Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

Wal lebt noch - neuer Rettungsversuch mit Luftkissen

16.04.2026 - 10:35:53 | dpa.de

Der bei Wismar gestrandete Buckelwal ist noch am Leben, aber schwer krank. Eine Initiative will einen neuen Rettungsversuch starten. Unterdessen werden weitere Strandungen von Walen befürchtet.

  • Das Konzept einer privaten Initiative soll nun den Wal retten. - Foto: Philip Dulian/dpa
  • Till Backhaus (SPD), Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, spricht am Mittwochabend auf der Ostseeinsel Poel zu Demonstranten, Aktivisten und Journalisten. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Das Konzept einer privaten Initiative soll nun den Wal retten. - Foto: Philip Dulian/dpa Till Backhaus (SPD), Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, spricht am Mittwochabend auf der Ostseeinsel Poel zu Demonstranten, Aktivisten und Journalisten. - Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Der bei Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überlebt. Er atme relativ regelmäßig alle zwei bis fünf Minuten, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der sich erneut vor Ort ein Bild von der Lage machte. Wenn sich eine Fähre oder Personen näherten, werde die Frequenz niedriger. «Der Wal ist ein schwer kranker Patient», sagte der Minister im Livestream des Senders News5 live. 

Dennoch sollte am Morgen ein weiterer Rettungsversuch beginnen. Zunächst war allerdings noch keine Aktion im Wasser beim Wal vor der kleinen Ostsee-Insel Poel zu sehen, beobachteten dpa-Reporter vor Ort.

Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion laut Umweltministerium die Verantwortung trägt. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur dpa gesagt. «Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet.»

Hinter dem Konzept stehen neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. «Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie», sagte die Unternehmerin der dpa. Sie wüssten, dass der Rettungsversuch letal ausgehen könne. «Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.» Dann sei das die Natur. «Aber dieser Zustand jetzt ist für ganz Deutschland, für Menschen mit Empathie und Herz, unerträglich anzusehen.»

Luftkissen sollen unter dem Tier angebracht werden

Nach Angaben von Backhaus vom Mittwoch war geplant, im Laufe des heutigen Tages Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.

Zuvor sah alles danach aus, dass die Reise des Wals vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. «Die haben unser Haus komplett freigestellt.»

Meeresmuseum nicht in aktuelle Planung einbezogen

Das Deutsche Meeresmuseum, das bislang eng in die Bewertung der Lage des Wals eingebunden war, hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es «nicht in die Vorbereitungen der aktuell geplanten Lebendbergung des Buckelwals vor Poel einbezogen wurde». Auch das gesamte Konzept liege dem Museum nicht vor.

Die Situation des Wals hatte zuletzt für starke Emotionen gesorgt. Von Anfeindungen und sogar Morddrohungen gegen Beteiligte war die Rede. Menschen protestierten vor Ort und drangen in einen Sperrbereich ein.

Backhaus geht von weiteren Wal-Strandungen aus

Backhaus geht von weiteren künftigen Wal-Strandungen an deutschen Küsten aus. «Der nächste Wal kommt bestimmt», sagte er vor Beginn der neuen Rettungsaktion für den Buckelwal. Er verwies auf einen Beluga-Wal, der vor Flensburg gesichtet worden sei. «Das heißt, wir werden uns mit dem Thema weiter auseinandersetzen müssen.»

Für den Umgang mit künftigen Strandungen forderte Backhaus eine überregionale Koordination. Dafür gebe es mit dem Havariekommando, das vom Bund und den Küstenländern für Schiffsunglücke gebildet wurde, eine geeignete Einheit, sagte er auf Poel, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Das Kommando habe Wissenschaftler und Technik verfügbar.

Backhaus sagte, er habe einen entsprechenden Antrag für die Umweltministerkonferenz im Mai gestellt. Er sei überzeugt, dass der Antrag Zustimmung finden werde. «Im Übrigen muss da auch Geld investiert werden», sagte Backhaus weiter. Diese Aufgabe sehe er «sehr deutlich» unter anderem beim Bundesamt für Naturschutz - «dass man hier Lösungen findet» für Personal und für Investitionen.

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