Amateure, Bedrohung

Amateure als Bedrohung fĂŒr Profi-Fotografen? - Edmond RĂ€tzel klĂ€rt auf, was wirklich am Mythos dran ist

14.03.2024 - 14:00:56

Hannover - FĂŒr Fotografen zĂ€hlt nicht lĂ€nger nur die QualitĂ€t ihrer Bilder, sondern auch die Art, wie sie sich vermarkten. Edmond RĂ€tzel ist selbst Profi-Fotograf und hat sich in den letzten zehn Jahren ein erfolgreiches Business aufgebaut. Seine Erfahrungen gibt er als Coach an andere weiter, um ihnen eine lukrative Karriere als selbststĂ€ndige Fotografen und Videografen zu ermöglichen. Hier befasst er sich nĂ€her mit der Frage, welche Auswirkungen Amateurfotografen auf die Branche als solche haben.

Amateurfotografen sind vielen in der Foto- und Videobranche ein Dorn im Auge. Vor allem im unteren Preissegment treiben sich zahlreiche Anbieter herum, die wenig Erfahrung mit dem Handwerk haben und entsprechend schlechtere oder gar minderwertige Resultate liefern. Nicht wenige Profis sind deshalb der Meinung, Amateure wĂŒrden ihnen die Arbeit wegnehmen oder dem Ruf der Branche schaden - aber ist das wirklich die Wahrheit? "Jeder Profi-Fotograf hat irgendwann klein angefangen. Es ist deshalb ein Fehler, zu hart mit Amateurfotografen ins Gericht zu gehen", erklĂ€rt Edmond RĂ€tzel.

"Ich wĂŒrde sogar so weit gehen und behaupten, Amateure sind sogar gut fĂŒr den Markt", so der Profi-Fotograf weiter. "Fotografen und Videografen mit wenig Erfahrung sprechen in der Regel eine völlig andere Marktnische an als Profis. Wer Wert auf hohe QualitĂ€t legt, wird jedoch weiterhin einen professionellen Fotografen beauftragen." Edmond RĂ€tzel ist seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in der Branche tĂ€tig, hat mehrere BĂŒcher zum Thema Fotografie veröffentlicht und als Coach schon ĂŒber 400 Fotografen dabei begleitet, ihr Business zu skalieren. Warum Amateure keine Gefahr fĂŒr Profi-Fotografen darstellen und wie Letztere ihre Leistung zum bestmöglichen Preis vermarkten, hat er im Folgenden zusammengefasst.

Amateure in der Fotobranche

GrundsĂ€tzlich ist ein Amateur jemand, der noch nicht die notwendigen QualitĂ€ten mitbringt, um wirklich hochwertige Arbeit zu liefern. Viele dieser Menschen betreiben die Fotografie als Hobby oder Nebenerwerb, mĂŒssen sich aber noch in dieses Feld hineintasten und sich nach und nach das benötigte RĂŒstzeug aneignen. Bei der Suche nach ersten AuftrĂ€gen treffen sie auf eine Klientel, die Fotografen benötigt, aber nicht bereit ist, dafĂŒr mehrere tausend Euro auszugeben. Zum Beispiel suchen viele Brautpaare vor allen Dingen einen Hochzeitsfotografen, der fĂŒr unter 1.000 Euro passable Bilder abliefert - ein Job, den kaum ein Profi ĂŒbernehmen wĂŒrde.

Um erste Erfahrungen zu sammeln, sind AuftrĂ€ge dieser Art hingegen genau richtig. So ermöglichen sie es dem Amateurfotografen, etwas Geld mit seiner Arbeit zu verdienen, neue Techniken zu erlernen und an seiner Reputation und seinem Portfolio zu feilen. Damit schaffen sie fĂŒr ihn die Grundlage, in besseres Equipment und seine eigenen FĂ€higkeiten zu investieren. Es handelt sich also um eine Win-win-Situation fĂŒr Kunde und Fotograf, da Ersterer eine vergĂŒnstigte Leistung und Letzterer eine Chance erhĂ€lt, sich zu entwickeln.

StÀrkere Orientierung in Richtung Premium-Sektor

Der Nachfrage nach professionellen Fotografen tut dieses Arrangement jedoch keinen Abbruch. Profis sind sich nĂ€mlich des Aufwands bestens bewusst, der damit verbunden ist, dem Kunden exzellente Bilder und Videos zu liefern. Beispielsweise gehört zur Hochzeitsfotografie nicht nur, korrekt mit dem Brautpaar umzugehen, sich in den Ablauf einzufĂŒgen und stĂ€ndig in Bereitschaft zu sein, sondern auch die Vor- und Nachbereitung und das Bearbeiten von Fotos und Videos. Entsprechend orientieren sich professionelle Fotografen fast von selbst in Richtung einer höheren Preisklasse. Die AuftrĂ€ge, die der Amateur ihnen "wegnimmt", sind fĂŒr sie also in den meisten FĂ€llen nicht einmal von Interesse.

In diesem hochwertigen Preissegment bewegen sich vor allem Kunden, die sich das Beste vom Besten wĂŒnschen. Dazu gehören zum Beispiel Unternehmen, die mit dem Bildmaterial Wiedererkennungswert fĂŒr ihre Marke schaffen wollen, Organisatoren von Events und gut organisierte Hochzeitsgesellschaften. Der Preis fĂŒr professionelle Fotografen und Videografen wird von dieser Zielgruppe als Investment angesehen - unabhĂ€ngig davon, ob ein besonderer Anlass verewigt oder ein Produkt in Szene gesetzt werden soll. Derartige AuftrĂ€ge erfordern Erfahrung und Know-how, was es so gut wie unmöglich macht, sie an Amateure zu verlieren.

QualitÀt findet immer Abnehmer

Trotz der immer grĂ¶ĂŸeren Zahl an Amateurfotografen und -videografen bleiben also Profis nicht nur gefragt - sie sind vielmehr in Zeiten von Social Media und hochwertigem Marketing begehrter denn je. Professionelles Bildmaterial stellt insbesondere fĂŒr Unternehmen ein Investment dar, das maßgeblich dazu beitrĂ€gt, dass sich ihre Produkte und Leistungen besser verkaufen. Es kristallisiert sich dadurch ein Premium-Segment innerhalb der Foto- und Videobranche heraus, zu dem unerfahrene Fotografen und Filmemacher schlichtweg keinen Zugang erhalten, da fĂŒr den Kunden nicht der Preis, sondern nur die QualitĂ€t zĂ€hlt.

Will ein Fotograf in diesem Sektor erfolgreich sein, muss er jedoch nicht nur ĂŒber Erfahrung verfĂŒgen und in der Lage sein, exzellente Arbeit zu liefern. ZusĂ€tzlich zĂ€hlt auch, die eigenen Leistungen richtig zu vermarkten, um Kunden vom Mehrwert professioneller Fotos zu ĂŒberzeugen und AuftrĂ€ge zu gewinnen. Wer sich als Profi-Fotograf behaupten will, sollte demnach seine Energie nicht darauf verschwenden, neidisch auf Amateure sein, sondern sich darauf konzentrieren, Kunden zu akquirieren, die den Wert und die QualitĂ€t seiner Arbeit zu schĂ€tzen wissen.

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