Mentale Gesundheit in Zeiten der Dauerkrise / LĂ€nger besser leben.-Kongress von BKK24 und HSW fĂŒhrt Fachleute zusammen
01.12.2023 - 12:33:32"In Zeiten zunehmend schlechterer psychischer Gesundheit von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen ist die Versorgung durch psychotherapeutische Hilfe leider nicht in gleichem MaĂe angestiegen", benannte Jörg Nielaczny, Vorsitzender des Vorstands der BKK24, das zugrundeliegende Dilemma. "Aus unserer Sicht ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, die Wichtigkeit der PrĂ€vention fĂŒr mentale Gesundheit deutlich stĂ€rker in den Vordergrund der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und medizinischen BemĂŒhungen zu stellen", ergĂ€nzte Prof. Dr. Peter Schulte, Leiter des "LĂ€nger besser leben."-Instituts an der HSW und Kongress-Gastgeber.
Der wohl drĂ€ngendsten Krise und gröĂten gesamtgesellschaftlichen Herausforderung wandte sich als erste Referentin Lea Dohm zu. Die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin ist MitbegrĂŒnderin der Klimaschutz-Bewegung "Psychologists/Psychotherapists for Future". Die viel zitierte "Klima-Angst", so Dohm, sei weniger ein Problem als die VerdrĂ€ngung und GefĂŒhlstaubheit, mit der viele Menschen der realen Bedrohung des Klimawandels begegneten. Die beste PrĂ€vention sei hier effektiver Klimaschutz, der nur gelingen könne, wenn das Thema endlich in der Mitte der Gesellschaft stattfinde. "Jedes GesprĂ€ch hilft", versicherte die Expertin.
Der aktuellen Situation der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wandten sich drei Fachleute aus der Praxis zu. Prof. Dr. Peter Schulte moderierte eine Podiumsdiskussion mit Patrick Bertuleit, Leiter der Kinder- und Jugendarbeit in Hameln, Anne Mirjam Walter, Pastorin der evangelisch-reformierten Gemeinde Hameln-Pyrmont, und Katrin Pietschmann, Leiterin der DRK-Kita Eimbeckshausen. Konsens bestand darin, dass junge und jĂŒngste Menschen sowohl Zuwendung als auch FreirĂ€ume zur Selbstentfaltung brĂ€uchten - und dass Investitionen in eine funktionierende Infrastruktur samt Fachpersonal gute PrĂ€ventionsarbeit bedeute.
Einen ungewöhnlichen Kongressbeitrag lieferte Marie-Luise Gunst. Die Kunstschaffende trug als Botschafterin der Depressionsliga tiefgrĂŒndige Lieder aus eigener Feder vor. Nebenbei berichtete sie charismatisch ĂŒber ihren Umgang mit der Krankheit als Betroffene und warb fĂŒr das Konzept "Mental Health First Aid (MHFA)": eine ehrenamtliche Ausbildung fĂŒr erste Hilfe auf psychologischer Ebene.
Die Weltreisende und Autorin Margot FlĂŒgel-Anhalt ermutigte ihre Zuhörerschaft zu Selbstbewusstsein und Zuversicht. Eines habe sie als Alleinreisende in abgelegenste Regionen gelernt: "Wir dĂŒrfen darauf vertrauen, dass wir immer Hilfe bekommen, wenn wir um Hilfe bitten." Wer sich traue und den ersten Schritt aus der Gewohnheit wage, könne Selbstwirksamkeit erleben und innerlich daran wachsen.
VervollstĂ€ndigt wurde das Programm des Kongresses durch einen "Marktplatz", auf dem sich verschiedene Organisationen aus dem Feld der mentalen PrĂ€vention vorstellten. Vertreten waren das Selbsthilfe-BĂŒro Niedersachsen, die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich (KIBIS), die Landesstelle Psychiatriekoordination Niedersachsen (LSPK), der Rehakompass und das BĂŒndnis gegen Depressionen.
Weitere EindrĂŒcke sowie Mitschnitte der VortrĂ€ge finden sich gesammelt auf der BKK24-Website unter www.bkk24.de/lbl-kongress.
Pressekontakt:
Lena Marie Hahn
GeschÀftsbereich "LÀnger besser leben."
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