Salzburger Festspiel-Streit: Intendant HinterhÀuser geht
26.03.2026 - 15:57:30 | dpa.deDer langjĂ€hrige Intendant Markus HinterhĂ€user verlĂ€sst die Salzburger Festspiele nach einem Streit ĂŒber seinen FĂŒhrungsstil. «Aufgrund unĂŒberbrĂŒckbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen gehen die Salzburger Festspiele und Intendant Markus HinterhĂ€user ab sofort getrennte Wege», hieĂ es in einer Mitteilung des Festspiel-Kuratoriums.
Der Konflikt zwischen dem langjĂ€hrigen kĂŒnstlerischen Leiter des österreichischen Festivals und dem Aufsichtsgremium hatte zuletzt in der Kulturszene und in den Medien fĂŒr groĂes Aufsehen gesorgt. Denn die Festspiele in Mozarts Geburtsstadt gelten als eines der wichtigsten Hochkultur-Events der Welt.Â
Differenzen zwischen HinterhĂ€user und dem Kuratorium, in dem die öffentlichen Geldgeber des Festivals vertreten sind, bestanden offenbar schon lĂ€nger. Denn im Jahr 2024 hatten beide Seiten eine sogenannte Wohlverhaltensklausel im Vertrag des Intendanten vereinbart. Damit sollte sein Verhalten gegenĂŒber dem Management des Festivals und gegenĂŒber anderen geregelt werden.
«Emotionaler, bisweilen auch ein impulsiver Charakter»
In der Vergangenheit hatte HinterhĂ€user in einem Interview mit den «Salzburger Nachrichten» eingerĂ€umt, dass er ein «emotionaler, bisweilen auch ein impulsiver Charakter» sei. Zuletzt hatte das Kuratorium mitgeteilt, dass HinterhĂ€user gegen die Klausel verstoĂen habe. Der Grund: Er hatte bei der Suche nach einer Leiterin oder eines neuen Leiters der Theatersparte PrĂ€ferenzen fĂŒr eine Kandidatin signalisiert, obwohl diese sich keinem Hearing gestellt hatte.Â
Der Intendant hatte dazu Ende Februar Kommunikationsfehler eingerĂ€umt, wollte aber dennoch wie ursprĂŒnglich vereinbart bis 2031 Intendant bleiben. Die Differenzen konnten in einem letzten GesprĂ€ch zwischen den Festspiel-AnwĂ€lten, HinterhĂ€user und seiner Rechtsvertretung nicht ausgerĂ€umt werden, hieĂ es in der Mitteilung. HinterhĂ€user Ă€uĂerte sich aktuell nicht, doch die Mitteilung sei mit ihm abgestimmt, so das Gremium.
HinterhĂ€user hatte das renommierte österreichische Festival fĂŒr Oper, Konzerte und Theater seit 2016 geleitet - mit groĂem kĂŒnstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg. Er sorgte fĂŒr hohe Auslastungszahlen und hochkarĂ€tige Namen auf der BĂŒhne. In der kommenden Sommersaison im Juli und August werden etwa Werke von LiteraturnobelpreistrĂ€gern wie Peter Handke oder Elfriede Jelinek uraufgefĂŒhrt.Â
Wer folgt nach?
In Salzburg werden bereits die Weichen fĂŒr die Ăra nach HinterhĂ€users Abgang gestellt. Nach Angaben des Kuratoriums laufen schon GesprĂ€che mit Kandidatinnen und Kandidaten fĂŒr eine Ăbergangs-Intendanz. Und auch die dauerhafte Nachfolge werde vorbereitet, hieĂ es.
In Medienberichten wurde in den vergangenen Wochen unter anderem der Opernregisseur Barrie Kosky hĂ€ufig als möglicher Nachfolger genannt. Der ehemalige Intendant der Komischen Oper Berlin Ă€uĂere sich dazu nicht, teilte sein Management der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch Nikolaus Bachler, Ex-Intendant der Bayerischen Staatsoper und aktueller Leiter der Osterfestspiele Salzburg, wird im Zuge der Personal-Spekulationen genannt. Bachler sagte am Mittwoch in einem Osterfestspiel-PressegesprĂ€ch, dass er sich nicht mit diesem Thema beschĂ€ftige. «Ich habe im Augenblick wirklich nichts damit zu tun», meinte er.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

