Extremsport, Italien

«Menschlicher Fehler»: Ursache fĂŒr Baumgartner-Sturz geklĂ€rt

07.10.2025 - 11:38:51

Felix Baumgartner lebte ein extrem gefĂ€hrliches Leben. Oft riskierte er bei seinen Aktionen alles. An der italienischen AdriakĂŒste stĂŒrzte er im Urlaub ab und starb. Die Ursache steht nun fest.

Felix Baumgartners Tod im Urlaub an der italienischen AdriakĂŒste im Sommer erschĂŒtterte zahlreiche Fans weltweit. Der österreichische Extremsportler stĂŒrzte mit einem motorisierten Gleitschirm ab und prallte auf den Boden einer Ferienanlage in der NĂ€he der Gemeinde Porto Sant’Elpidio. Fast drei Monate nach dem tödlichen Sturz ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft die UnglĂŒcksursache geklĂ€rt: menschliches Versagen.

«Der Gleitschirm befand sich in einwandfreiem Zustand und wies keinerlei MÀngel auf», teilte Staatsanwalt Raffaelle Iannella auf dpa-Anfrage mit. Dies habe ein technisches Gutachten ergeben. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet. Iannella sprach von einem «rein menschlichen Fehler».

WĂ€hrend des Fluges sei es zu einem raschen Höhenverlust gekommen, als eine Sturzspirale eingesetzt habe. Der gebĂŒrtige Salzburger sei nicht mehr in der Lage gewesen, den Schirm aus der Spirale heraus zusteuern. Der Rettungsschirm wurde erst kurz vor dem Aufprall am Boden ausgelöst.

Einstellung des Verfahrens beantragt

Baumgartner wurde durch den Aufprall getötet. Dies fanden die zustÀndigen Behörden bereits kurz nach dem Absturz fest. Unklar war noch, was genau wÀhrend des Todesfluges geschah. Es wurde spekuliert, eine von Baumgartner installierte Kamera am Gleitschirm habe sich verheddert oder sei in den Propeller geraten. Nun gibt es jedoch laut Staatsanwaltschaft Gewissheit.

Das technische Gutachten ergab nach den Worten von Iannella, dass Baumgartner wĂ€hrend der Dauer der Sturzspirale nicht die «vorgesehene Technik zur Wiederherstellung einer stabilen Fluglage» angewandt habe. Ein «konsequentes und krĂ€ftiges Ziehen» an der rechten Steuerleine hĂ€tte geholfen. Dies fĂŒhrte letztlich zum Kontrollverlust ĂŒber das FluggerĂ€t.

In den kommenden Tagen werde deswegen die Einstellung des Verfahrens beantragt, so Iannella. Das technische Gutachten sei bereits der Rechtsvertretung der Familie von Baumgartner ĂŒbermittelt worden.

«Ich wollte immer die Welt von oben sehen»

Der gebĂŒrtige Salzburger lebte ein extrem gefĂ€hrliches Leben. «Ich wollte immer die Welt von oben sehen», sagte er einmal in einem Interview. Speziell beim Basejumping riskierte er oft alles. 2012 hatte er seinen grĂ¶ĂŸten Coup: Mit einem Sprung aus 39 Kilometern Höhe in der StratosphĂ€re auf die Erde hatte er weltweit Schlagzeilen gemacht. Im Fernsehen und im Internet sahen viele Millionen Menschen live zu, wie sich Baumgartner in die Tiefe stĂŒrzte.

Besonders stolz war der Hubschrauberpilot auf seine Karriere als Basejumper. Der GetrĂ€nkekonzern Red Bull, der ihn sponserte, listet einige seiner spektakulĂ€rsten SprĂŒnge auf, darunter den «vermutlichen schwierigsten B.A.S.E-Jump aller Zeiten - in den 190 Meter tiefen flaschenförmigen Höhlenschacht der Mamethöhle im kroatischen Velebitgebirge».

Letzter Flug im Urlaub mit LebensgefÀhrtin

Die AnlĂ€sse, bei denen Baumgartner leicht hĂ€tte sterben können, sind zahlreich. Und doch war es ein fast alltĂ€glicher Action-Kick, den zahlreiche Menschen im Urlaub wagen, der ihn das Leben kostete. Mit seiner LebensgefĂ€hrtin, der RumĂ€nin Mihaela Radulescu Schwartzenberg, verbrachte Baumgartner, der bei seinem Tod 56 Jahre alt war, den Urlaub an der italienischen AdriakĂŒste.

Vor seinem letzten Flug postete er in den sozialen Medien mehr als ein Dutzend Fotos, auf denen er mit seinem Gleitschirm ĂŒber der AdriakĂŒste unterwegs war. Am 17. Juli setzte er zu seinem letzten Flug an. Er stĂŒrzte ab, prallte gegen eine HolzhĂŒtte an einem Swimmingpool in einer Ferienanlage bei Porto Sant’Elpidio und starb sofort. Alle Versuche, ihn zu reanimieren, blieben ohne Erfolg.

@ dpa.de