Industriegeschichten. Reportagen aus Museen, die keine waren / Sonderausstellung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein
29.11.2024 - 17:39:12Zuvor Betriebshandwerker oder Ingenieurin, nun in einem Museum tĂ€tig: Kein ungewöhnlicher Lebenslauf fĂŒr diejenigen, die in sĂ€chsischen Industriebetrieben gearbeitet haben. Mit dem Ende der DDR verloren sie ihren Arbeitsplatz und fanden spĂ€ter doch wieder dorthin zurĂŒck - allerdings in verĂ€nderter Funktion. Wie die betroffenen Menschen diesen Wandel wahrgenommen und mitgestaltet haben, das haben Fotograf David Brandt und Kulturmanagerin Cornelia Munzinger-Brandt mithilfe von Fotos, Interviews und Filmmaterial festgehalten. In der Sonderausstellung "Industriegeschichten. Reportagen aus Museen, die keine waren" können Besucherinnen und Besucher in die persönlichen ErzĂ€hlungen dieser Menschen eintauchen. "Die Aufnahmen spiegeln eindrucksvoll eine Zeit der Deindustrialisierung in groĂem Stil und das Bild einer Gesellschaft im Umbruch wider. Ein Prozess, mit dem wir auf Zollverein und im ganzen Ruhrgebiet bestens vertraut sind, der hier aber ganz anders verlaufen ist. Daher freue ich mich sehr, dass Besucherinnen und Besucher ihre eigenen Erfahrungen zum Strukturwandel mit denen der Menschen aus Sachsen bei uns auf Zollverein vergleichen können", sagt Prof. Heinrich Theodor GrĂŒtter, Vorstandsmitglied der Stiftung Zollverein sowie Direktor des Ruhr Museums. Auf der 24-Meter-Ebene der KohlenwĂ€sche ist die Ausstellung fĂŒr alle Interessierten von Montag, 2. Dezember 2024, bis Sonntag, 6. April 2025, frei zugĂ€nglich.
Von Dresden nach Essen
Zuvor war die Fotoausstellung "Industriegeschichten. Reportagen aus Museen, die keine waren" in den Technischen Sammlungen in Dresden zu sehen. Ăber die HintergrĂŒnde des Projekts sagt Fotograf David Brandt: "Die Idee zur Fotofilmserie kam uns, als Cornelia Munzinger-Brandt und ich sĂ€chsische Industriemuseen besuchten und uns auffiel, dass wir von Personen gefĂŒhrt wurden, die mehr wussten, die persönlicher und emotionaler erzĂ€hlten, als ĂŒblicherweise. Dieses 'Mehr' rĂŒhrte daher, dass sie die Maschinen ĂŒber die sie im Museum sprachen und vorfĂŒhrten, bis zur Wende an ihren ArbeitsplĂ€tzen bedient hatten." So entstand im Jahr 2014 der erste Film im Technischen Museum der Bandweberei in GroĂröhrsdorf; heute umfasst die Fotofilmserie 20 Filme und 25 persönliche PortrĂ€ts. "Die Bereitschaft zur Transformation und die herzliche Menschlichkeit haben sich auf die positive Entwicklung des Ruhrgebiets ausgewirkt. Das UNESCO-Welterbe Zollverein steht symbolisch fĂŒr den Wandel einer ganzen Region und als Sinnbild fĂŒr die Faszination, die von ihrer Industriegeschichte ausgeht. Wo, wenn nicht hier, sollten andere Menschen von ihren Erfahrungen zum Strukturwandel erzĂ€hlen?", sagt Timo Hauge, Teamleitung Industriekultur des Referats fĂŒr Kultur, Sport und Industriekultur beim Regionalverband Ruhr (RVR).
Es findet ein Begleitprogramm zur Ausstellung statt, u.a. mit Podiumsdiskussionen am 25. Februar und 25. MĂ€rz 2025. Mehr Informationen zu dem Projekt unter industriegeschichten.de
Ăber die Stiftung Zollverein
Die Stiftung Zollverein hat den Auftrag, das UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen zu bewahren und zu entwickeln und ist EigentĂŒmerin der ĂŒbertĂ€gigen GebĂ€ude und Anlagen. Die "schönste Zeche der Welt" gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe. Seitdem werden Zeche und Kokerei Zollverein als identitĂ€tsstiftendes Denkmal bewahrt und mit musealen Angeboten, Konzerten und Veranstaltungen kulturell bespielt. Mit rund 1,7 Mio. Besucher:innen jĂ€hrlich ist Zollverein die gröĂte Touristenattraktion im Ruhrgebiet und mit zahlreichen Unternehmen aus der Kreativ- und Innovationswirtschaft ein wachsender Wirtschaftsstandort. www.zollverein.de
Pressekontakt:
Markus PlieĂnig
Tel.: +49 201 24681-120
Mobil: +49 173 399 48 72
E-Mail: [email protected]
Original-Content von: Stiftung Zollverein ĂŒbermittelt durch news aktuell


