Tierhaltung, Agrar

Verwahrlosung, massive Verletzungen und tote Tiere: ANINOVA deckt katastrophale ZustÀnde in Schweinezucht im MÀrkischen Kreis auf

14.10.2025 - 06:05:00

Halver - Der Tierrechtsorganisation ANINOVA liegen aktuelle Hinweise zu einer Schweinezucht in Halver im MĂ€rkischen Kreis (NRW) vor, die schwerwiegende VerstĂ¶ĂŸe gegen das Tierschutzgesetz nahelegen. Die Aufnahmen entstanden Ende letzter Woche und zeigen verletzte, abgemagerte Tiere, verendete Ferkel, unhygienische ZustĂ€nde sowie massive bauliche MĂ€ngel - eine akute GefĂ€hrdung fĂŒr die dort gehaltenen Tiere. Eine tierĂ€rztliche Versorgung scheint nicht zu erfolgen. ANINOVA hat das zustĂ€ndige VeterinĂ€ramt, das Landwirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen sowie das Kontrollsystem QS QualitĂ€t und Sicherheit bereits am Wochenende ĂŒber die MissstĂ€nde informiert. Der Betrieb ist zudem kein Unbekannter: Bereits vor genau zehn Jahren kam es dort zu einem Brand, bei dem 1.000 Tiere verendeten. Weitere Informationen und Videomaterial hier.

Ein Recherche-Team steht vor einer TĂŒr, auf der ein Schild mit der Aufschrift "Bitte TĂŒr nicht öffnen" hĂ€ngt. Nach kurzem Zögern öffnet es die TĂŒr und filmt, was sich dahinter verbirgt. Die Aufnahmen, die Ende letzter Woche entstanden sind, dokumentieren ZustĂ€nde, die eindeutig VerstĂ¶ĂŸe gegen das Tierschutzgesetz darstellen. Zu sehen sind Tiere mit offenen, blutigen Wunden, die offensichtlich nicht tierĂ€rztlich behandelt wurden, verendete Ferkel in und außerhalb der Buchten sowie abgeschnittene SchweineschwĂ€nze, an denen sich bereits Maden und Insekten befinden. In den StĂ€llen hĂ€ngen dicke Spinnweben, der Boden ist mit GĂŒlle und Schmutz bedeckt. Zahlreiche KastenstĂ€nde wirken viel zu eng, ein ungehindertes Hinlegen und Ausstrecken der Gliedmaßen scheint nicht möglich. Die baulichen MĂ€ngel sind so gravierend, dass sie eine erhebliche Verletzungsgefahr fĂŒr die Tiere darstellen. Der Stall wirkt insgesamt stark verwahrlost, teilweise ohne Fenster und mit katastrophalen Haltungsbedingungen. "Die ZustĂ€nde sind erschĂŒtternd, solche Bilder machen fassungslos und zeigen, dass Kontrolle und Verantwortung völlig versagen", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Der Betrieb ist QS-zertifiziert und damit eigentlich verpflichtet, regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft zu werden. Dennoch deutet das Bildmaterial darauf hin, dass die MissstĂ€nde schon ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum bestehen. Nach Angaben aus dem Umfeld kam es bereits Ende 2024 zu einem Polizeieinsatz auf dem GelĂ€nde, bei dem die eingesetzten Polizeibeamten Zugang zu Teilen der Stallanlage erhielten und dabei besorgniserregende ZustĂ€nde wahrnahmen. Nach dem Einsatz wurde angekĂŒndigt, die Beobachtungen an das zustĂ€ndige VeterinĂ€ramt weiterzuleiten, um eine PrĂŒfung der Haltungsbedingungen anzuregen.

Brisant ist, dass der Betrieb bereits 2015 - also genau vor zehn Jahren - durch einen Großbrand in die Schlagzeilen geriet, bei dem laut Medienberichten rund 1.000 Schweine qualvoll verendeten. Trotz dieses tragischen Vorfalls scheint der Betrieb seither weder grundlegend modernisiert noch wirksam ĂŒberprĂŒft worden zu sein.

Der Betreiber der Schweinezucht ist zudem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau e. V., Kreisverband Ahrweiler, und hat selbst an wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Tierschutz und Tierhaltung mitgewirkt. Dazu zĂ€hlen unter anderem wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit Fragen des Tierschutzes und der Akzeptanz praxisĂŒblicher Schweinehaltungen in Nordrhein-Westfalen befassen. "Wer selbst ĂŒber Tierschutz in der Schweinehaltung forscht und gleichzeitig solche ZustĂ€nde verantwortet, verliert jegliche GlaubwĂŒrdigkeit und macht das grundlegende Versagen des Systems sichtbar", sagt Jan Peifer, Vorstand von ANINOVA.

Diese ZustĂ€nde sind kein Einzelfall und verdeutlichen das systemische Versagen in der Tierhaltung in Deutschland. Immer wieder deckt ANINOVA vergleichbare MissstĂ€nde in Tierhaltungsbetrieben in ganz Deutschland auf. ANINOVA kann den Menschen angesichts solcher ZustĂ€nde nur noch empfehlen, auf eine pflanzliche Lebensweise umzusteigen, um Tierleid kĂŒnftig zu verhindern.

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