Gesellschaft, Medien

Große Aufgabe für ARD, ZDF und Deutschlandradio: Studie zeigt Sorge um Zusammenhalt in Deutschland / Junges Publikum attestiert öffentlich-rechtlichen Medien besonders wichtige Rolle

17.09.2025 - 17:00:00

Frankfurt - Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland haben laut einer aktuellen Studie Sorge, dass unsere Gesellschaft auseinanderfällt. Gleichzeitig schätzen sie den Beitrag öffentlicher Medien für den Zusammenhalt als hoch ein, ganz besonders die jungen Menschen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat den gesetzlichen Auftrag, den Zusammenhalt im Land zu fördern. Das erwarten auch 82 Prozent der Menschen hierzulande. ARD, ZDF und Deutschlandradio kommt damit eine wichtige Rolle in einem schwierigen gesellschaftlichen Umfeld zu: Auch wenn eine deutliche Mehrheit der Deutschen die Demokratie für eine gute Staatsform hält, ist nur jeder Dritte mit dem aktuellen Zustand der Demokratie zufrieden.

Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Studie, die das Leibniz-Institut für Medienforschung, das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt und mindline media gemeinsam mit ARD, ZDF und Deutschlandradio im Frühjahr 2025 durchgeführt haben.

ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler: "Als öffentlich-rechtliche Medien tragen wir mit Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt eine besondere Verantwortung. Natürlich müssen wir Missstände benennen und über Konflikte berichten. Aber wir sollen auch den Austausch in der Gesellschaft ermöglichen und wollen damit Zuhörer, Vermittler und Brückenbauer sein. Diese Verantwortung ist im Medienstaatsvertrag festgeschrieben. Sie ist mehr als ein gesetzlicher Auftrag. Sie ist ein gesellschaftliches Versprechen."

Laut Studie schätzen die Menschen auch das bisherige Engagement des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hoch ein: Bei der Frage, welche gesellschaftlichen Einrichtungen einen Beitrag zum Zusammenhalt im Land leisten, landen ARD, ZDF und das Deutschlandradio auf Platz vier von zwölf genannten Institutionen - nach Sportvereinen, Wissenschaft und Bundesverfassungsgericht - und auf Platz eins der genannten Medien.

Konkret erwarten die Menschen von den öffentlich-rechtlichen Medien vor allem, dass sie "unabhängige und geprüfte Informationen bereitstellen" (86 Prozent), dass sie "dazu beitragen, dass unterschiedliche Gruppen unserer Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen" (83 Prozent) und dass sie "die Vielfalt möglicher Meinungen, Lebensweisen und Gemeinschaften in unserer Gesellschaft abbilden" (80 Prozent).

Viele dieser Erwartungen werden bereits erfüllt. Insbesondere beim Vertrauen in die journalistische Unabhängigkeit und bei der Qualität der Information schneiden die öffentlich-rechtlichen Medien gut ab. Junge Menschen (14 bis 24 Jahre) beurteilen die Leistungen der öffentlich-rechtlichen Medien besonders positiv: Sie betonen, dass Themen behandelt werden, die für die Gesellschaft wichtig sind (79 Prozent) und dass die Sender zu Gesprächen in der Familie oder mit Freunden anregen. (68 Prozent).

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue: "Die Studie belegt das hohe Vertrauen der Menschen in die journalistischen Angebote der öffentlich-rechtlichen Programme. Vertrauen ist aber kein Selbstläufer - deshalb suchen wir aktiv den Dialog mit der Gesellschaft und ganz besonders mit jungen Menschen. In unseren Funkhäusern und bei Veranstaltungen in ganz Deutschland machen wir transparent, wie wir arbeiten und nach welchen hohen journalistischen Standards wir berichten."

Luft nach oben gibt es u.a. beim Thema Vielfalt und Dialog. So stimmen nur 59 Prozent der Befragten der Aussage zu, die öffentlich-rechtlichen Medien "richten sich an alle Menschen in Deutschland". Lediglich 44 Prozent sind der Meinung, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio Dialogangebote zum eigenen Programm machen.

ARD-Vorsitzender Florian Hager: "Wir sind für alle da - und das soll sich idealerweise auch für alle so anfühlen. Die Menschen finanzieren uns gemeinschaftlich und wir sollten ihnen eine größere Teilhabe an "ihrem" Rundfunk ermöglichen. Durch unser Programm, durch geschützte Dialogräume oder auch öffentliche Pop-Up-Redaktionen, über die wir in den Austausch kommen. Für ein gesundes Miteinander, für respektvolle Debatten in einer pluralistischen Gesellschaft."

Trotz der Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt berichten zwei Drittel der Befragten von einem starken Zugehörigkeitserleben in ihrem persönlichen Umfeld. Dabei fühlen sich Stammnutzerinnen und Stammnutzer von ARD, ZDF und Deutschlandradio gesellschaftlich eher eingebunden und engagieren sich mehr für die Gesellschaft - etwa ehrenamtlich vor Ort in einem Verein, einer Bürgerinitiative, der freiwilligen Feuerwehr oder der Kirche.

Die Ergebnisse der Studie "Was die Gesellschaft zusammenhält und was öffentlich-rechtliche Medien dazu beitragen" werden am 17. September im Rahmen einer Veranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt vorgestellt und diskutiert.

Der Deutschlandfunk überträgt die Veranstaltung ab 17 Uhr auf " Dokumente und Debatten" über DAB+ und via Livestream im Internet live.

Phoenix zeigt einen Mitschnitt am Samstag, 20. September 2025, um 13 Uhr.

Für die repräsentative Studie wurden 1.351 Personen ab 14 Jahren befragt. Informationen und Ergebnisse am 17. September ab 17 Uhr unter: Zusammenhaltsstudie von ARD, ZDF und Deutschlandradio

Fotos der Veranstaltung zum Download ab 18. September.: https://1.ard.de/fotos-zusammenhaltsstudie

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