TodesrÀtsel aufgeklÀrt: Daran starben Hackman und seine Frau
08.03.2025 - 18:14:17Schauspiellegende Gene Hackman und Ehefrau Betsy Arakawa sind Ermittlern zufolge eines natĂŒrlichen Todes gestorben. Die Autopsie der Leichen habe auĂerdem darauf hingewiesen, dass Arakawa bereits eine Woche vor ihrem Mann gestorben sei, teilte die medizinische Ermittlerin Heather Jarrell mit.Â
Der an Alzheimer erkrankte Oscar-PreistrÀger habe danach noch tagelang mit ihrer Leiche im Haus auf dem Anwesen in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico weitergelebt. «Es kann gut sein, dass er sich ihres Todes nicht bewusst war», sagte Jarrell auf einer Pressekonferenz.
Die Ermittlerin teilte zudem mit, dass die 65-JÀhrige vermutlich am 11. Februar an einer durch sogenannte Hantaviren ausgelösten Erkrankung gestorben war. Die Erreger befallen die Atemwege. Hackman selbst sei wahrscheinlich eine Woche spÀter, am 18. Februar, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erlegen. Gefunden wurden beide am 26. Februar, als ein besorgter Nachbar die Behörden gebeten hatte, nach deren Befinden zu schauen.
Die Untersuchungen hĂ€tten auch die fortgeschrittene Alzheimererkrankung des 95-JĂ€hrigen bestĂ€tigt. «Er war in einem sehr schlechten Gesundheitszustand und hatte eine schwere Herzkrankheit. Und ich glaube, das war letztlich die Ursache fĂŒr seinen Tod», schloss die Medizinerin.Â
Was lösen Hantaviren aus?
Hantaviren werden ĂŒber Nagetiere wie MĂ€use oder Ratten auf Menschen ĂŒbertragen. Das spezielle Sin-Nombre-Hantavirus, das zum Tod von Betsy Arakawa fĂŒhrte, gelangt meistens von HirschmĂ€usen (Peromyscus maniculatus) auf Menschen. Diese kleinen Nagetiere leben in Nord- und Mittelamerika. In Deutschland werden andere Virustypen ĂŒbertragen, hauptsĂ€chlich ĂŒber die Rötelmaus und die Brandmaus.
Hierzulande werden jedes Jahr Dutzende bis Hunderte Erkrankungen mit dem Virus gemeldet. In den USA sind es weniger - die meisten Meldungen kommen aber aus dem Bundesstaat New Mexico, wo Hackman und Arakawa lebten. Von dort wurden in den vergangenen Jahren jeweils ein bis sieben FĂ€lle pro Jahr gemeldet.
Das Sin-Nombre-Hantavirus fĂŒhre zunĂ€chst zu grippeĂ€hnlichen Symptomen, erklĂ€rte die leitende Gerichtsmedizinerin in New Mexico, Heather Jarrell. SchlieĂlich könnten Kurzatmigkeit sowie Herz- und Lungenversagen folgen. «Die Sterblichkeitsrate des Hanta-Virus-Typs im SĂŒdwesten liegt bei 38 bis 50 Prozent.»
Menschen können sich mit dem Virus infizieren, wenn sie aufgewirbelten Staub einatmen, der Urin, Kot oder Speichel der Tiere enthĂ€lt. Das kann etwa beim Putzen passieren. Auch ĂŒber einen Biss der Tiere oder Verletzungen in der Haut, in die verunreinigte Erde gelangt, ist eine Ansteckung möglich. Von Mensch zu Mensch werden die Viren nicht ĂŒbertragen.
«Die meisten Ăbertragungen finden im Umfeld des Wohnorts oder des Arbeitsplatzes des Patienten statt», erklĂ€rte die staatliche TierĂ€rztin Erin Phipps. Fachleute hĂ€tten das Haus von Hackman und Arakawa untersucht. «Wir schĂ€tzten das Risiko einer Exposition im Hauptwohnsitz als gering ein, Ă€hnlich wie in anderen gut gepflegten HĂ€usern in New Mexico.» Allerdings sei Nagetierbefall in anderen GebĂ€uden auf dem GrundstĂŒck festgestellt worden.
Herzschrittmacher-Daten geben Aufschluss
Seitdem das tote Ehepaar zusammen mit einem toten Hund am Mittwoch vergangener Woche entdeckt wurde, liefen die Ermittlungen auf Hochtouren. Eine Analyse von Hackmans Herzschrittmacher ergab, dass am 18. Februar die letzten HerzaktivitĂ€ten aufgezeichnet wurden.Â
Arakawa war zuletzt auf Aufnahmen von Ăberwachungskameras einer Drogerie vom 11. Februar zu sehen. Danach gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr. E-Mails etwa blieben unbeantwortet.
Wegen der ungewöhnlichen TodesumstĂ€nde und Prominenz des Paares war eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden. WĂ€hrend Arakawas Leiche im Badezimmer auf dem Boden lag, wurde Hackmans lebloser Körper im Eingangsbereich des Hauses gefunden. Neben dem toten Hund fanden die Ermittler zwei weitere Hunde, die noch am Leben waren.Â
Ein Verbrechen schlossen die Ermittler schon frĂŒh aus. Die ersten Ergebnisse brachten keine Hinweise auf Spuren Ă€uĂerer Gewalteinwirkung. Auch eine Kohlenmonoxidvergiftung, etwa durch ein Gasleck, wurde nicht festgestellt.
Hackman und Arakawa lebten sehr zurĂŒckgezogen
Obwohl die Ermittlungen nun weitgehend abgeschlossen scheinen, gibt es auf manche Fragen noch keine klaren Antworten: Offen bleibt, warum der Tod der beiden nicht schon frĂŒher Angestellten oder PflegekrĂ€ften auffiel. TatsĂ€chlich lebten Hackman und Arakawa sehr zurĂŒckgezogen. Die Nachbarn bekamen das Paar Medienberichten zufolge kaum zu Gesicht.Â
Hackman galt als einer der herausragendsten Schauspieler seiner Generation. Der zweifache Oscar-PreistrĂ€ger erlangte mit Filmen wie «French Connection» (1971), «The Conversation» (1974) und «Erbarmungslos» (1992) Weltruhm. In den frĂŒhen 2000er Jahren zog er sich schlieĂlich aus dem Rampenlicht zurĂŒck.





