Bundesregierung, Bundeskanzler

ZDF-Politbarometer Juni I 2026 / Wenig Reformvertrauen in Regierung/ Knapp zwei Drittel: Union steht nicht voll hinter Kanzler Merz

05.06.2026 - 08:52:43 | presseportal.de

Mainz - Die Sozialversicherungssysteme stehen vor großen finanziellen Problemen. Aber nur rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten geht davon aus, dass die Bundesregierung zur Lösung dieser Probleme einen wichtigen Beitrag leisten wird. 74 Prozent und Mehrheiten in fast allen ParteianhĂ€ngergruppen bezweifeln das, lediglich die CDU/CSU-AnhĂ€nger sind in dieser Frage gespalten (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht"). Klare Skepsis herrscht auch weiterhin bezĂŒglich der AnkĂŒndigung der Bundesregierung, bis zum Sommer Reformen bei Steuern, Arbeitsmarkt und Rente vorzulegen. Dass dies der Fall sein wird, erwarten jetzt 31 Prozent der Befragten und damit etwas mehr als Ende Mai (24 Prozent), 66 Prozent (Ende Mai: 75 Prozent) glauben das nicht.

ZDF-Politbarometer Juni I 2026 / Wenig Reformvertrauen in Regierung/Knapp zwei Drittel: Union steht nicht voll hinter Kanzler Merz - Bild: presseportal.de
ZDF-Politbarometer Juni I 2026 / Wenig Reformvertrauen in Regierung/Knapp zwei Drittel: Union steht nicht voll hinter Kanzler Merz - Bild: presseportal.de

Finanzierung der Sozialversicherungen: PrĂ€ferenz fĂŒr mehr Steuermittel

Zur Lösung der Finanzierungsprobleme im Bereich der Sozialversicherungen setzen mit 56 Prozent die meisten Deutschen vor allem auf mehr Steuermittel. 14 Prozent sprechen sich hauptsĂ€chlich fĂŒr LeistungskĂŒrzungen aus und 7 Prozent fĂŒr Beitragserhöhungen. Mit fast einem Viertel (23 Prozent) entfĂ€llt die zweithĂ€ufigste Nennung hier aber auf "weiß nicht".

Ein Vorschlag im Zusammenhang mit der Finanzierung der Rentenversicherung ist die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Nur 20 Prozent der Befragten finden eine solche Erhöhung grundsÀtzlich richtig, mehr als drei Viertel (77 Prozent) und Mehrheiten in allen Altersgruppen lehnen das ab.

Weiter viel Kritik an Bundesregierung und Bundeskanzler

Fast unverĂ€ndert zu den letzten Umfragen leistet die schwarz-rote Koalition fĂŒr 72 Prozent der Befragten eher schlechte Arbeit, nur fĂŒr 24 Prozent eher gute. Auch mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zeigen sich nur 27 Prozent eher zufrieden, 69 Prozent stellen ihm ein schlechtes Zeugnis aus. Zudem sind 63 Prozent der Meinung, dass die Union nicht voll hinter dem Bundeskanzler steht, darunter auch gut die HĂ€lfte (52 Prozent) der CDU/CSU-AnhĂ€nger.

Mit 52 Prozent glaubt eine knappe Mehrheit, dass die Regierung aus Union und SPD bis zur nÀchsten Bundestagswahl 2029 bestehen bleibt, 43 Prozent rechnen mit einem vorzeitigen Aus.

Projektion: AfD hÀlt Vorsprung vor Union

Wie zuletzt liegt die AfD auch jetzt in der Politbarometer-Projektion zwei Punkte vor der Union: Wenn am nĂ€chsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wĂ€re, kĂ€me die CDU/CSU auf 25 Prozent (plus 1) und die AfD auf 27 Prozent (plus 1). Die SPD wĂŒrde auf ihrem Rekordtief von 12 Prozent verbleiben, die GrĂŒnen kĂ€men auf 14 Prozent (minus 1) und die Linke auf 11 Prozent (minus 1). Die FDP erhielte 3 Prozent (unverĂ€ndert) und alle anderen Parteien zusammen 8 Prozent (unverĂ€ndert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen wĂŒrde. Mit diesem Ergebnis hĂ€tte Schwarz-Rot weiterhin keine Mehrheit.

