Winterschnitt bei ObstbĂ€umen: Jetzt die Grundlage fĂŒr gesunde BĂ€ume und gute Ernten schaffen
29.01.2026 - 10:54:03Warum ein Schnitt im SpÀtwinter sinnvoll ist
Ein gezielter RĂŒckschnitt macht BĂ€ume widerstandsfĂ€higer und fördert die Bildung von gesundem Fruchtholz. Dr. Regina Fischer vom Industrieverband Agrar e. V. (IVA) bringt es auf den Punkt: "Obstbaumschnitt ist auch Pflanzenschutz. Durch eine gut aufgebaute, luftige Krone trocknet das Laub nach NiederschlĂ€gen schneller ab und Krankheitserreger haben deutlich schlechtere Bedingungen." Gleichzeitig fördert der Schnitt die Ausbildung aromatischer, gut ausreifender FrĂŒchte und trĂ€gt dazu bei, Wuchsform und StabilitĂ€t der BĂ€ume langfristig zu erhalten.
Welche BĂ€ume jetzt geschnitten werden
Ein Winterschnitt eignet sich vor allem fĂŒr KernobstbĂ€ume wie Apfel, Birne und Quitte. Steinobst wie Kirsche, Pfirsich oder Pflaume sollte dagegen besser im Sommer geschnitten werden, da es empfindlicher auf winterliche SchnittmaĂnahmen reagiert. Regina Fischer hat noch einen ergĂ€nzenden Tipp: "Auch einige StrĂ€ucher wie Stachelbeeren oder Herbsthimbeeren profitieren von einem Schnitt bis Ende Februar."
Der richtige Zeitpunkt
Der ideale Zeitraum fĂŒr den Schnitt liegt zwischen Januar und MĂ€rz, solange sich die ObstbĂ€ume noch in der Vegetationsruhe befinden. Besonders gĂŒnstig ist der Februar, wenn die stĂ€rksten Fröste meist vorĂŒber sind, die BĂ€ume aber noch nicht ausgetrieben haben. Schnittwunden verheilen bei ansteigenden Temperaturen besonders gut.
Wichtig ist, frostfreie Tage abzuwarten, da das Holz sonst Schaden nehmen kann. Als ideal gelten Temperaturen um 5 Grad Celsius. Auch bei Regen oder Schnee ist ZurĂŒckhaltung geboten. Ab MĂ€rz ist zudem die beginnende Brutzeit der Vögel zu berĂŒcksichtigen. Starke RĂŒckschnitte sind dann verboten; lediglich schonende Pflege- und Formschnitte sind noch erlaubt.
Scharfes Werkzeug und klare Schnitte
FĂŒr den Baumschnitt sind saubere, scharfe Werkzeuge unverzichtbar. Bei Zweigen bis etwa Daumendicke genĂŒgt eine gewöhnliche Baumschere. FĂŒr stĂ€rkere Ăste empfiehlt sich eine Astschere. Bei hohen Kronen erleichtern Teleskopgriffe den sicheren Schnitt auch ohne Leiter. FĂŒr frisches Holz eignen sich Bypass-Scheren besonders gut, da sie glatte Schnitte erzeugen und das Gewebe schonen. Je sauberer der Schnitt, desto geringer ist das Risiko fĂŒr Infektionen.
So wird richtig geschnitten
Bei jungen BĂ€umen steht zunĂ€chst der Erziehungsschnitt im Fokus. Ziel ist eine stabile, gut belichtete Krone, hĂ€ufig in pyramidaler Form mit drei bis vier LeitĂ€sten. Diese werden nur leicht eingekĂŒrzt, der Mitteltrieb bleibt etwas lĂ€nger, um eine klare StammverlĂ€ngerung zu erhalten.
Bei Ă€lteren BĂ€umen dient der Erhaltungs- oder Pflegeschnitt dazu, die Krone luftig zu halten und die Fruchtbildung zu fördern. Entfernt werden nach innen wachsende, sich kreuzende oder nach unten hĂ€ngende Ăste sowie steil aufrechte Wasserschosser. Dabei gilt: lieber ganze Ăste oder Astpartien entfernen als viele kleine Schnitte setzen. Weniger Schnittstellen bedeuten weniger Wunden und schonen den Baum.
Geschnitten wird möglichst direkt am sogenannten Astring, also an der verdickten Ansatzstelle des Astes. So kann der Baum die Schnittwunde am besten selbst verschlieĂen.
Zeigen Ă€ltere BĂ€ume Alterserscheinungen wie nachlassendes Wachstum oder kleinere FrĂŒchte, kann ein maĂvoller VerjĂŒngungsschnitt helfen. Dabei werden die LeitĂ€ste um etwa ein Drittel eingekĂŒrzt, um neues Triebwachstum und die Bildung von gesundem Fruchtholz anzuregen.
Nach dem Schnitt
Bei groĂen Wunden kann der Ă€uĂere Rand mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden, um das Eindringen von Krankheitserregern zu begrenzen. Kleinere Wunden schlieĂen sich in der Regel von selbst und benötigen meist keine weitere Behandlung, sollten aber im Blick behalten werden, um den Heilungsverlauf gegebenenfalls zu unterstĂŒtzen.
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