Janosch, Oh wie schön ist Panama

Janosch stirbt mit 95 Jahren auf Teneriffa

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 10:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der als Horst Eckert geborene Künstler starb am Dienstag auf Teneriffa. Mit mehr als 150 Büchern und Figuren wie Tiger, Bär und Tigerente prägte er Generationen.

Janoschs Werk und Lebensstationen

  • Janosch wurde 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen Zabrze geboren.
  • Sein Durchbruch gelang 1978 mit „Oh wie schön ist Panama“.
  • Der Künstler lebte zuletzt mit seiner Frau Ines auf Teneriffa.
  • Mit Werken wie «Oh wie schön ist Panama» hat Janosch die Herzen seines Publikums erobert. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
  • Janosch hat berühmte Kinderbuchfiguren geschaffen wie die Tigerente. (Archivbild) - Bild: Angelika Warmuth/dpa
  • Der Künstler zog nach Jahren in Deutschland auf die Kanaren, um dort ein bescheidenes, ruhiges Leben zu führen. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
Mit Werken wie «Oh wie schön ist Panama» hat Janosch die Herzen seines Publikums erobert. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa Janosch hat berühmte Kinderbuchfiguren geschaffen wie die Tigerente. (Archivbild) - Bild: Angelika Warmuth/dpa Der Künstler zog nach Jahren in Deutschland auf die Kanaren, um dort ein bescheidenes, ruhiges Leben zu führen. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa

Janosch stirbt mit 95 Jahren auf Teneriffa

Der Schriftsteller und Maler Janosch ist am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben. Das teilte sein Tübinger Verleger Bernhard Feil im Auftrag der Frau des Künstlers mit.

Janosch, der eigentlich Horst Eckert hieß, wurde mit Geschichten über Tiger, Bär und die Tigerente weltberühmt.

Mehr als 150 Bücher geschrieben

Kinder und Erwachsene liebten seine fröhlichen und zugleich verschrobenen Werke. Janosch verfasste mehr als 150 Bücher; teilweise ist von rund 300 Werken die Rede.

Seine Bücher wurden in rund 40 Sprachen übersetzt. Die Gesamtauflage erreichte Millionenhöhe.

Durchbruch mit Panama

Den entscheidenden Durchbruch brachte 1978 das Kinderbuch „Oh wie schön ist Panama“. Tiger, Bär und Tigerente wurden zu bekannten Figuren und erschienen bald auch auf Produkten wie Schnullern, Socken, Brotzeitboxen und Fahrrädern.

Die Vermarktung der Figuren stärkte zugleich den Absatz der Bücher. Die Urheberrechte übernahm die Janosch Film & Medien AG.

Vom schwierigen Anfang zum Welterfolg

Janoschs Weg zum Erfolg begann mühsam. Die Kunstakademie in München nahm ihn nicht auf, und sein erstes Werk „Die Geschichte vom Pferd Valek“ blieb zunächst ohne Erfolg.

Später schrieb und illustrierte er auch für Erwachsene. In „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“ verarbeitete er Erfahrungen aus seiner Kindheit im oberschlesischen Zabrze, wo er 1931 geboren wurde.

Ein einfaches Leben auf den Kanaren

Nach Jahren in Deutschland zog Janosch auf die Kanaren. Auf Teneriffa lebte er mit seiner Frau Ines zurückgezogen und widmete sich einem einfachen Alltag mit Garten, Essen und Wein.

Seine Kinderbücher entwarfen eine friedliche Welt, in der Freundschaft und gegenseitige Hilfe zählen. Das Paradies, das Tiger und Bär suchen, finden sie am Ende im eigenen Zuhause am Fluss.

Janosch gehörte zu den prägenden deutschsprachigen Kinderbuchautoren des 20. und 21. Jahrhunderts. Seine Figuren Tiger, Bär und Tigerente stehen für eine Bild- und Erzählwelt, in der Freundschaft, gegenseitige Hilfe und die Suche nach einem einfachen Glück den Mittelpunkt bilden.

Der Erfolg von „Oh wie schön ist Panama“ ging weit über den Buchmarkt hinaus. Die millionenfach verbreiteten Geschichten wurden in zahlreiche Sprachen übertragen und durch Lizenzen, Verfilmungen und Alltagsprodukte einem Publikum zugänglich, das weit über die ursprüngliche Zielgruppe hinausreichte. Dadurch wurde Janosch zu einer festen Größe der deutschen Kinderkultur.

Zwischen Kinderwelt und Lebensgeschichte

Sein Werk bezog seine besondere Wirkung auch aus dem Kontrast zwischen der heiteren Oberfläche und den biografisch dunklen Erfahrungen des Autors. Janosch beschrieb in Texten für Erwachsene eine von Gewalt, Angst, strenger Erziehung und Krieg geprägte Kindheit. Die freundlichen, widerständigen Figuren seiner Kinderbücher lassen sich vor diesem Hintergrund als literarische Gegenwelt lesen.

Für Leserinnen und Leser bleibt sein Vermächtnis deshalb doppeldeutig: Die Geschichten sind zugänglich und humorvoll, behandeln aber zugleich Einsamkeit, soziale Kälte und die Sehnsucht nach Geborgenheit. Mit Janoschs Tod endet ein Künstlerleben, dessen Figuren im Buchhandel, in Schulen, Bibliotheken und Familien weiterhin präsent sind.

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