Jean, Asselborn

Jean Asselborn: Netanjahu plant Vertreibung der PalĂ€stinenser und ein Groß-Israel

28.05.2025 - 16:18:50

Berlin, 28. Mai 2025 - Der frĂŒhere luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat die europĂ€ischen Staaten und vor allem Deutschland darin bestĂ€rkt, sich Gedanken darĂŒber zu machen, ob angesichts der aktuellen Entwicklungen Waffenlieferungen an Israel noch möglich sind. In der Vergangenheit seien diese Waffen von Israel zur Verteidigung genutzt worden. „Wir sind jetzt in einem anderen Film. Israel greift an, und man weiß nicht, was das Ziel dieser Angriffe ist“, erklĂ€rte Asselborn beim WDR Europaforum auf der re:publica in Berlin. Er verstehe, dass die Existenz und Sicherheit Israels deutsche StaatsrĂ€son sei, „aber man darf nicht dulden, was jetzt in Israel geschieht“. Der israelische Premier Netanjahu verfolge offenbar einen Plan. „Er will die Menschen aus Gaza herausbekommen. Er will auch Ost-Jerusalem und die Westbank besitzen als Groß-Israel. Das ist etwas, was die Welt nicht dulden kann“, so der frĂŒhere luxemburgische Außenminister. Die Region benötige als Ausweg eine Zwei-Staaten-Lösung. „Solange PalĂ€stina keinen Staat hat, wird Israel keine Ruhe haben.“

"Amerika hat die Seiten gewechselt"

Skeptisch Ă€ußerte sich Asselborn ĂŒber das VerhĂ€ltnis von Europa mit den USA. „Amerika hat die Seiten gewechselt, Amerika ist nicht mehr auf unserer Seite“, fĂŒhrte der Luxemburger Politiker die Abstimmungen bei den Vereinten Nationen an, wo die USA mit Weißrussland, Russland und Nordkorea votiert hĂ€tten. Der amerikanische PrĂ€sident halte sich aktuell weder an nationales noch an internationales Recht und greife die Gewaltenteilung an. „Wir als EuropĂ€er haben sehr oft auf Amerika geschaut als eine Referenz von Demokratie und von Liberalismus. Das alles ist weg“, so Asselborn, der hinzufĂŒgte: „Trump könnte PrĂ€sident von einem Golf-Verein in Mar-a-lago sein, aber nicht PrĂ€sident von dem grĂ¶ĂŸten Land der Welt.“ Besorgt mĂŒsse man sein, dass sich Trump bislang noch nicht positiv zur Beistandspflicht der NATO geĂ€ußert habe. Und lĂ€ngst hĂ€tte der US-PrĂ€sident deutlich machen mĂŒssen, dass der russische PrĂ€sident Putin in der Ukraine alle roten Linien ĂŒberschritten habe. „Wir dĂŒrfen nicht mĂŒde werden, Trump zu sagen, dass es nicht zwei Seiten gibt, die im Krieg sind, sondern dass es einen Angreifer und ein sehr tapferes Opfer gibt.“

Europa mĂŒsse aus den aktuellen Entwicklungen die richtigen SchlĂŒsse ziehen und enger zusammenrĂŒcken, vor allem aber auch die eigenen Werte verteidigen. Dabei schlug Asselborn gegenĂŒber dem ungarischen MinisterprĂ€sidenten Viktor Orban deutliche Töne an. „Wir dĂŒrfen nicht noch 15 Jahre diesen Illiberalismus von Orban mitschleppen, sonst orbanisieren wir die EuropĂ€ische Union."

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