«The Room Next Door» von Pedro Almodóvar gewinnt in Venedig
07.09.2024 - 21:45:52 | dpa.deMit dem Film «The Room Next Door» hat der spanische Regisseur Pedro AlmodĂłvar den Goldenen Löwen der Filmfestspiele Venedig gewonnen. Das Drama erzĂ€hlt von zwei Freundinnen, die sich mit dem Sterben auseinandersetzen mĂŒssen. Tilda Swinton und Julianne Moore spielen die Hauptrollen.Â
Andere wichtige Preise der Filmfestspiele gingen an Hollywood-Star Nicole Kidman fĂŒr ihre Rolle in «Babygirl» (beste Schauspielerin), den Franzosen Vincent Lindon fĂŒr seinen Part in «Jouer avec le feu» (bester Schauspieler) sowie die italienische Regisseurin Maura Delpero, die fĂŒr ihren Film «Vermiglio» den GroĂen Preis der Jury erhielt.
Wegen des Todes ihrer Mutter nahm Kidman nicht an der Preisverleihung teil. In ihrem Namen las die Regisseurin Halina Reijn eine Mitteilung vor: «Heute kam ich in Venedig an, um kurz darauf zu erfahren, dass meine schöne, tapfere Mutter Janelle Ann gestorben ist. Ich stehe unter Schock und muss zu meiner Familie, aber dieser Preis ist fĂŒr sie.»
Gewinnerfilm von AlmodĂłvar
«The Room Next Door» erzÀhlt von zwei New Yorker Freundinnen. Swinton verkörpert eine Frau mit Krebs im Endstadium, die eine alte Freundin (Moore) um einen komplizierten Gefallen bittet. Sie möchte im Moment ihres selbstgewÀhlten Todes nicht allein sein. Der Film basiert auf dem Buch «Was fehlt dir» von Sigrid Nunez.
Almodóvar widmete die Auszeichnung seiner Familie und seinen beiden Hauptdarstellerinnen Swinton und Moore. «Sie haben ein Wunder vollbracht», sagte er. Der Film handle von SolidaritÀt, aber auch vom Recht auf einen selbstbestimmten Tod. «Der Mensch muss die Freiheit haben, zu leben und zu sterben.»
AlmodĂłvar ist der international bekannteste Regisseur Spaniens. Sein Film «Alles ĂŒber meine Mutter» gewann 2000 einen Oscar. Einen Oscar erhielt der 74-JĂ€hrige auĂerdem im Jahr 2003 fĂŒr «Sprich mit ihr». «The Room Next Door» ist sein erster englischsprachiger Spielfilm.
Preise fĂŒr Maura Delpero und Brady CorbetÂ
Der GroĂe-Jurypreis-Gewinner «Vermiglio» erzĂ€hlt vom Leben einer Familie in einem italienischen Bergdorf wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs. Als ein Deserteur auftaucht, gerĂ€t die Dynamik der Geschwister durcheinander. Der Film fokussiert sich vor allem auf die weiblichen Figuren und ihr vom Katholizismus und patriarchalen Strukturen geprĂ€gtes Leben.
Den Silbernen Löwen fĂŒr die beste Regie gewann der US-Amerikaner Brady Corbet fĂŒr «The Brutalist». Das Historiendrama erzĂ€hlt von einem jĂŒdischen Architekten, der nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA ein neues Leben beginnen will. Hauptdarsteller des dreieinhalbstĂŒndigen Epos ist Adrien Brody.
Film ĂŒber MilitĂ€rdiktatur und Abtreibungsdrama werden ausgezeichnet
Murilo Hauser und Heitor Lorega gewannen fĂŒr «Ainda estou aqui» (internationaler Titel: «I'm Still Here») die Auszeichnung fĂŒr das beste Drehbuch. Das Drama erzĂ€hlt von einer Familie, die die grausamen Auswirkungen der brasilianischen MilitĂ€rdiktatur in den 1970er Jahren miterlebt.Â
Einen Spezialpreis der Jury erhielt die georgische Filmemacherin Dea Kulumbegashvili fĂŒr «April». Das Drama handelt von einer FrauenĂ€rztin, die im lĂ€ndlichen Georgien illegal SchwangerschaftsabbrĂŒche durchfĂŒhrt. Die 1986 geborene Kulumbegashvili verwendet in ihrem Film lange Einstellungen und kombiniert dokumentarisch anmutende Szenen mit Traum-Sequenzen.
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