Forderung nach mehr Schutz: Tödliche Angriffe auf humanitÀre Helfende auf Rekordniveau gestiegen / Jeder Tag könnte der letzte sein
19.08.2024 - 18:54:35Seit Anfang 2023 wurden in 33 LĂ€ndern mindestens 456 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen getötet, wobei das vergangene Jahr das tödlichste darstellt und dieses Jahr mit der gleichen Rate weitergeht. Weitere 472 Helferinnen und Helfer wurden im gleichen Zeitraum verwundet oder entfĂŒhrt.
Allein in Gaza wurden seit Anfang Oktober 2023 mindestens 286 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen - fast ausschlieĂlich PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinenser - getötet. Der Gazastreifen zĂ€hlt derzeit zum tödlichsten Ort der Welt fĂŒr humanitĂ€re Hilfeleistende, da KrankenhĂ€user, Krankenwagen, Schulen, UnterkĂŒnfte, Hilfskonvois, BĂŒros und andere zivile Infrastrukturen angegriffen und zerstört werden.
Auch in anderen LĂ€ndern werden Mitarbeitende humanitĂ€rer Organisationen hĂ€ufig angegriffen, wobei der Sudan und der SĂŒdsudan die nĂ€chsttödlichsten Orte fĂŒr humanitĂ€re Hilfeleistende sind. Im Sudan wurden seit Ausbruch des Krieges im April 2023 mindestens 37 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen getötet, Dutzende von ihnen wurden angegriffen und ĂŒber 120 BĂŒros und LagerhĂ€user von bewaffneten Gruppen geplĂŒndert.
Angriffe auf Mitarbeitende humanitĂ€rer Organisationen verstoĂen gegen Völkerrecht
Angesichts der Rekordzahl von Menschen, die weltweit auf humanitÀre Hilfe angewiesen sind, haben die zunehmenden Angriffe auf Mitarbeitende von Hilfsorganisationen eine katastrophale Wirkung auf die am meisten gefÀhrdeten Menschen der Welt.
Angriffe auf Mitarbeitende humanitĂ€rer Organisationen - und deren RĂ€umlichkeiten und Vermögenswerte - verstoĂen gegen das Völkerrecht. Dennoch werden diese Gesetze zunehmend missachtet und die Angreifenden nicht zur Rechenschaft gezogen.
UN-Resolution 2730 des UN-Sicherheitsrats: VerstĂ€rkter Schutz fĂŒr humanitĂ€re Akteure
Islamic Relief fordert die UN-Mitgliedsstaaten auf, ihre BemĂŒhungen zum Schutz von Mitarbeitenden humanitĂ€rer Organisationen, Vermögenswerten und RĂ€umlichkeiten zu verstĂ€rken - wie in der im Mai dieses Jahres verabschiedeten Resolution 2730 des UN-Sicherheitsrats gefordert - und die TĂ€ter fĂŒr VerstöĂe zur Rechenschaft zu ziehen.
Es muss mehr getan werden, um lokale Mitarbeitende von Hilfsorganisationen zu schĂŒtzen. WĂ€hrend Angriffe auf internationale Mitarbeitende von Hilfsorganisationen - wie die Tötung von Mitarbeitenden der World Central Kitchen in Gaza im April - fĂŒr Schlagzeilen sorgten und weltweit verurteilt wurden, handelt es sich bei den meisten getöteten und angegriffenen Mitarbeitenden von Hilfsorganisationen um nationale Mitarbeitende, die nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit erhalten.
Ein Helfer von Islamic Relief im Gazastreifen, dessen Name zu seinem Schutz nicht genannt wird, sagt: "Wir können jeden Moment die nĂ€chsten Opfer sein. Wir gehen jeden Tag zur Arbeit, lassen unsere Kinder und Familien zurĂŒck und riskieren unser Leben, um gefĂ€hrdeten Menschen beim Ăberleben zu helfen. Wir versuchen unser Bestes, um zu helfen, obwohl das Ăkosystem um uns herum kaum noch funktioniert. Aber jeder Tag könnte der letzte sein."
Anmerkungen fĂŒr Redaktionen
Der Welttag der humanitÀren Hilfe wurde 2009 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen, um die weltweit getöteten humanitÀren Helferinnen und Helfer zu ehren. Er wird jedes Jahr am 19. August begangen, dem Tag, an dem 2003 23 Menschen bei der Bombardierung des UN-Hauptquartiers in Bagdad getötet wurden.
Gemeinsam mit ĂŒber 400 humanitĂ€ren Organisationen aus aller Welt fordert Islamic Relief Deutschland heute in einem offenen Brief den Schutz der Zivilbevölkerung und ihrer humanitĂ€ren Helferinnen und Helfer weltweit: https://ots.de/RIZkb9
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