Geschlagen, geworfen, misshandelt - versteckte Kameras filmen TierquÀlerei in Putenmastbetrieb im Kreis Kleve - Betrieb nimmt an der Initiative Tierwohl teil - ANINOVA erstattet Strafanzeige
02.07.2024 - 07:05:01ANINOVA (ehemals Deutsches TierschutzbĂŒro e.V.) ist Bildmaterial aus einer Putenmastanlage in Rees zugespielt worden. Die Aufnahmen sind zwischen Dezember 2023 und Ende April 2024 entstanden und zeigen viele kranke und verletzte Tiere. Konkret wurden BrĂŒche von FlĂŒgelknochen, herausstehende Knochen, Abszesse, Brustblasen, entzĂŒndete und blutige Wunden vorgefunden. Auch Durchfallerkrankungen wurden festgestellt. Eine tierĂ€rztliche Behandlung der erkrankten Tiere erfolgt offenbar nicht. "Die Aufnahmen gleichen einem Horrorfilm: Immer wieder sind zum Teil stark verletzte Puten mit blutenden Wunden zu sehen, denen einfach nicht geholfen wird", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. Statt die Tiere einzeln zu behandeln, wird der gesamte Tierbestand mit Breitband-Antibiotika versorgt. So wurden Amoxicillin und Doxycyclin und das Reserveantibiotikum Colistin vorgefunden. In den dokumentierten NĂ€chten wurde das Trinkwasser fĂŒr die Tiere abgestellt. Ob dieses Vorgehen bewusst erfolgte, ist ANINOVA nicht bekannt.
Die versteckten Aufnahmen zeigen einen brutalen Umgang mit den Puten. So werden Puten, die im Weg stehen, einfach weggetreten oder geschlagen. Mehrfach ist zu sehen, wie Puten geworfen werden, teilweise meterweit. "Ich will mir nicht ausmalen, was das fĂŒr Schmerzen fĂŒr die Tiere sein mĂŒssen", so Peifer. Einige Puten werden dadurch offenbar die FlĂŒgel gebrochen, andere stehen minutenlang nicht auf und liegen regungslos auf dem Boden. Auch der Betreiber selbst wurde dabei gefilmt, wie er kranke Tiere ĂŒber eine Absperrung wirft. Dabei verletzt sich eine Pute. "Das passt so gar nicht zu dem, wie sich der Betreiber gerne in die Ăffentlichkeit prĂ€sentiert, nĂ€mlich als Tierwohl-Landwirt, der mit seinen Tieren kuschelt", kritisiert Peifer. Laut eigener Auskunft nimmt der Landwirt an der "Initiative Tierwohl" teil. Das Fleisch wird im Supermarkt mit der Haltungsstufe 2 verkauft.
Die Auswertung der Bilder zeigt zudem, dass die gesamte Betreuung des Tierbestands sehr kurz ist. Rechnerisch kommt man teilweise auf gerade einmal 0,1 Sekunde pro Tier am Tag, weshalb Verletzungen ĂŒbersehen werden. Vorgeschrieben ist mind. eine Kontrolle des gesamten Tierbestandes pro Tag. "In dem Betrieb erfolgt dies nicht", so Peifer. Die 20.000 Puten mĂŒssen auch in ihren eigenen Exkrementen stehen, was zu EntzĂŒndungen der FuĂballen fĂŒhrt. "Eine Reinigung der Stallung hĂ€tte erfolgen mĂŒssen, damit die Tiere nicht in ihrer eigenen ScheiĂe stehen mĂŒssen", moniert Peifer.
Im April sind bei einem starken Sturm Teile des Stalldaches abgeflogen, seitdem regnet es in den Stall rein. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie Puten in PfĂŒtzen stehen mĂŒssen und klitschnass sind. "Es ist unverantwortlich, Tiere unter solchen Bedingungen zu halten", sagt Peifer.
ANINOVA ist das Bildmaterial Ende Mai zugespielt worden. Nach kurzer Sichtung wurde Anfang Juni das zustÀndigen VeterinÀramt in Kleve informiert. Zudem wurde eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kleve erstattet.
Seit Jahren decken ANINOVA (ehemals Deutsches TierschutzbĂŒro) und andere Tierrechtsorganisationen MissstĂ€nde auf. "Ich kann den Menschen wirklich nur raten, sich vegan zu ernĂ€hren. Anders kann diese TierquĂ€lerei nicht beendet werden", so Peifer abschlieĂend.
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