TV-Ausblick, Tatort

«Tatort» Frankfurt: Tödlicher Hochhausbrand wirft Fragen auf

22.03.2026 - 04:30:06 | dpa.de

Ein brennendes Hochhaus, 13 Tote und auch Jahre spĂ€ter viele Ungereimtheiten. Je nĂ€her die Frankfurter «Tatort»-Kommissare der Wahrheit kommen, desto grĂ¶ĂŸer wird die Gefahr – auch fĂŒr sie selbst.

  • Je tiefer Hamza Kulina (Edin Hasanovic) und seine Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan) in den Fall eintauchen, desto mysteriöser wird dieser.  - Foto: Rick Ostermann/ARD Degeto Film/dpa
    Je tiefer Hamza Kulina (Edin Hasanovic) und seine Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan) in den Fall eintauchen, desto mysteriöser wird dieser. - Foto: Rick Ostermann/ARD Degeto Film/dpa
  • Auch die Schauspieler Foroutan und Hasanovic sind schon lange ein eingespieltes Team. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
    Auch die Schauspieler Foroutan und Hasanovic sind schon lange ein eingespieltes Team. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
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«Ich will nur Gerechtigkeit - fĂŒr meine Mutter», sagt Alima Adak. Jahre zuvor hat sie jene Mutter bei einem verheerenden Hochhausbrand in Frankfurt verloren, als eins von 13 Todesopfern. LĂ€ngst ist ein Untersuchungsausschuss mit dem Fall beschĂ€ftigt, der die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen soll. Als dieser ergebnislos zu enden droht, bittet Adak ihren Ex-Freund um Hilfe: Ermittler Hamza Kulina (Edin Hasanovic).

Und schon ist das Frankfurter «Tatort»-Team mittendrin in seinem neuen Fall. Der Film mit dem Titel «Fackel» (Sonntag, 22. MĂ€rz, 20.20 Uhr, das Erste) handelt - natĂŒrlich - wieder von einem Cold Case. 

Ein Hoffen auf Klarheit und Gerechtigkeit 

Konkret geht es um das tödliche Feuer in dem Wohnturm mit Sozialwohnungen, das noch Jahre spÀter etliche Fragen aufwirft. Nach Jahren des Schweigens und der Unsicherheit hoffen die Angehörigen auf Klarheit - und auf Gerechtigkeit. 

Warum konnten sich die Flammen so schnell verbreiten, lag das an dem billigen DĂ€mmmaterial? Hatte der Mitarbeiter der PrĂŒfstelle, der das Material untersuchte, tatsĂ€chlich einige Monate spĂ€ter Suizid begangen? Wurde bei den damaligen Ermittlungen geschlampt? Und welche Rolle spielt der Chef des Baustoffkonzerns? 

Kommissare geraten in Schusslinie der mÀchtigen Gegenspieler

Je tiefer Kulina und seine Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan) in den Fall eintauchen, desto mysteriöser wird dieser. Und auch fĂŒr die Kommissare steigt die Gefahr. Sie geraten selbst in das Visier ihrer Gegenspieler. Irgendjemand möchte nicht, das ermittelt wird und versucht, beide einzuschĂŒchtern. Und fĂŒr Kulina geht es natĂŒrlich auch um eine persönliche Verbundenheit mit dem Fall - oder viel mehr mit den Hinterbliebenen.

Die Regie fĂŒr diese in weiten Teilen spannende und sehenswerte «Tatort»-Folge fĂŒhrte Rick Ostermann. Das Buch schrieben Sebastian Heeg sowie Schauspieler Tom Schilling («Oh Boy», «Achtsam Morden»). 

«Fackel» ist bereits der dritte Fall des noch recht neuen Frankfurter Tatort-Teams. Im Herbst 2025 ĂŒbernahm das Duo am Main, bestehend aus der iranischstĂ€mmigen Kommissarin Maryam Azadi sowie dem in Bosnien geborenen Ermittler Hamza Kulina. Zuvor hatten sich die VorgĂ€nger Janneke und Brix, gespielt von Margarita Broich und Wolfram Koch, nach fast zehn Jahren verabschiedet. 

Frankfurter «Tatort» bekommt Grimme-Preis

Gleich der erste Fall «Dunkelheit» ĂŒber einen Serienmörder, der ein nahezu perfektes Doppelleben gefĂŒhrt zu haben scheint, ĂŒberzeugte auch die Kritiker. Erst in der vergangenen Woche wurde verkĂŒndet, dass der im Oktober 2025 ausgestrahlte Film mit dem Grimme-Preis in der Kategorie «Fiktion» ausgezeichnet wird. 

Generell ĂŒberzeugt das ruhige und vertraute Zusammenspiel von Azadi und Kulina. Das ist aber auch kaum verwunderlich: Die beiden Schauspieler sind lĂ€ngst ein eingespieltes Team, denn Foroutan und Hasanovic kennen sich seit vielen Jahren. «Wir verstehen uns blind», hatte Hasanovic einmal gesagt. Ein Markenzeichen des neuen Frankfurter «Tatorts» ist, dass sich die beiden auf Cold Cases spezialisieren, also auf ungeklĂ€rte MordfĂ€lle und Tötungsdelikte aus der Vergangenheit. 

Film lehnt sich lose an reale Ereignisse an

Der aktuelle Film «Fackel» lehne sich lose an reale Ereignisse an, konkret an das tragische Geschehen rund um den Brand im Londoner Grenfell Tower, erklĂ€ren die Macher. «Uns ging es dabei nicht um eine direkte NacherzĂ€hlung oder um eine 1:1 -Adaption, sondern um die emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen solcher Katastrophen», sagt Regisseur Ostermann. Da seien die Fragen nach Verantwortung, VersĂ€umnissen, VerdrĂ€ngung und den Folgen fĂŒr die Betroffenen. Reale HintergrĂŒnde seien als thematische Inspiration genutzt worden. Ostermann betont aber auch: «Die konkrete Handlung, Figuren und der Kriminalfall bleiben jedoch fiktional.»

Insgesamt nimmt die Geschichte manche Wendung und gipfelt in einem hochdramatischen Ende - ob es dieses gebraucht hÀtte, ist wahrscheinlich Geschmacksache.

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