Bundesweites Modellprojekt Mitmachen verbindet / Analog gegen die Einsamkeit von Kindern und Jugendlichen
14.04.2026 - 11:01:19 | presseportal.de
Laut Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) sind 18 Prozent der 12- bis 17-JĂ€hrigen hĂ€ufig einsam. Wer einsam ist, trĂ€gt ein höheres Risiko fĂŒr Depression und AngstzustĂ€nde, kann ein niedrigeres SelbstwertgefĂŒhl und sogar Suizidgedanken entwickeln. Auch lĂ€nger anhaltender Stress und zu wenig Bewegung können Folgen sein. In dem Projekt können die jungen Menschen analoge Angebote vor allem auĂerhalb von Schule und Elternhaus nutzen.
Laut des jĂŒngsten DJI-Surveys zum "Aufwachsen in Deutschland" fĂŒhlen sich MĂ€dchen hĂ€ufiger einsam als Jungen. Junge Menschen mit Migrationshintergrund, queere junge Menschen, Personen mit Behinderung oder BeeintrĂ€chtigung und Jugendliche in sozial schwĂ€cheren VerhĂ€ltnissen sind besonders betroffen. Dass sich fast die HĂ€lfte der jungen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren in Deutschland (46 Prozent) moderat oder stark einsam fĂŒhlt, hat die Bertelsmann-Stiftung 2024 ermittelt.
Bundesjugendministerin Karin Prien: "Wir wollen Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht nur besser erforschen, sondern ihr auch konkret entgegenwirken - so haben wir es im Koalitionsvertrag vereinbart. Der Malteser Hilfsdienst e. V. setzt mit dem Projekt 'Mitmachen verbindet' genau hier an. Gerade in jungen Jahren sind reale Begegnungen von unschĂ€tzbarem Wert. So lernen Kinder und Jugendliche, auf andere zuzugehen, Vertrauen aufzubauen, Konflikte zu lösen und tragfĂ€hige Beziehungen zu gestalten - Erfahrungen, die digitale Kommunikation nicht ersetzen kann. Wer frĂŒh Gemeinschaft erlebt, gewinnt soziale Sicherheit und emotionale StabilitĂ€t. Analoge Beziehungen lindern Einsamkeit nicht nur unmittelbar, sondern legen auch das Fundament fĂŒr ein Leben in Verbundenheit. Die Erkenntnisse des Projekts werden wichtige Impulse fĂŒr unsere neue Allianz gegen Einsamkeit geben."
Die VizeprĂ€sidentin des Malteser Hilfsdienstes, Clementine Perlitt, sagt: "Wir wollen Kindern und Jugendlichen echte, zwischenmenschliche Gemeinschaft ermöglichen, Momente, in denen sie sich gehört und zugehörig fĂŒhlen. Viele junge Menschen verbringen heute viel Zeit im Digitalen. Doch das ist nur ein Aspekt von Einsamkeit und Isolierungsgefahr. Sie entsteht auch dort, wo finanzielle EngpĂ€sse Teilhabe erschweren, wo Sprachbarrieren bestehen oder wo Kinder aus anderen GrĂŒnden keinen Anschluss finden. Gerade diesen jungen Menschen möchten wir mit dem Projekt 'Mitmachen verbindet' eine BrĂŒcke bauen. Sie sollen unkompliziert Kontakte knĂŒpfen, Gemeinschaft erleben und StĂ€rkung erfahren. Wir wollen Einsamkeit lindern - oder am besten schon verhindern."
An rund 20 Standorten in Deutschland wollen die Malteser lokale Netze zum Beispiel zwischen (Sport-)Vereinen, Jugendgruppen und Jugendeinrichtungen, Kirchen und Kommunen knĂŒpfen. Diese sollen die Kinder und Jugendlichen gezielt ansprechen und zum Mitmachen einladen. Hauptamtliche Projektleiter helfen zunĂ€chst beim Aufbau der Netzwerke und Angebote, die spĂ€ter von den Ehrenamtlichen fortgefĂŒhrt werden. Survival Camps, Begegnungen rund um den Sport, Kochen, Tanz, Musik, Spiel und Themenabende stehen auf den Listen der Organisatoren. Aus den Erkenntnissen des Projekts "Mitmachen verbindet" sollen im Jahr 2027 SchlĂŒsse zur flĂ€chendeckenden PrĂ€vention von Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen gezogen werden.
Das Thema Einsamkeit ist ein Schwerpunkt des sozialen Engagements der Malteser. Neben rund 600 analogen Besuchs- und Begleitdiensten in Deutschland wurden bereits mehrere Bundesprojekte fĂŒr Erwachsene ins Leben gerufen. Die bekanntesten sind "Plaudernetz", das in Kooperation mit der Deutschen Telekom als kostenloses GesprĂ€chsangebot Menschen ab 18 Jahren zusammenbringt, die einfach mal am Telefon plaudern wollen. Das Projekt "Miteinander-FĂŒreinander - gegen Einsamkeit im Alter" fĂŒhren die Malteser in ĂŒber 100 Orten und StĂ€dten fort, nachdem es bis Ende 2024 mit Mitteln des Bundes gefördert wurde.
Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich fĂŒr BedĂŒrftige ein - 95.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt - an 700 Orten - 1,2 Mio. Förderer und Mitglieder
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