Staatsanwaltschaft akzeptiert Freispruch fĂŒr El Hotzo nicht
01.08.2025 - 15:51:40 | dpa.de
Der Kommentar von Comedian und Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo zum Attentat auf Donald Trump vor rund einem Jahr beschĂ€ftigt weiter die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen ein Urteil des Amtsgerichts Tiergarten Rechtsmittel eingelegt, wie eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das Gericht hatte ihn vom Vorwurf freigesprochen, das Attentat gebilligt und damit den öffentlichen Frieden gestört zu haben.Â
Dazu sei der Post des heute 29-JĂ€hrigen auf der Plattform X nicht geeignet gewesen, sagte Richterin Andrea Wilms in ihrer UrteilsbegrĂŒndung am 23. Juli. Es handele sich um «straflose Satire», auch wenn die ĂuĂerungen möglicherweise geschmacklos gewesen seien.Â
Staatsanwaltschaft forderte Geldstrafe
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 6.000 Euro gefordert. Die Posts fielen unter die sogenannte HasskriminalitÀt und seien unter anderem wegen ihrer Breitenwirkung - Hotz hat rund 740.000 Follower auf X - geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Es werde so ein Klima geschaffen, in dem Angriffe auf staatliche FunktionstrÀger gedeihen könnten.
Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben eines Sprechers zunĂ€chst ein «unbestimmtes Rechtsmittel» eingelegt. Das weitere Vorgehen der Behörde hĂ€nge von der schriftlichen UrteilsbegrĂŒndung ab, erklĂ€rte der Sprecher.Â
Shitstorm nach umstrittenem PostÂ
Mitte Juli 2024 hatte in Pennsylvania ein AttentĂ€ter auf Trump geschossen und ihn am rechten Ohr getroffen. Ein Besucher kam ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Der TĂ€ter wurde von SicherheitskrĂ€ften getötet.Â
In einem Post verglich Hotz die SchĂŒsse auf Trump mit dem «letzten Bus» und kommentierte: «Leider knapp verpasst.» ErgĂ€nzend schrieb der 29-JĂ€hrige: «Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben.»
Die umstrittenen BeitrÀge löschte Hotz kurz danach, doch brach ein Shitstorm in den Online-Medien los, und es gab etliche Strafanzeigen gegen ihn. Eine unmittelbare Konsequenz war, dass der öffentlich-rechtliche ARD-Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Zusammenarbeit mit Hotz beim Jugendradiosender Fritz beendete.
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