Stefan Mross erzÀhlt von Leben mit demenzkranker Mutter
19.06.2024 - 10:29:59SchlagersĂ€nger und Moderator Stefan Mross möchte seine Mutter gerne noch lange in seinem Elternhaus im oberbayerischen Traunstein wohnen lassen. «Ich möchte sie niemals in meinem Leben aus ihrem Haus rausbringen», sagte der 48-JĂ€hrige dem Magazin «Bunte» (Donnerstag). «Das ist ihre Basis, ihre vertraute Umgebung.»Â
Mross: «Sie ist fĂŒr mich ein PhĂ€nomen»
Seine Mutter werde dement und habe nun Pflegestufe drei, berichtete Mross. Manchmal erzĂ€hle sie «solche Demenzgeschichten». «Ich lasse sie reden, höre zu, auch wenn sie nach drei Minuten wieder dasselbe erzĂ€hlt.» Bis jetzt behindere ihre BeeintrĂ€chtigung aber ihre SelbststĂ€ndigkeit noch nicht. «Sie ist fĂŒr mich ein PhĂ€nomen. Meine Mama schminkt sich jeden Tag, hĂ€lt Haus und Garten picobello.»
Sein Bruder, der im Nachbarhaus wohne, schaue derzeit tĂ€glich nach der gemeinsamen Mutter, auĂerdem gehe sie mehrmals die Woche zur Tagespflege. Er selbst nahm sie zuletzt fĂŒr eine Woche mit in den Europapark, erzĂ€hlte Mross. Dort moderierte er am vergangenen Sonntag die ARD-Show «Immer wieder sonntags».
Drei Jobs, um die Kinder unterstĂŒtzen zu können
Er sei mit seiner Frau Eva mehr als tausend Kilometer von einem Auftritt zurĂŒckgefahren, «weil ich die Mama an ihrem ersten Tag zur Tagespflege begleiten wollte». Das sei fĂŒr seinen Bruder und ihn ein sehr emotionaler Moment gewesen. «Wir hatten etwas Angst davor, ob es ihr gefĂ€llt. Da sind an die 20 Ă€ltere Leute, die gemeinsam essen, AusflĂŒge und Spiele machen. Mittlerweile ist sie seit drei Monaten dreimal in der Woche bis 17 Uhr dort. Nach ihrem ersten Besuch dort sagte sie uns: "Heute war der schönste Tag fĂŒr mich."»
«Wenn ich meine Mama nicht gehabt hĂ€tte, wĂ€re ich heute nicht hier», sagte Mross ĂŒber seine Show-Karriere. «36 Jahre lang ist sie jeden Tag um drei Uhr nachts aufgestanden, hat drei Jobs gemacht. Bei der Bayerischen Versicherungskammer, im Autohaus und in der Berufsschule Traunstein, da hat sie aufgerĂ€umt. Da habe ich mein erstes Taschengeld bekommen, zwei D-Mark, weil ich beim Staubsaugen geholfen habe.» Dazwischen sei sie nach Hause gekommen, um seinem Bruder und ihm FrĂŒhstĂŒck und Mittagessen zu machen. «Wenn mein Papa um 19 Uhr von der Arbeit kam, er war Busfahrer bei der Deutschen Bahn, stand das Essen auf dem Tisch. Und dann hat sie noch meine Auftrittshemden gebĂŒgelt.»
Mutter verfolgt bis heute, was Medien ĂŒber Mross schreiben
Mross betonte: «Bis heute ist meine Mama eine KÀmpferin, die stÀrkste Frau in meinem Leben. Vor zwei Jahren hat sie einen Herzinfarkt gehabt. Ihr mussten drei Stents eingesetzt werden. Nach einem Tag im Krankenhaus hat sie sich selbst entlassen.»
Seine Mutter verfolge bis heute, was Medien ĂŒber ihn schrieben, sagte Mross. «Die Mama kauft sich alle Zeitschriften. Immer noch. Dann schneidet sie alle Fotos mit mir aus und legt sie unter den Glastisch im Wohnzimmer.»


