Gefahr von WildunfÀllen steigt nach der Zeitumstellung / Im November und April passieren besonders viele UnfÀlle mit Tierkollisionen
11.11.2025 - 08:40:00WildunfĂ€lle können sich das ganze Jahr ĂŒber und zu jeder Tageszeit ereignen. Doch wĂ€hrend es im Sommer vergleichsweise selten zu Kollisionen mit Tieren kommt, steigt jetzt nach der Zeitumstellung die Gefahr wieder an. In den vergangenen drei Jahren war im November bei rund 12 Prozent aller VollkaskoschĂ€den ein Tier beteiligt. Bei TeilkaskoschĂ€den lag die Quote sogar ĂŒber 15 Prozent und damit deutlich höher als von Juni bis August. In diesen Monaten lagen die Werte jeweils bei unter 10 Prozent (Vollkasko) bzw. unter 12 Prozent (Teilkasko). Das zeigt die Statistik der Verti Versicherung AG. Der Spitzenwert liegt bei beiden Versicherungsarten allerdings nach der (Ende MĂ€rz erfolgenden) Umstellung auf die Sommerzeit: Im April war in der Vollkasko bei knapp 14 Prozent aller SchĂ€den ein Tier beteiligt, bei der Teilkasko sogar bei ĂŒber 18 Prozent und damit bei fast jedem fĂŒnften Unfall.
Die Kosten fĂŒr WildunfĂ€lle steigen nach den Angaben des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) seit Jahren - demnach regulierten die Autoversicherer 2024 Wildunfall-SchĂ€den von ĂŒber einer Milliarde Euro, umgerechnet rund 3 Millionen Euro pro Tag. "Die hĂ€ufigsten SchĂ€den, die im Zusammenhang mit Tieren gemeldet wurden, waren bei uns in den vergangenen drei Jahren ZusammenstöĂe, UnfĂ€lle durch das Ausweichen vor einem Tier sowie MarderschĂ€den", berichtet Alexander Held, Kfz- und Versicherungsexperte bei Verti. MarderschĂ€den sind vor allem dann gefĂ€hrlich, wenn das kleine Raubtier die BremsschlĂ€uche durchbeiĂt.
"Wildtiere sind hÀufig in Gruppen unterwegs"
Auch wenn sich WildunfĂ€lle nie ganz ausschlieĂen lassen, gibt es Möglichkeiten, das Risiko zu minimieren. Autofahrer sollten stets damit rechnen, dass Tiere plötzlich auf die Fahrbahn treten - selbst wenn sie das Fahrzeug sehen. "Wildtiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschĂ€tzen und reagieren oft unvorhersehbar", warnt Alexander Held. "Ein Reh oder Wildschwein wartet nicht ab, dass Sie vorbeifahren, sondern lĂ€uft möglicherweise direkt vor das Fahrzeug - auch wenn es Sie vorher gesehen hat." Hinzu komme, dass Wildtiere hĂ€ufig in Gruppen unterwegs seien: "Es ist gar nicht selten, dass auf das erste Tier noch weitere folgen."
Viele Fahrer begingen aus Reflex den Fehler eines riskanten Ausweichmanövers. "Auch wenn es erstmal merkwĂŒrdig klingen mag, sollte man das unbedingt vermeiden", sagt Held. Denn ein Ausweichmanöver könne durch eine Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Baum zu deutlich schwereren UnfĂ€llen fĂŒhren als ein ZusammenstoĂ mit dem Wildtier. Die richtige Reaktion bei einer Wildsichtung ist Held zufolge: "Fernlicht auszuschalten, um das Tier nicht zu blenden, und kontrolliert bremsen. Und hupen Sie! Hupen kann helfen, das Tier zu verscheuchen." Im Zweifelsfall sei ein kontrollierter ZusammenstoĂ mit dem Tier immer besser als ein hochriskantes Ausweichmanöver.
Polizei verstÀndigen ist in den meisten BundeslÀndern Pflicht
Kommt es dennoch zu einem ZusammenstoĂ, ist es wichtig, die Unfallstelle sofort abzusichern: "Dazu gehört das Einschalten der Warnblinkanlage, das Anlegen einer Warnweste und das Aufstellen eines Warndreiecks. Falls Personen verletzt wurden, sollte ein Rettungswagen gerufen werden", erklĂ€rt Held. In jedem Fall mĂŒsse die Polizei verstĂ€ndigt werden - in den meisten BundeslĂ€ndern ist dies ohnehin Pflicht. Das verletzte oder tote Tier sollte keinesfalls berĂŒhrt oder mitgenommen werden. "Selbst stark verletzte Wildtiere können in ihrer Todesangst sehr gefĂ€hrlich werden, auch gilt Mitnehmen als Wilderei." Die Bergung ĂŒbernehme der zustĂ€ndige Förster.
Polizei und Förster sind auch wichtig, wenn es dann darum geht, den Schaden von der Versicherung regulieren zu lassen: "HierfĂŒr benötigen Sie eine so genannte Wildschadenbescheinigung. Diese wird Ihnen von der Polizei oder dem Förster ausgestellt." Generell empfiehlt Alexander Held, den Unfall möglichst gut zu dokumentieren - mit Fotos vom Unfallort, dem Tier und dem Fahrzeug. "Da heute fast jeder ein Handy bei sich hat, ist das auch viel einfacher als frĂŒher."
Feine Unterschiede in den Versicherungsbedingungen
Mit der Ăbernahme der am Fahrzeug entstandenen Schadenkosten durch die Versicherung kann nur rechnen, wer mindestens eine Teilkaskoversicherung hat. Ein kleiner, aber feiner Unterschied liegt dann noch in den genauen Versicherungsbedingungen: "Manche Versicherer zahlen nur bei ZusammenstöĂen mit Haarwild. Die Verti Versicherung AG dagegen zahlt im Klassik- und Premium-Tarif bei ZusammenstöĂen mit Tieren aller Art", so Held. "Es ist dann egal, ob Ihnen ein Reh oder ein Schaf vors Auto lĂ€uft oder ob Ihnen ein Vogel in die Scheibe fliegt."
Mehr Wissenswertes zu WildunfÀllen steht im Verti-Ratgeber unter https://www.verti.de/ratgeber/wildunfall-versicherung/.
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