befragten von einer schlechten Work-Life-Balance. Eine Mehrheit von 50 % bewertet ihre Balance als durchschnittlich, wÀhrend 25 % sie als gut oder sehr gut empfinden. Ob eine "durchschnittliche" Work-Life-Balance allerdings tatsÀchlich als zufriedenstellend bzw. als gesund empfunden wird, lÀsst sich aufgrund der Daten nicht sagen. Möglich ist auch, dass Arbeitnehmende es heute als normal empfinden, dass Jobbelange in das Privatleben reinragen und dies nicht als ungewöhnlich schlechte Work-Life-Balance wahrnehmen. Ein Unterschied zeigt sich zwischen den Geschlechtern: MÀnner neigen dazu, ihre Work-Life-Balance positiver einzuschÀtzen als Frauen.
Das Fazit: Der Job ist nicht das Problem - das Arbeitsumfeld schon
Aktuell wird viel diskutiert, ob die Deutschen zu wenig arbeiten, gar zu faul sind. Die Ergebnisse der Studie bestĂ€tigen dies nicht, sondern zeigen ein differenziertes Bild: Der Arbeitsdruck ist real und viele Menschen fĂŒhlen sich aufgrund der mangelnden Abgrenzung von Job und Privatleben ĂŒberlastet. Schneider betont: "Unternehmen sind gefordert, neue Arbeitszeitmodelle, aber vor allem auch neue Arbeitskulturen zu entwickeln, die den BedĂŒrfnissen der Mitarbeitenden gerecht werden."
Mehr Details zur Studie
FĂŒr mehr Details und interaktive Grafiken zur Studie besuchen Sie bitte: https://www.buchhaltungsbutler.de/burnout-deutsche-arbeitswelt-studie-2024/
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