Nach Aufdeckung von TierquĂ€lerei: GeflĂŒgelbetrieb entlĂ€sst Mitarbeitende, Hauptabnehmer REWE beendet Zusammenarbeit und Initiative Tierwohl entzieht Siegel
13.12.2023 - 10:30:42Besonders schockierend war fĂŒr die Ermittler, mit welcher SelbstverstĂ€ndlichkeit HĂŒhner misshandelt wurden und sich ĂŒber Vorschriften einfach hinweggesetzt worden ist. So sagen Mitarbeitende beim Töten von Tieren den Ermittlern: "Das hast Du jetzt nicht gesehen" oder: "Das darf man so nicht machen, aber es ist einfacher so". Auch bei der Verarbeitung von Medikamenten wie Antibiotika setzten sich die Mitarbeitenden der GeflĂŒgelfirma ĂŒber gesetzliche Vorgaben einfach hinweg, obwohl sie genau wissen, dass es verboten ist. So sagt eine Mitarbeiterin: "Das darf ich eigentlich nicht". Noch absurder wurde bei den tĂ€glichen KontrollgĂ€ngen geschummelt. Hier wurde der Ermittler angehalten "einfach zu unterschreiben", auch wenn er keine Kontrolle durchgefĂŒhrt hat (etwa aus ZeitgrĂŒnden). Damit niemand Verdacht schöpft, dass er eventuell keine Kontrolle durchgefĂŒhrt hat, solle er einfach notieren, dass er ein totes Tier gefunden habe. "Solch einen Einblick gab es noch nie", sagt Peifer.
Insbesondere die Aussagen der Mitarbeitenden in Bezug auf anstehende Kontrollen durch die "Initiative Tierwohl", QS oder dem zustĂ€ndigen VeterinĂ€ramt lassen den Schluss zu, dass der Betrieb genau weiĂ, wann eine Kontrolle ansteht. So sagt eine Mitarbeiterin dem Ermittler;: "Wir mĂŒssen dann immer alles schön machen" und eine andere Person sagt in Bezug auf QS: "Die melden sich vorher immer an". "Angemeldete Kontrollen kann man sich natĂŒrlich sparen, hinzukommt, dass natĂŒrlich kein Mensch ein Tier brutal quĂ€lt, wenn gerade eine Kontrolle durchgefĂŒhrt wird", so Peifer und ergĂ€nzt: "Solche Kontrollen sind einfach nutzlos".
Nachdem ANINOVA das Bildmaterial veröffentlich hat, hat der Hauptabnehmer des Fleisches, die Supermarktkette REWE, reagiert und die Zusammenarbeit mit dem Betrieb beendet, ebenso Penny. Die "Initiative Tierwohl" hat der Firma das Siegel entzogen. Zudem wurde der Betrieb offenbar im QS System gesperrt. Auch die Firma Astenhof hat reagiert und in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass die Personen, die sie in dem Videomaterial zuordnen konnten, gekĂŒndigt wurden. "Ich halte dies fĂŒr einen ersten Schritt, aber es löst das Problem nicht, denn solange Tiere gemĂ€stet werden, solange wird es TierquĂ€lerei geben", so Peifer und empfehlt den Menschen die vegane Lebensweise.
ANINOVA kĂŒndigt fĂŒr die nĂ€chsten Tage die Veröffentlichung von weiterem Bildmaterial aus dem Betrieb an. "Die TierquĂ€lerei ist nicht von wenigen einzelnen Personen begangen worden", so Peifer abschlieĂend.
Das vollstĂ€ndige Videomaterial und alle Dokumente wurden im Sommer den zustĂ€ndigen Behörden ĂŒbergeben. So ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera bereits (AZ 754 UJs 17614/23).
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Unsere Pressemitteilung vom 12.12.203.
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