Kalle Pohl übersteht Krebs und schreibt neues Buch
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 13:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPohls Weg von der Bühne zum Schreiben
- Kalle Pohl begann 1980 mit einem abendfüllenden Soloprogramm und fand später seinen Platz in der Komik.
- Bei „7 Tage, 7 Köpfe“ trat er unter anderem mit Rudi Carrell, Mike Krüger und Gaby Köster auf.
- Nach dem Ende der Sendung im Jahr 2005 spielte er weiter Theater und Soloprogramme, bevor er sich vom Tourleben zurückzog.
Kalle Pohl blickt auf Krebs und Karriere zurück
Der Komiker Kalle Pohl hat eine Krebserkrankung überstanden und spricht mit 75 Jahren über die Bedeutung von Humor in seinem Leben. Bekannt wurde er unter anderem durch die Fernsehsendung „7 Tage, 7 Köpfe“, in der er häufig wegen seiner Körpergröße aufgezogen wurde.
Diagnose und Therapie
Pohl erkrankte an einem Non-Hodgkin-Lymphom, einer Form von Lymphdrüsenkrebs. Anfang August 2023 begann seine Chemotherapie; nach zwei Monaten sei er körperlich so erschöpft gewesen, dass er kaum aus dem Bett gekommen sei.
Eine Nachbarin unterstützte ihn in dieser Zeit, ging mit seinem Hund spazieren und kochte für ihn. Nach der Behandlung teilte ihm ein Arzt mit, der Krebs sei verschwunden. Müdigkeit und Schlappheit seien jedoch geblieben.
Viele Berufe vor der Bühne
Vor seiner Laufbahn als Komiker absolvierte Pohl unter anderem eine Kochlehre und eine Ausbildung in einer Lumpenfabrik. Später arbeitete er als Polizist und Briefträger und studierte Musik.
1980 spielte er sein erstes abendfüllendes Soloprogramm. Mitte der 1990er Jahre holte Rudi Carrell ihn zu „7 Tage, 7 Köpfe“, wo Pohl gemeinsam mit Mike Krüger, Gaby Köster und Carrell auftrat. Die Sendung war erfolgreich und endete 2005.
Neuer Anfang als Schriftsteller
Nach weiteren Soloprogrammen und Theaterauftritten zog sich Pohl vom Tourleben zurück. In seinem Buch „Wenn es ernst wird, bleib ich Komiker“ verarbeitet er seine wechselvolle Biografie und die Krebserkrankung.
Nun will er längere humorvolle Texte schreiben und eigene Figuren entwickeln. Das sei für ihn Neuland, zugleich aber etwas Wunderbares.
Kalle Pohls Geschichte verbindet zwei Ebenen: die öffentliche Karriere als Komiker und eine Biografie, die von wiederholten beruflichen Neuanfängen geprägt ist. Der Wechsel zwischen Kochlehre, Polizei, Post, Musikstudium und Bühne zeigt, wie stark berufliche Lebensläufe auch nach Jahrzehnten noch von Brüchen bestimmt sein können.
Seine Krebserkrankung macht zugleich sichtbar, wie belastend eine intensive Therapie im Alltag sein kann. Pohl beschreibt nicht nur die medizinische Behandlung, sondern auch die praktischen Folgen: extreme Erschöpfung, eingeschränkte Beweglichkeit und die Bedeutung nachbarschaftlicher Hilfe für einen allein lebenden Menschen.
Humor als Umgang mit Krisen
Humor ersetzt dabei keine Behandlung, kann aber eine persönliche Bewältigungsstrategie sein. Für Pohl wird er zum verbindenden Motiv zwischen Krankheit, beruflichen Rückschlägen und dem späteren Schreiben. Dass er erneut längere Texte und Figuren entwickeln will, steht für den Versuch, auch im höheren Alter neue Formen der Arbeit zu beginnen.
Seine Fernseherfahrung ordnet sich in eine Zeit ein, in der Comedy-Runden wie „7 Tage, 7 Köpfe“ ein großes Massenpublikum erreichten. Pohls Rückblick zeigt zugleich, dass öffentlicher Erfolg nicht jede persönliche Krise sichtbar macht. Hinter der bekannten Bühnenfigur stehen gesundheitliche Belastungen, Selbstkritik und die Suche nach einem passenden Lebensabschnitt.
