Angst vor Terroranschlag: Swift-Konzerte in Wien abgesagt
07.08.2024 - 22:31:04Aus Angst vor TerroranschlĂ€gen haben die Veranstalter die drei unmittelbar bevorstehenden Konzerte des US-Popstars Taylor Swift in Wien abgesagt.Â
«Aufgrund der BestĂ€tigung durch Regierungsbeamte ĂŒber einen geplanten Terroranschlag im Ernst-Happel-Stadion haben wir keine andere Wahl, als die drei geplanten Shows zur Sicherheit aller abzusagen», teilte der Veranstalter, Barracuda Music, auf Instagram mit. Die Konzerte sollten am Donnerstag, Freitag und Samstag in Wien stattfinden.
Vorausgegangen war am Mittwoch die Festnahme von zwei TerrorverdĂ€chtigen in Ăsterreich, darunter ein 19-JĂ€hriger. Nach den Erkenntnissen der Polizei plante der Teenager AnschlĂ€ge im GroĂraum Wien.Â
Fokus auf Taylor-Swift-Konzerte
«Wir haben auch festgestellt, dass es einen Fokus des 19-jĂ€hrigen TĂ€ters auf die Taylor-Swift-Konzerte in Wien gibt», sagte Franz Ruf, Generaldirektor fĂŒr die öffentliche Sicherheit im österreichischen Innenministerium. Der junge Mann habe sich im Internet radikalisiert und vor Kurzem einen Treueschwur auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) abgelegt.
Der 19-JĂ€hrige wurde in Ternitz rund 75 Kilometer sĂŒdwestlich von Wien aufgespĂŒrt. Eine weitere Person wurde in Wien festgenommen. Die Polizei sagte nicht, in welchem VerhĂ€ltnis die beiden Festgenommenen zueinander stehen oder ob die Polizei nach Komplizen fahndet.
Chemische Substanzen
Was genau der 19-JĂ€hrige geplant hatte, sagte die Polizei nicht. Bei ihm seien aber chemische Substanzen sichergestellt worden. Die Polizei hat ein Haus in Ternitz durchsucht. Ermittler in SchutzanzĂŒgen waren dort zu sehen. Aus Sorge vor möglichen Sprengstoff-Fallen hatte die Polizei das GebĂ€ude weitrĂ€umig abgeriegelt. Dazu mussten zahlreiche Menschen ihre Wohnung verlassen. Auch ein Teil eines Seniorenheims wurde gerĂ€umt.Â
Bei den drei Konzerten wurden jeweils 65.000 Menschen im ausverkauften Stadion erwartet sowie rund 20.000 Fans, die ohne Tickets zu der Arena gekommen wĂ€ren, um die Musik ihres Idols aus der Ferne zu hören, sagte der Wiener LandespolizeiprĂ€sident Gerhard PĂŒrstl.Â
«Die Ermittlungserkenntnisse geben Anlass fĂŒr erhöhte polizeiliche Ăberwachungen», sagte er wenige Stunden vor der Absage der Konzerte. Die konkrete Gefahr sei zwar minimiert, aber eine abstrakte Gefahr liege weiterhin vor. Die Polizei könne solche Veranstaltungen nicht absagen, sagte der LandespolizeiprĂ€sident auf die Frage einer Journalistin.Â
Die Polizei hatte bereits Antiterror-SpezialkrĂ€fte mobilisiert, darunter Beamte in Zivil und solche mit spezieller Ausbildung und Diensthunden, um die Konzerte zu sichern. Sie wollte den Luftraum mobil und stationĂ€r ĂŒberwachen.
Regierung: lassen uns Art zu leben nicht zerstören
Der österreichische Vizekanzler Werner Kogler (GrĂŒne) bedankte sich bei den Ermittlern. «Terroristen wollen uns Angst machen und uns auseinandertreiben», schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst X. «Wir werden uns unsere Art zu leben nicht zerstören lassen.»
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