Verwahrlosung, massive Verletzungen und tote Tiere: ANINOVA deckt katastrophale ZustÀnde in Schweinezucht im MÀrkischen Kreis auf
14.10.2025 - 06:05:00Ein Recherche-Team steht vor einer TĂŒr, auf der ein Schild mit der Aufschrift "Bitte TĂŒr nicht öffnen" hĂ€ngt. Nach kurzem Zögern öffnet es die TĂŒr und filmt, was sich dahinter verbirgt. Die Aufnahmen, die Ende letzter Woche entstanden sind, dokumentieren ZustĂ€nde, die eindeutig VerstöĂe gegen das Tierschutzgesetz darstellen. Zu sehen sind Tiere mit offenen, blutigen Wunden, die offensichtlich nicht tierĂ€rztlich behandelt wurden, verendete Ferkel in und auĂerhalb der Buchten sowie abgeschnittene SchweineschwĂ€nze, an denen sich bereits Maden und Insekten befinden. In den StĂ€llen hĂ€ngen dicke Spinnweben, der Boden ist mit GĂŒlle und Schmutz bedeckt. Zahlreiche KastenstĂ€nde wirken viel zu eng, ein ungehindertes Hinlegen und Ausstrecken der GliedmaĂen scheint nicht möglich. Die baulichen MĂ€ngel sind so gravierend, dass sie eine erhebliche Verletzungsgefahr fĂŒr die Tiere darstellen. Der Stall wirkt insgesamt stark verwahrlost, teilweise ohne Fenster und mit katastrophalen Haltungsbedingungen. "Die ZustĂ€nde sind erschĂŒtternd, solche Bilder machen fassungslos und zeigen, dass Kontrolle und Verantwortung völlig versagen", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.
Der Betrieb ist QS-zertifiziert und damit eigentlich verpflichtet, regelmĂ€Ăig ĂŒberprĂŒft zu werden. Dennoch deutet das Bildmaterial darauf hin, dass die MissstĂ€nde schon ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum bestehen. Nach Angaben aus dem Umfeld kam es bereits Ende 2024 zu einem Polizeieinsatz auf dem GelĂ€nde, bei dem die eingesetzten Polizeibeamten Zugang zu Teilen der Stallanlage erhielten und dabei besorgniserregende ZustĂ€nde wahrnahmen. Nach dem Einsatz wurde angekĂŒndigt, die Beobachtungen an das zustĂ€ndige VeterinĂ€ramt weiterzuleiten, um eine PrĂŒfung der Haltungsbedingungen anzuregen.
Brisant ist, dass der Betrieb bereits 2015 - also genau vor zehn Jahren - durch einen GroĂbrand in die Schlagzeilen geriet, bei dem laut Medienberichten rund 1.000 Schweine qualvoll verendeten. Trotz dieses tragischen Vorfalls scheint der Betrieb seither weder grundlegend modernisiert noch wirksam ĂŒberprĂŒft worden zu sein.
Der Betreiber der Schweinezucht ist zudem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau e. V., Kreisverband Ahrweiler, und hat selbst an wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Tierschutz und Tierhaltung mitgewirkt. Dazu zĂ€hlen unter anderem wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit Fragen des Tierschutzes und der Akzeptanz praxisĂŒblicher Schweinehaltungen in Nordrhein-Westfalen befassen. "Wer selbst ĂŒber Tierschutz in der Schweinehaltung forscht und gleichzeitig solche ZustĂ€nde verantwortet, verliert jegliche GlaubwĂŒrdigkeit und macht das grundlegende Versagen des Systems sichtbar", sagt Jan Peifer, Vorstand von ANINOVA.
Diese ZustĂ€nde sind kein Einzelfall und verdeutlichen das systemische Versagen in der Tierhaltung in Deutschland. Immer wieder deckt ANINOVA vergleichbare MissstĂ€nde in Tierhaltungsbetrieben in ganz Deutschland auf. ANINOVA kann den Menschen angesichts solcher ZustĂ€nde nur noch empfehlen, auf eine pflanzliche Lebensweise umzusteigen, um Tierleid kĂŒnftig zu verhindern.
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