Top Ten: Die meisten mit Imageplus

Nach zum Teil sehr schlechten Bewertungen zuletzt, können sich die meisten Politiker und Politikerinnen auf der Top-Ten-Liste jetzt verbessern. Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius weiterhin auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,6 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Ende Mai: 1,3) beurteilt. Es folgen Cem Özdemir mit 1,1 (1,0) und Johann Wadephul mit 0,4 (0,1). Danach beginnt der Negativbereich: Lars Klingbeil wird mit minus 0,4 (minus 0,7) beurteilt, Heidi Reichinnek mit minus 0,6 (minus 0,2) und Markus Söder mit minus 0,7 (minus 1,0). BĂ€rbel Bas fĂ€llt mit minus 0,9 (minus 0,7) auf einen persönlichen Tiefstwert. Friedrich Merz kommt auf minus 1,4 (minus 1,7), Katherina Reiche auf minus 1,5 (minus 1,7) und Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,3 (minus 2,6).

Zweifel an Erfolgskurs der FDP unter Kubicki

Am Wochenende wurde Wolfgang Kubicki zum neuen FDP-Parteivorsitzenden gewĂ€hlt. Nur 27 Prozent glauben, dass er die FDP erfolgreich in die Zukunft fĂŒhren wird, 56 Prozent bezweifeln das, darunter Mehrheiten in allen ParteianhĂ€ngergruppen mit Ausnahme der FDP-AnhĂ€nger. In den eigenen Reihen versprechen sich 84 Prozent eine positive Entwicklung der FDP unter Kubicki, nur 16 Prozent trauen ihm das nicht zu.

Mehrheit: aktuelle Stimmung in Deutschland zu pessimistisch

Alles in allem gesehen halten 63 Prozent die Stimmung in Deutschland derzeit fĂŒr zu pessimistisch, darunter mehrheitlich die AnhĂ€ngerschaften von CDU/CSU, SPD, GrĂŒnen und Linke. Insgesamt 34 Prozent glauben nicht, dass die Stimmung bei uns derzeit zu pessimistisch ist und dieser EinschĂ€tzung schließen sich die meisten AnhĂ€nger von AfD und FDP an.

Fußball-WM: Nur wenige rechnen mit WM-Titel fĂŒr Deutschland

NĂ€chste Woche beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der MĂ€nner und nur 15 Prozent glauben, dass Deutschland den Titel holen wird, 72 Prozent bezweifeln das. Dass fĂŒr die deutsche Mannschaft schon vor dem Achtelfinale Schluss ist, das meinen nur 3 Prozent. 15 Prozent erwarten ein Scheitern im Achtelfinale, 33 Prozent im Viertelfinale, 15 Prozent im Halbfinale und 2 Prozent eine Niederlage im Finale. Sehr einmĂŒtig sind in diesem Zusammenhang die EinschĂ€tzungen zur FIFA: 90 Prozent halten den Vorwurf, dass es dem Weltfußballverband bei der WM mehr um Geld und Kommerz und weniger um den Sport geht, fĂŒr zutreffend. Nur 4 Prozent sehen das nicht so.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgefĂŒhrt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 1. bis zum 3. Juni 2026 bei 1.274 zufĂ€llig ausgewĂ€hlten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berĂŒcksichtigt. Die Befragung ist reprĂ€sentativ fĂŒr die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich betrĂ€gt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 27 Prozent, AfD 20 Prozent, SPD 11 Prozent, GrĂŒne 21 Prozent, Linke 12 Prozent, FDP 3 Prozent. Das nĂ€chste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 19. Juni 2026.

Kontakt

Bei Fragen zur Pressemitteilung erreichen Sie die ZDF-Kommunikation per E-Mail unter pressedesk@zdf.de oder telefonisch unter 06131 – 70-12108.

Pressefotos

Pressefotos zur Sendung erhalten Sie als Download (nach Log-in), per E-Mail unter pressefoto@zdf.de oder telefonisch unter 06131 – 70-16100.

Weitere Informationen

- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.

- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF.

Pressekontakt:

ZDF-Kommunikation
pressedesk@zdf.de

Folgen Sie uns gerne auch bei LinkedIn (https://www.linkedin.com/company/zdf/).

Original-Content von: ZDF ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5ff432

de | unterhaltung | 69486364 |