Inferno bei Silvesterparty: Dutzende Tote in der Schweiz
01.01.2026 - 12:53:07Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuer-Tragödie mit Dutzenden Toten geendet. Das UnglĂŒck in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern ErschĂŒtterung aus. «Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum», sagte der PrĂ€sident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar «Le Constellation» sind nach Angaben der Polizei zudem rund 100 Menschen gröĂtenteils schwer verletzt worden.
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und ĂŒber Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Es sei sehr wahrscheinlich, dass unter den Opfern auslĂ€ndische GĂ€ste seien, so die Polizei. Ob Deutsche betroffen sind, war zunĂ€chst unklar. Die Ermittler gehen von einem UnglĂŒck aus. «Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden,» sagte GeneralstaatsanwĂ€ltin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz.
Touristen unter Schock
Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: «Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert», sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. «Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum GlĂŒck nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren.»Â
Der deutsche AuĂenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein MitgefĂŒhl aus. «Ich bin zutiefst erschĂŒttert ĂŒber den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht», schrieb er auf X. Der Schweizer BundesprĂ€sident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestĂŒrzt: «Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darĂŒber hinaus erfasst hat», schrieb er auf X.
Verpuffung erst nach dem Brand
Die Ermittler schlieĂen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, FrĂ©dĂ©ric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hĂ€tten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der fĂŒr Sicherheit zustĂ€ndige Staatsrat im Kanton Wallis, StĂ©phane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.Â
«Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich ĂŒberhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an», sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das GebĂ€ude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschĂ€digt worden. Die Polizei hat das GelĂ€nde rund um die Bar auf der HauptstraĂe des Ortes weitrĂ€umig abgesperrt.
Die Polizei hat eine Telefonauskunft fĂŒr Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen.Â
Viele offene Fragen
Zur Brandursache konnte StaatsanwĂ€ltin Pilloud zunĂ€chst keine Angaben machen. Ebenso Ă€uĂert sie sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar ĂŒber die korrekten NotausgĂ€nge verfĂŒgte und ob diese auch funktionierten.
Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende KrankenhĂ€user gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am UniversitĂ€tsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.Â
Der Alarm ging bei der Polizei gegen 1.30 Uhr ein. In der Bar feierten noch zahlreiche Besucher der Silvesterparty in das neue Jahr. Die EinsatzkrĂ€fte seien innerhalb von Minuten vor Ort gewesen, so die Behörden. Angesichts des AusmaĂes der Tragödie eilte unter anderem auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.Â
Der Nobel-Skiort
Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondĂ€ner Ferienort mit vielen Prominenten. BerĂŒhmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein groĂes Skigebiet. Ende Januar und Anfang Februar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.
Ăber die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Ăbernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der GĂ€ste aus dem Ausland. Der nĂ€chste groĂe Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer.
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