Staatsziel, Artenschutz

Dem Staatsziel Artenschutz verpflichtet: Wie Zoos die BiodiversitÀt retten / VdZ-Jahrestagung und Zoo- und Wildtier-Forum

19.06.2025 - 15:25:38

Berlin - Die deutschsprachigen Zoos retten Arten und wirken dem dramatischen Verlust der BiodiversitĂ€t entgegen. Wie kann diese wichtige Rolle der modernen Zoos gefestigt werden? Diese zentrale Frage steht im Fokus der Jahrestagung des Verbands der Zoologischen GĂ€rten (VdZ), die vom 18. bis 21. Juni 2025 in Berlin stattfindet. In dieser Zeit kommen fĂŒhrende Zooexpertinnen und -experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien zusammen, um Lösungen und Perspektiven zu diskutieren.

Dass Zoos lĂ€ngst wichtiger Teil der Lösung sind, belegen eindrucksvolle Zahlen: Die 70 VdZ-Mitgliedszoos pflegen ĂŒber 163.000 Wildtiere, erreichen jĂ€hrlich mehr als 42 Millionen Besucherinnen und Besucher, investieren jĂ€hrlich rund 11 Millionen Euro in ĂŒber 150 Artenschutzprojekte weltweit und unterstĂŒtzen weltweit mit eigenem Personal, fachlicher Expertise und langjĂ€hrigem Engagement.

Aus Sicht der Politik leisten zoologische GĂ€rten einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt. "Moderne Zoos setzen unsere internationalen Zusagen, Arten zu schĂŒtzen und zu erhalten in konkretes Handeln um - durch Schutzprojekte, Bildungsarbeit und Tierbegegnungen, die eine emotionale Bindung zur Natur schaffen", erklĂ€rt Jochen Flasbarth, StaatssekretĂ€r im Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. "Diese Arbeit ist fĂŒr uns sehr wichtig, denn wir brauchen jeden Akteur, der sich mit uns gegen das dramatische Artensterben stemmt."

Die VdZ-Zoos stellen sich der Bundesregierung als Partner bei der Umsetzung der Nationalen BiodiversitĂ€tsstrategie 2030 zur VerfĂŒgung. Auf Basis der praktischen Erfahrungen und der wissenschaftlichen Expertise bieten sich die VdZ-Zoos als potenzielle, fachkundige Partner der Bundesregierung bei der Umsetzung der Nationalen BiodiversitĂ€tsstrategie 2030 an und stehen fĂŒr eine entsprechend intensive Einbindung sowie zur Übernahme von Verantwortung zur VerfĂŒgung.

"Wir sind schon jetzt aktive Artenretter und haben uns als verlĂ€ssliche Partner in Schutzprojekten und bei der Bildungsarbeit bewĂ€hrt", betont der PrĂ€sident des VdZ, Prof. Dr. Jörg Junhold. "Dabei agieren wir mit wissenschaftlicher Exzellenz und messbaren Erfolgen, aber begrenzten finanziellen Mitteln, denn diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist bislang vor allem im SelbstverstĂ€ndnis der Zoos sowie in der Erwartung der Öffentlichkeit verankert, nicht aber in der öffentlichen Finanzierung unserer Arten-, Naturschutz-- und Bildungseinrichtungen, zu denen Zoos im 21. Jahrhundert geworden sind. Deshalb brauchen wir jetzt gemeinsame Strategien, um dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Es gilt, die modernen Zoos als SĂ€ulen der Nationalen BiodiversitĂ€tsstrategie zu verankern - mit klaren ZustĂ€ndigkeiten und finanziellen Mitteln".

In der dreitĂ€gigen VdZ-Jahrestagung werden strategische Themen entwickelt- mit dem Fokus auf dem Artenschutz. Tierwohl und Bildung gehen dabei Hand in Hand. Das VdZ Zoo- und Wildtier-Forum am 19. Juni bringt EntscheidungstrĂ€ger aus Politik, Ministerien, Wissenschaft, Natur- und Tierschutz direkt mit der Zooexpertise zusammen, um ĂŒber die praktische Umsetzung des im Grundgesetz verankerten Staatsziels Artenschutz zu diskutieren.

Eröffnet wurde das Forum durch den Berliner Finanzsenator Stefan Evers, dem VdZ-PrÀsidenten Jörg Junhold und dem Gastgeber Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin.

Die Expertise der modernen Zoos reicht vom Erhalt bedrohter Arten ĂŒber gezielte Zuchtprogramme bis hin zur professionellen Begleitung von Auswilderungsprojekten, unterstreicht der Gastgeber der Jahrestagung Dr. Andreas Knieriem, Direktor von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin. "Erfolgreiche Auswilderungsprojekte wie die von Bartgeier, Wisent und Przewalskipferd zeigen deutlich: Wenn man ein gemeinsames Ziel hat, dann kennt Artenschutz keine Grenzen. Doch diese Erfolge sind nur möglich, wenn internationale, nationale und lokale Partner langfristig und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Die Rettung unserer Artenvielfalt ist ein Kraftakt, den kein Staat, kein Zoo und keine Umweltorganisation allein stemmen kann. Artenschutz ist immer Teamarbeit. Mit ĂŒber 40 Millionen GĂ€sten jĂ€hrlich können allein schon die deutschsprachigen Zoos eine wichtige BrĂŒcke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit schlagen, Empathie fĂŒr die Natur wecken und unterschiedlichste Zielgruppen fĂŒr Themen des Umwelt- und Artenschutzes sensibilisieren."

Die Bedeutung zoologischer Einrichtungen fĂŒr die Erhaltung der Artenvielfalt wird auch im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung ausdrĂŒcklich gewĂŒrdigt. "Die VdZ-Jahrestagung 2025 ist deshalb mehr als ein Fachtreffen - sie ist ein Signal fĂŒr entschlossenes Handeln zum Schutz unserer natĂŒrlichen Lebensgrundlagen", so Volker Homes, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des VdZ. "Die Zusammenarbeit aller im Artenschutz relevanter Gruppen ist eine Voraussetzung fĂŒr den Erfolg, aber wichtige Schritte sind auch die Erhaltungszuchtprogramme bedrohter Arten als entscheidenden Beitrag zum Artenschutz anzuerkennen und zu fördern."

Weltweit verschwinden Tier- und Pflanzenarten in alarmierender Geschwindigkeit - mit katastrophalen Folgen fĂŒr uns alle. BiodiversitĂ€t ist kein Luxus, sondern die Grundlage unserer Existenz: Sie sichert unsere ErnĂ€hrung, unser Wasser, unser Klima und unsere Gesundheit. Diesen Punkt unterstrichen auch die Keynote-Sprecherinnen und Sprecher des VdZ Zoo- und Wildtier-Forums Prof. Dr. Jon Paul RodrĂ­guez, Vorsitzender der IUCN Arten-Spezialistengruppen, die die Internationalen Roten Listen erstellen, Prof. Dr. Aletta Bonn, Professorin fĂŒr Ökosystemleistungen am Helmholtz-Zentrum fĂŒr Umweltforschung, sowie Prof. Dr. Dr. Tade Spranger, Professor an der Rechtswissenschaftlichen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Bonn.

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