ESC, Spanien

ESC empört Spanien: Kritik an Voting und an Israel-Teilnahme

19.05.2025 - 19:58:41

Ein Musikfestival, das zur StaatsaffĂ€re wird: In Spanien schlagen die Wellen nach dem ESC-Finale hoch. Es geht um das umstrittene Publikumsvoting - aber auch um ein grĂ¶ĂŸeres Politikum.

  • Die Teilnahme Israels am ESC hat Spaniens MinisterprĂ€sident nicht gefallen. (Archivfoto) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

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  • SĂĄnchez kritisiert schon seit langem das Vorgehen Israels in Gaza. (Archivfoto) - Foto: Diego RadamĂ©s/EUROPA PRESS/dpa

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Die Teilnahme Israels am ESC hat Spaniens MinisterprĂ€sident nicht gefallen. (Archivfoto) - Foto: Jens BĂŒttner/dpaSĂĄnchez kritisiert schon seit langem das Vorgehen Israels in Gaza. (Archivfoto) - Foto: Diego RadamĂ©s/EUROPA PRESS/dpa

Die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest sorgt in Spanien aus mehreren GrĂŒnden fĂŒr große Polemik – sie reicht inzwischen bis in den Regierungspalast Moncloa in Madrid. MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez forderte den Ausschluss Israels vom Wettbewerb. Der staatliche TV-Sender RTVE kĂŒndigte derweil an, man werde eine ÜberprĂŒfung des Publikumsvotings beantragen, das die Teilnehmerin Israels (Yuval Raphael mit dem Song «New Day Will Rise») am Samstag auf Platz 2 katapultiert hatte.

Als BegrĂŒndung fĂŒr seine Forderung nannte SĂĄnchez das militĂ€rische Vorgehen Israels im Gazastreifen. Die Offensive habe sogar in der Nacht des ESC-Finales mit weiteren Bombardierungen angedauert, betonte er. In Anspielung auf den Umgang mit Russland sagte der sozialistische Politiker: «Wir dĂŒrfen keine doppelten Standards in der Kultur zulassen.» Niemand habe sich empört, als Russland wegen der Invasion der Ukraine vom ESC ausgeschlossen wurde. «Dasselbe sollte auch fĂŒr Israel gelten», sagte SĂĄnchez.

Kultureller Charakter des ESC sei in Gefahr

RTVE wollte unterdessen seinen Antrag auf ÜberprĂŒfung des Televotings nach eigenen Angaben im Laufe des Montags bei der EuropĂ€ischen Rundfunkunion (EBU) einreichen. «Mehrere LĂ€nder werden ebenfalls denselben Antrag stellen, da sie der Ansicht sind, dass das Televoting durch die aktuellen militĂ€rischen Konflikte beeinflusst wurde und dies den kulturellen Charakter der Veranstaltung gefĂ€hrden könnte», teilte der Sender mit.

Bereits im Vorfeld des ESC 2025 hatte es Spannungen zwischen RTVE und der EBU gegeben. Der spanische Sender erklĂ€rte, man sei von der Rundfunkunion unter Androhung von Sanktionen davor gewarnt worden, wĂ€hrend der LiveĂŒbertragungen politische Botschaften zu verbreiten. Auslöser war ein Hinweis auf die Opfer des Gaza-Konflikts, den RTVE im zweiten Halbfinale eingeblendet hatte. Trotz der Warnung zeigte der Sender unmittelbar vor Beginn des Finales erneut eine Botschaft: «Angesichts der Menschenrechte ist Schweigen keine Option. Frieden und Gerechtigkeit fĂŒr PalĂ€stina.»

@ dpa.de