Nachhaltige VorsÀtze: Cleverer Fisch essen in 2026 / Mit bewussten Entscheidungen Genuss fördern und Ressourcen schonen
06.01.2026 - 08:30:00Fisch ist ein vielseitiges Lebensmittel, das wichtige NĂ€hrstoffe liefert und gut in eine ausgewogene ErnĂ€hrung passt. Nicht ohne Grund empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) ein bis zwei Mal Fisch pro Woche. "Fisch und MeeresfrĂŒchte bieten hochwertiges EiweiĂ, wertvolle Omega-3-FettsĂ€uren und NĂ€hrstoffe wie Jod, Selen und Vitamin-D", erklĂ€rt Julia Steinberg-Böthig, Diplom-Ăkotrophologin und Pressesprecherin vom FIZ in Hamburg. "Dabei sind sie noch richtig lecker und lassen sich vielseitig und unkompliziert in den Alltag integrieren." Neben dem kulinarischen Faktor wĂ€chst unter Verbrauchern aber auch das Bewusstsein dafĂŒr, dass Fisch eben nicht gleich Fisch ist - wenn es darum geht, verantwortungsvoll mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen. Wer umwelt- und klimafreundlicher leben möchte, schaut genau hin, was auf den Teller kommt. Darum hat das FIZ sieben VorsĂ€tze rund um Fisch und MeeresfrĂŒchte formuliert, die Verbrauchern im Alltag helfen sollen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.
1. Augen auf beim Einkauf
Was fĂŒr ein Fisch ist das? Woher kommt er? Wurde er wild gefangen oder in Aquakultur produziert? Und welche Fangmethode wurde genutzt? Je nach Produkt und Produktionsform erhalten Verbraucher diese Angaben auf den Verpackungen oder der Fischtheke. Eine Orientierung, ob der Fisch nachhaltig erzeugt wurde, geben zum Beispiel das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) bei Wildfang oder das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) bei Aquakultur-Produkten. Diese Fischprodukte stammen aus zertifizierten Fischereien und Aquakulturbetrieben, die strengen Nachhaltigkeitsstandards unterliegen. Allerdings kann ein Fisch auch ohne Zertifizierung aus nachhaltiger Fischerei stammen. Hier lohnt es sich nachzufragen. "FischhĂ€ndler im Fachhandel kennen ihre Ware meist sehr gut und können Auskunft ĂŒber nachhaltige Erzeugung und FischbestĂ€nde geben", erklĂ€rt Julia Steinberg-Böthig. "Verbraucher dĂŒrfen gern neugierig sein."
2. Besser informieren
Die im Handel angegebenen Informationen zeigen jedoch nicht, wie es einem Fischbestand tatsĂ€chlich geht. Wer es noch genauer wissen möchte, kann sich daher auf der Plattform FischbestĂ€nde Online des ThĂŒnen-Instituts informieren. "Viele Menschen wissen nicht, wie unterschiedlich sich einzelne FischbestĂ€nde entwickeln können", sagt Dr. Kristina Barz, die die Plattform betreut. "Auf FischbestĂ€nde Online stellen wir diese Informationen verstĂ€ndlich und aktuell zur VerfĂŒgung. Denn verschiedene FischbestĂ€nde einer Art können in unterschiedlichem Zustand sein. So ist beispielsweise der Kabeljau rund um Island in einem guten Zustand, wĂ€hrend es dem Dorsch in der Ostsee (so heiĂt der Kabeljau dort) nicht gut geht." Das Zusammenspiel von Art, Fangmethoden und Fanggebiet ergibt ein klares Bild, ob ein Fisch aktuell eine gute Wahl ist, oder nachhaltige Alternativen sinnvoll sein können.
3. Ăfter mal Muscheln essen
Muscheln sind ein echtes Musterbeispiel, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Sie mĂŒssen nicht extra gefĂŒttert werden, reinigen sogar das Wasser und haben eine sehr gĂŒnstige Klimabilanz. Gleichzeitig sind sie vielseitig einsetzbar: als schnelle Pastazutat, in Suppen oder einfach gedĂŒnstet. "Muscheln zeigen wunderbar, wie Nachhaltigkeit und Genuss zusammenpassen können", so Steinberg-Böthig.
4. Auch mal regional denken
Es muss nicht immer der Thunfisch oder Lachs sein. Gerade Fische aus deutscher Teichwirtschaft wie Karpfen, Forelle oder Saibling, können je nach Region kurze Transportwege haben und werden hĂ€ufig in naturnahen Systemen erzeugt. Die Teichwirtschaft schafft auĂerdem wertvolle LebensrĂ€ume fĂŒr viele Tierarten.
5. Reste kreativ verarbeiten
Ein StĂŒck Fisch vom Vortag eignet sich hervorragend fĂŒr Suppen, schnelle Salate, Aufstriche oder Pfannengerichte. Durch bewusste Planung landen weniger Lebensmittel im Abfall. Das spart Ressourcen und erweitert das Repertoire in der KĂŒche. "Oft entstehen aus Resten ganz neue Lieblingsgerichte", sagt Steinberg-Böthig.
6. Neues ausprobieren - zum Beispiel Algen
Meeresalgen gelten als besonders nachhaltig erzeugt, weil sie ohne SĂŒĂwasser und ohne DĂŒnger wachsen. Sie brauchen keine FlĂ€che an Land und binden sogar COĂą'' aus der AtmosphĂ€re. Gleichzeitig liefern sie wertvolle NĂ€hrstoffe, wachsen extrem schnell und können Meerestiere entlasten, da sie in der Aquakultur als alternative, umweltfreundliche Futterquelle dienen. So verbessern sie Ăkosysteme, statt sie zu belasten. Und wer noch nie Meeresalgen wie Nori, Dulse oder Wakame probiert hat, sollte sie unbedingt mal testen, denn sie schmecken zum Beispiel getrocknet in Suppen, frisch in Salaten oder als feiner WĂŒrzton in Bowls.
7. Aquakultur verstehen
Aquakultur bedeutet die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebsen und Algen im Meer, an der KĂŒste oder im Binnenland. Je nach Produktion kann sie nachhaltig sein, da sie WildbestĂ€nde entlastet, unerwĂŒnschten Beifang verhindert, kontrollierte Bedingungen ermöglicht und Ressourcen effizient nutzt. Moderne Systeme wie Kreislaufanlagen oder naturnahe Teiche brauchen weniger Wasser, reduzieren AbfĂ€lle und ermöglichen prĂ€zise FĂŒtterung mit nachhaltigen Futtermitteln. So entsteht eine umweltfreundliche Fischproduktion, die gleichzeitig verlĂ€ssliche Mengen liefert. FĂŒr einen nachhaltigen Einkauf helfen verlĂ€ssliche Siegel wie das ASC- oder Bio-Siegel.
Gut zu wissen!
Was bedeutet eigentlich nachhaltig?
Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen so zu nutzen, dass die BedĂŒrfnisse der heutigen Generation erfĂŒllt werden, ohne die Lebensgrundlagen zukĂŒnftiger Generationen zu gefĂ€hrden. Sie vereint ökologische Verantwortung, wirtschaftliche TragfĂ€higkeit und soziale Fairness zu einem ganzheitlichen Prinzip.
Nachhaltigkeit bei wild gefangenem Fisch bedeutet:
Nachhaltigkeit in der Aquakultur:
Pressekontakt:
Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.
Dipl. oec. troph. Julia Steinberg-Böthig
GroĂe ElbstraĂe 133
D-22767 Hamburg
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