Tierhaltung, Tierschutz

TierquĂ€lerei mit System: Kaninchen aus der grĂ¶ĂŸten Zucht Deutschlands im Asamhof missbraucht - Staatsanwaltschaft Augsburg nimmt Ermittlungen auf

23.10.2025 - 06:15:03 | presseportal.de

Kissing - Die Tierrechtsorganisationen ANINOVA und SOKO Tierschutz kritisieren enormes Tierleid bei zwei Unternehmen, die eng miteinander verbunden sind. Bereits 2022 hatte ANINOVA gravierende MissstĂ€nde bei der Kaninchenzucht von Zimmermann in AbtsgmĂŒnd (Baden-WĂŒrttemberg) aufgedeckt. Zimmermann gilt als die grĂ¶ĂŸte Kaninchenzucht Deutschlands. Damals dokumentierte Bildmaterial tierquĂ€lerische ZustĂ€nde, die zu Verurteilungen zweier Mitarbeitender durch ein Gericht fĂŒhrten.

TierquĂ€lerei mit System: Kaninchen aus der grĂ¶ĂŸten Zucht Deutschlands im
TierquĂ€lerei mit System: Kaninchen aus der grĂ¶ĂŸten Zucht Deutschlands im "Asamhof" missbraucht - Staatsanwaltschaft Augsburg nimmt Ermittlungen auf - Foto: presseportal.de

Um die Wege der Tiere nachvollziehen zu können, folgte damals ein Recherche-Team einem Transport direkt vom GelĂ€nde der Zuchtanlage in AbtsgmĂŒnd. Der Transporter brachte Kaninchen unter anderem zum GelĂ€nde des "Asamhof" nach Kissing (Bayern). Damit konnte erstmals der enge Zusammenhang zwischen der industriellen Kaninchenzucht von Zimmermann und dem "Asamhof" belegt werden. Ob dieser Zusammenhang auch heute noch besteht, ist unklar. ANINOVA hat sowohl Zimmermann als auch den "Asamhof" Kissing/Josef Asam um eine Stellungnahme gebeten, jedoch keine Antwort erhalten.

Ebenso unklar ist im Übrigen, an wen die Kaninchen tatsĂ€chlich geliefert wurden - an Herrn Josef Asam, der im Internet als "Asamhof Kissing" auftritt, an die Asamhof GbR oder an die Josef Asam GmbH, die laut Handelsregister ein Labor betreibt. Denn alle befinden sich unter derselben Adresse.

Die aktuellen Bildaufnahmen, die von SOKO Tierschutz erstellt und veröffentlicht wurden, zeigen nun, welch qualvolles Schicksal die Tiere vom "Asamhof" erwartet. Sie werden in großer Zahl fĂŒr Tierversuche missbraucht. Den Tieren wird nach mehreren Immunisierungen das gesamte Blut abgenommen und die Tierkörper danach entsorgt. Zudem leiden sie unter Wunden, Infektionen und massivem Stress. Vorher vegetieren sie in engen KĂ€figen - ein Leben voller Leid. ANINOVA hat den "Asamhof" Kissing/Josef Asam zu den dokumentierten Haltungsbedingungen um eine Stellungnahme gebeten, jedoch keine Antwort erhalten.

Welches Asamhof-Unternehmen damit letztlich verantwortlich ist, ist bislang nicht eindeutig geklÀrt. Fest steht jedoch, dass der Arbeitsvertrag des SOKO-Tierschutz-Ermittlers, der den Skandal ans Tageslicht brachte, mit der Asamhof GbR geschlossen wurde.

Besonders brisant: Sowohl Zimmermann damals als auch der "Asamhof" heute lieferten an große Konzerne. Zimmermann belieferte Siemens Healthineers mit Kaninchen, wĂ€hrend der "Asamhof" Blut sowohl an Siemens Healthineers als auch an den Schweizer Pharmakonzern Neovii verkaufte. Damit wird deutlich, dass sowohl Zimmermann als auch der "Asamhof" direkt in die Lieferketten von Siemens Healthineers und Neovii eingebunden waren bzw. sind.

"Die Verbindung zwischen den beiden Betrieben zeigt ein System der Ausbeutung: von der Zucht in AbtsgmĂŒnd bis zum qualvollen Einsatz im 'Asamhof'. Beide Seiten profitieren, wĂ€hrend die Tiere unter grausamen Bedingungen leben und sterben", so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Friedrich MĂŒlln von SOKO Tierschutz ergĂ€nzt: "Was am Asamhof passiert, macht sprachlos. Kaninchen werden wie Maschinen gebraucht - ohne RĂŒcksicht, gewaltsam bis in den Tod."

Die Staatsanwaltschaft Augsburg bestÀtigte auf Anfrage, dass eine Anzeige vorliegt und dass die Ermittlungen aufgenommen worden sind. Ob sich die Anzeige gegen den Betreiber eines der Asamhof-Unternehmen oder gegen Mitarbeitende richtet, teilte die Behörde nicht mit.

Die Organisationen fordern ein konsequentes Einschreiten der zustĂ€ndigen Behörden und ein sofortiges Ende dieser tierquĂ€lerischen Praktiken. Wer Tierleid wirksam beenden möchte, entscheidet sich fĂŒr eine vegane Lebensweise.

Weitere Informationen und ein Video hier.

Pressekontakt:

Jan Peifer (Vorstandsvorsitzender ANINOVA e.V.)
Mobil: 0171-4841004
Email: presse@aninova.org

Friedrich MĂŒlln (Vorstandsvorsitzender SOKO Tierschutz e.V.)
Mobil: 015110543834,
Email: presse@soko-tierschutz.org


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