Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Mann droht in ICE mit Anschlag – politisches Motiv?

Veröffentlicht am: 03.04.2026 um 14:34 Uhr | dpa.de

In einem Zug in Nordrhein-Westfalen kommt es zu einem Zwischenfall. Ein junger Mann droht mit einem Anschlag und zĂŒndet Sprengvorrichtungen. Der Staatsschutz sucht nach einem Motiv.

  • Der 20-JĂ€hrige kam in Polizeigewahrsam. - Bild: Roberto Pfeil/dpa
    Der 20-JĂ€hrige kam in Polizeigewahrsam. - Bild: Roberto Pfeil/dpa
  • Die Ermittlungen zum Motiv des Mannes laufen. - Bild: Roberto Pfeil/dpa
    Die Ermittlungen zum Motiv des Mannes laufen. - Bild: Roberto Pfeil/dpa
Der 20-JĂ€hrige kam in Polizeigewahrsam. - Bild: Roberto Pfeil/dpa Die Ermittlungen zum Motiv des Mannes laufen. - Bild: Roberto Pfeil/dpa

Schock im abendlichen Reiseverkehr: In einem ICE in Nordrhein-Westfalen droht ein junger Mann laut Polizei mit einem Anschlag und zĂŒndet zwei Sprengvorrichtungen. Mindestens zwölf Menschen werden bei dem Vorfall kurz vor dem langen Osterwochenende leicht verletzt. Am Tag danach schließen die Ermittler ein politisches Motiv nicht aus. 

«Aufgrund der vorgefundenen Beweismittel und der bisherigen Erkenntnisse ĂŒber die Person kann das derzeit nicht ausgeschlossen werden», sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft DĂŒsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. NĂ€here Angaben zu dem VerdĂ€chtigen und den Beweismitteln könne sie noch nicht machen.

Bundespolizisten hatten am Donnerstagabend am Siegburger Bahnhof einen 20-jĂ€hrigen Deutschen festgenommen. Er soll in dem ICE von Aachen nach Frankfurt zunĂ€chst die entzĂŒndeten GegenstĂ€nde geworfen und sich dann auf die Zugtoilette zurĂŒckgezogen haben. Andere FahrgĂ€ste setzten ihn dort fest, bis die EinsatzkrĂ€fte hinzukamen. Der Zug wurde gerĂ€umt.

In einer Mitteilung der Polizei hieß es, dass ein Mensch vermutlich ein Knalltrauma erlitten habe. Er wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit spĂ€ter aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach in der Nacht auch von «leichten, oberflĂ€chlichen Hautverletzungen» bei Betroffenen. Die meisten der rund 180 FahrgĂ€ste kamen aber mit dem Schrecken davon. 

GezĂŒndete GegenstĂ€nde werden untersucht

Die Generalstaatsanwaltschaft in DĂŒsseldorf und der Staatsschutz der Bonner Polizei ermitteln unter anderem wegen des Verdachts der gefĂ€hrlichen Körperverletzung sowie VerstĂ¶ĂŸen gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz, hieß es in einer Mitteilung der Behörden. Derzeit wĂŒrden die Spuren vom Tatort sowie die gezĂŒndeten GegenstĂ€nde weiter untersucht. Nach aktuellen Erkenntnissen handele es sich um Sprengvorrichtungen. Weitere Details dazu nannten die Ermittler auf Nachfrage zunĂ€chst nicht. 

«Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche SchĂŒsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet», hatte eine Bahn-Sprecherin in der Nacht gesagt. SpĂ€ter stellte sich heraus, dass die entzĂŒndeten GegenstĂ€nde die KnallgerĂ€usche ausgelöst hatten. Die Polizei hatte zunĂ€chst von Pyrotechnik gesprochen, die Bundespolizei von sogenannten Softair-Böllern. 

Zwei Messer gefunden

Die HintergrĂŒnde der Tat blieben zunĂ€chst unklar. Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Bei seiner Durchsuchung fanden die EinsatzkrĂ€fte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkĂ€ufliche Rauchkörper. Der 20-JĂ€hrige aus Aachen blieb am Freitag zunĂ€chst im Polizeigewahrsam.

Viele der FahrgĂ€ste waren den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen am Abend mit Koffern auf dem Bahnsteig in Siegburg. Die Passagiere seien in einer nahegelegenen Turnhalle von der Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut worden, hieß es. Der Zug und das Bahngleis seien untersucht und spĂ€ter wieder freigegeben worden. Der Zugverkehr in der Region war vorĂŒbergehend eingeschrĂ€nkt.

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