Hans Bausch Mediapreis fĂŒr Pascal Schneiders und Birgit Stark
12.06.2026 - 15:07:15 | presseportal.deSoziale Medien haben die Art und Weise der öffentlichen Kommunikation stark verĂ€ndert: Bestimmten frĂŒher insbesondere professionelle Medienschaffende ĂŒber die Verbreitung von Informationen, so erreichen heutzutage auch Social Media-Influencer oder andere Personen ohne journalistische Ausbildung ein groĂes Publikum. Klassische Nachrichtenmedien sind mittlerweile auf diese sozialen Plattformen angewiesen, um weiterhin die Menschen zu erreichen - sie mĂŒssen sich dabei den Regeln und Erwartungen dieser Plattformen anpassen, was die QualitĂ€t der Nachrichten beeintrĂ€chtigen kann. Ausgehend von dieser Plattformisierung bietet der Artikel von Schneiders und Stark einen ganzheitlichen Ansatz, um die Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden.
Sicherung der NachrichtenqualitÀt in plattformbasierten Nachrichtenökosystemen
Schneiders und Stark entwickeln ein innovatives und klar strukturiertes Modell, das systematisch Produktion, Distribution und Rezeption von NachrichtenqualitĂ€t analysiert und damit den Prozess der Erstellung und Verbreitung von Nachrichten ganzheitlich betrachtet. Der Artikel verbindet zentrale Debatten der Kommunikationswissenschaft - wie den Einfluss sozialer Medien, die Rolle von MeinungsfĂŒhrern und die Bedeutung demokratischer Ăffentlichkeit - zu einem verstĂ€ndlichen und gut durchdachten Modell. So werden die komplexen VerĂ€nderungen durch soziale Medien nicht nur beschrieben, sondern auch analysiert und verglichen. DarĂŒber hinaus leistet die Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung normativer MaĂstĂ€be von NachrichtenqualitĂ€t: Die prĂ€zise und zugleich praxisnahe Definition von QualitĂ€t (Aspekte wie Genauigkeit, Relevanz, Vielfalt und UnabhĂ€ngigkeit) schafft eine tragfĂ€hige Grundlage fĂŒr Forschung und Regulierung. Besonders wertvoll ist dabei die VerknĂŒpfung von Analyse und Handlungsempfehlungen - dazu gehören VorschlĂ€ge wie die Förderung journalistischer Produktion ĂŒber algorithmische Transparenz bis hin zur StĂ€rkung von Medienkompetenz. Diese Empfehlungen sind sowohl theoretisch fundiert als auch politisch anschlussfĂ€hig, insbesondere im europĂ€ischen Kontext.
BegrĂŒndung der Jury
Die Jury zeichnet den Artikel "Ensuring News Quality in Platformized News Ecosystems: Shortcomings and Recommendations for an Epistemic Governance" der Kommunikationswissenschaftler Dr. Pascal Schneiders und Prof. Dr. Birgit Stark von der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz aus, der durch seine gesellschaftliche Relevanz besticht: Der Beitrag adressiert zentrale Herausforderungen demokratischer Ăffentlichkeit in einer von Plattformen geprĂ€gten Medienumgebung und zeigt ĂŒberzeugend, wie die Sicherung von NachrichtenqualitĂ€t eng mit den epistemischen Rechten der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger verbunden ist. Insgesamt handelt es sich um eine herausragende, interdisziplinĂ€r anschlussfĂ€hige und politisch hoch relevante Arbeit, die sowohl fĂŒr die wissenschaftliche Diskussion als auch fĂŒr medienpolitische Entscheidungsprozesse wegweisende Impulse liefert.
SWR Intendant Kai Gniffke: "Was macht die QualitÀt von Nachrichten aus? Die Arbeit liefert dazu ein hilfreiches Modell in drei Stufen: Es braucht hochwertige Recherche und Informationen, gute Sichtbarkeit auf Plattformen, um die Menschen zu erreichen und unbedingt ein hohes Maà an VerstÀndlichkeit. Wenn all das zutrifft, können Nachrichten dazu beitragen, dass die Menschen gut informiert sind und so sinnvolle Diskussionen in der Gesellschaft stattfinden."
Die Rektorin der UniversitĂ€t TĂŒbingen, Professorin Karla Pollmann sagt: "Die QualitĂ€t öffentlich zugĂ€nglicher Information definiert die Substanz unserer demokratischen Kultur. Forschung wie die von Pascal Schneiders und Birgit Stark verbindet analytische SchĂ€rfe mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein fĂŒr die Gesellschaft. Sie zeigt, dass wir die Gestaltung digitaler Ăffentlichkeiten nicht allein technologischen Dynamiken ĂŒberlassen dĂŒrfen, sondern sie aktiv und gemeinsam im Sinne von ethischer Transparenz, Vielfalt und VerlĂ€sslichkeit weiterentwickeln mĂŒssen."
Ăber den Autor und die Autorin
Dr. Pascal Schneiders ist Wissenschaftler am Department of Communication der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Plattformisierung, NachrichtenqualitĂ€t und Medienpolitik im digitalen Wandel. Schneiders arbeitet insbesondere an Fragen epistemischer Governance und demokratischer Ăffentlichkeit. Im November 2024 promovierte er am Institut fĂŒr Publizistik an der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz zum Thema Plattformisierung des Nachrichtenökosystems.
Dr. Birgit Stark ist Professorin fĂŒr Kommunikationswissenschaft an der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz. Ihr Fokus liegt auf Mediennutzung, digitale Ăffentlichkeit und Regulierung von Plattformen. Sie hat eine langjĂ€hrige Expertise in empirischer Kommunikationsforschung und Medienpolitikberatung.
Hintergrund: Der Hans Bausch Mediapreis des SWR
Die gemeinnĂŒtzige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Dies wird durch die Verleihung des gleichnamigen Mediapreises in Höhe von 5.000 Euro verwirklicht, der einmal jĂ€hrlich fĂŒr eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum verliehen wird. Bei der Verleihung des Preises kooperiert der SWR eng mit dem Institut fĂŒr Medienwissenschaft der UniversitĂ€t TĂŒbingen.
Fachjury aus Medienpraxis und -forschung
Mitglieder des Vorstandes der Stiftung sowie der personenidentischen Jury sind:
Pressekontakt:
Stefanie Zenke, SĂŒdwestrundfunk, Unternehmenssprecherin Telefon +49 711 929-11030 kommunikation@SWR.de
Christfried Dornis, UniversitĂ€t TĂŒbingen, Leiter Stabsstelle Hochschulkommunikation, Telefon +49 7071 29-76788, presse@uni-tuebingen.de
Original-Content von: SWR - SĂŒdwestrundfunk ĂŒbermittelt durch news aktuell
