Silvester, Schweiz

Inferno bei Silvesterparty: Dutzende Tote in der Schweiz

01.01.2026 - 12:53:07

Im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana endet eine Silvesterparty im Inferno. Viele Fragen sind offen, etwa, ob AuslÀnder unter den Opfern sind. In einer Sache sind sich die Behörden gleich sicher.

  • Das Gebiet um die Bar bleibt weitrĂ€umig abgesperrt. - Foto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

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  • Einwohner und Besucher von Crans-Montana stehen unter Schock. - Foto: Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa

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Das Gebiet um die Bar bleibt weitrÀumig abgesperrt. - Foto: Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpaEinwohner und Besucher von Crans-Montana stehen unter Schock. - Foto: Police Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuer-Tragödie mit Dutzenden Toten geendet. Das UnglĂŒck in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern ErschĂŒtterung aus. «Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum», sagte der PrĂ€sident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar «Le Constellation» sind nach Angaben der Polizei zudem rund 100 Menschen grĂ¶ĂŸtenteils schwer verletzt worden.

Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und ĂŒber Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Es sei sehr wahrscheinlich, dass unter den Opfern auslĂ€ndische GĂ€ste seien, so die Polizei. Ob Deutsche betroffen sind, war zunĂ€chst unklar. Die Ermittler gehen von einem UnglĂŒck aus. «Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden,» sagte GeneralstaatsanwĂ€ltin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz.

Touristen unter Schock

Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: «Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert», sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. «Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum GlĂŒck nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren.» 

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein MitgefĂŒhl aus. «Ich bin zutiefst erschĂŒttert ĂŒber den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht», schrieb er auf X. Der Schweizer BundesprĂ€sident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestĂŒrzt: «Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darĂŒber hinaus erfasst hat», schrieb er auf X.

Verpuffung erst nach dem Brand

Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, FrĂ©dĂ©ric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hĂ€tten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der fĂŒr Sicherheit zustĂ€ndige Staatsrat im Kanton Wallis, StĂ©phane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. 

«Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich ĂŒberhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an», sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das GebĂ€ude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschĂ€digt worden. Die Polizei hat das GelĂ€nde rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weitrĂ€umig abgesperrt.

Die Polizei hat eine Telefonauskunft fĂŒr Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen. 

Viele offene Fragen

Zur Brandursache konnte StaatsanwĂ€ltin Pilloud zunĂ€chst keine Angaben machen. Ebenso Ă€ußert sie sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar ĂŒber die korrekten NotausgĂ€nge verfĂŒgte und ob diese auch funktionierten.

Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende KrankenhÀuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am UniversitÀtsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber. 

Der Alarm ging bei der Polizei gegen 1.30 Uhr ein. In der Bar feierten noch zahlreiche Besucher der Silvesterparty in das neue Jahr. Die EinsatzkrĂ€fte seien innerhalb von Minuten vor Ort gewesen, so die Behörden. Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte unter anderem auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe. 

Der Nobel-Skiort

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondĂ€ner Ferienort mit vielen Prominenten. BerĂŒhmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar und Anfang Februar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der GĂ€ste aus dem Ausland. Der nĂ€chste große Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer.

@ dpa.de

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