Sonnenschutz-Mythen, Wahrheitsgehalt

Sonnenschutz-Mythen und ihr Wahrheitsgehalt / Apotheken in Nordrhein klÀren auf

18.06.2024 - 14:10:03

DĂŒsseldorf - Sommer, Sonne, Strand und Meer. Das klingt nach einem perfekten Urlaubstag irgendwo im schönen SĂŒden. Aber was sagt unsere Haut dazu? Die richtigen Antworten auf diese Frage geben die Apothekenteams in Nordrhein. Sie nehmen die wichtigsten Mythen, die rund um das Thema Sonnenschutz kursieren, genau unter die Lupe. Denn noch immer wird die Gefahr unterschĂ€tzt, die der Haut und damit der Gesundheit durch zu viel UV-Strahlung droht.

Mythos 1: An bewölkten Tagen und im Schatten braucht man keinen Sonnenschutz

"Diese EinschĂ€tzung ist falsch", erklĂ€rt Apotheker Thomas Preis, Vorsitzender Apothekerverband Nordrhein e.V. "Wolken lassen bis zu 90 Prozent der UV-Strahlen durch. Wie stark die Sonnenstrahlen tatsĂ€chlich sind, lĂ€sst sich am sogenannten UV-Index ablesen, den beispielsweise der Deutsche Wetterdienst bekannt gibt. Der UV-Index gibt den jeweils erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung am Boden an. Dabei gilt: Je höher der UV-Index ist, desto höher ist die UV-BestrahlungsstĂ€rke und desto grĂ¶ĂŸer ist das Risiko, bei ungeschĂŒtzter Haut einen Sonnenbrand zu bekommen. Auch im Schatten können bis zu 50 Prozent der UV-Strahlen die Haut erreichen und zu einem Sonnenbrand fĂŒhren. Besondere Vorsicht ist am Strand und Wasser geboten, da die Reflexion des Lichts auf dem Wasser und dem Sand die UV-Belastung weiter verstĂ€rkt.

Mythos 2: Ein guter Sonnenschutz hÀlt den ganzen Tag

Sonnenschutzmittel wirken maximal so lange, wie der Lichtschutzfaktor (LSF) auf der Verpackung das angibt. Liegt die Eigenschutzzeit bei heller Haut beispielsweise bei 10 Minuten, verlĂ€ngert sich der Schutz bei LSF 30 auf maximal 300 Minuten, also fĂŒnf Stunden. Voraussetzung ist allerdings, dass bereits beim ersten Eincremen ausreichend Sonnenmilch verwendet wird. Als Faustregel gilt: 3 bis 4 Esslöffel auf den ganzen Körper auftragen, wovon ein Teelöffel fĂŒr Gesicht und Hals eingeplant werden sollte und alle zwei Stunden nachcremen. Denn durch Schwitzen, Wasser oder Abtrocknen mit dem Handtuch kann sich die Wirkzeit des Sonnenschutzes deutlich reduzieren.

Mythos 3: Sonnencreme aus dem vergangenen Jahr ist noch verwendbar

Bei vielen Familien ist hÀufig noch geöffnete Sonnenschutzcreme aus dem letzten Sommerurlaub vorhanden. Es besteht das Risiko, dass der UV-Schutz nicht mehr ausreichend gewÀhrleistet ist. Das liegt an dem Sauerstoff, der in die Tube oder die Flasche eingetreten ist und die Inhaltsstoffe verÀndert haben kann. Ein französisch-amerikanisches Forschungsteam hat zudem bei einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass sich bei Sonnencremes mit der Zeit möglicherweise krebserregende Stoffe bilden können.

Zudem gilt: Wenn die Sonnencreme komisch riecht, sich Öl oder Wasser abgesetzt haben oder sich die Farbe verĂ€ndert hat, sollte sie entsorgt werden.

Mythos 4: Mallorca-Akne entsteht durch zu viel Sonne

Die UV-Strahlung spielt zwar eine Rolle. Doch Mallorca-Akne entsteht in der Regel durch das Zusammenspiel von Sonne und bestimmten Inhaltsstoffen von Hautpflege- und SonnenschutzprÀparaten. "Wer zu Mallorca-Akne neigt, sollte am besten emulgator- und fettfreie Sonnenschutzgele nutzen", erlÀutert Apotheker Dr. Armin Hoffmann, PrÀsident der Apothekerkammer Nordrhein.

Mythos 5: Sonnenbrand lÀsst sich am besten mit Quark behandeln

Omas bekanntes Hausmittel verschafft tatsĂ€chlich Linderung. Denn Quark lĂ€sst sich gut verstreichen, wirkt kĂŒhlend und spendet Feuchtigkeit. Auch feuchtigkeitsspendende After-Sun-Produkte wirken wohltuend. Bei starker EntzĂŒndung oder Juckreiz können Gels mit Hydrocortison Linderung verschaffen. Allerdings darf hier im Anschluss nicht wieder in der Sonne gebadet werden. Der Einsatz von entzĂŒndungshemmenden Schmerzmitteln kann im Einzelfall auch sinnvoll sein.

FĂŒr eine persönliche Beratung in Kombination mit einer professionellen Hautanalyse zur Ermittlung des individuell am besten geeigneten Sonnenschutzmittels sowie fĂŒr alle Fragen rund um das Thema "Haut und Sonnenschutz" stehen die Apothekenteams in Nordrhein insbesondere in den Sommermonaten zur VerfĂŒgung.

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Jens A. Krömer
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