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MDR-Doku ĂŒber die Liebe zur Musik: „Wie Tina Turner nach Niedertrebra kam – Amateurbands in der DDR“ spĂŒrt LebensgefĂŒhl nach

05.12.2023 - 09:00:07

Leipzig - Sie waren die Stars zum Anfassen: Wochenende fĂŒr Wochenende tingelten in der DDR Cover-Bands, Tanz-Combos und Liedermacher im Nebenberuf ĂŒbers Land und ließen es in den DorfgaststĂ€tten oder KulturhĂ€usern krachen. Der Film von Tim Evers „Wie Tina Turner nach Niedertrebra kam – Amateurbands in der DDR“ erzĂ€hlt ihre Geschichten und spĂŒrt einem LebensgefĂŒhl nach – ab 11. Dezember in der ARD Mediathek und um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.

Fast alle Rockmusiker in der DDR haben einmal als „Amateurtanzmusiker“ angefangen. Auch Dirk Michaelis: Der SĂ€nger und Komponist („Als ich fortging“), gelernter Maurer, fuhr jahrelang von Jugendclub zu Jugendclub, um dort aufzutreten. In dieser Dokumentation erzĂ€hlt er erstmals von seinen AnfĂ€ngen: „Durch dieses Hobby hatten wir die Möglichkeit, so ein StĂŒck Freiheit zu spĂŒren. Auch wenn es mit Trabant und AnhĂ€nger nur nach Eisenach ging, fĂŒhlte es sich an wie ein ‚Raus in die Welt‘.“

Mitte der 1980er Jahre gab es in der DDR etwa 2000 Amateurbands – und rund 110 Profi-Gruppen. Die „Freizeit-Mugger“ gaben der Jugend die ersehnten Hits von Billy Idol und Bryan Adams, BAP oder Tina Turner.

Wie Britta Radig aus Apolda, die mit 16 Jahren das erste Mal auf einer BĂŒhne stand – im Gasthaus Niedertrebra: „Ich war völlig schĂŒchtern und introvertiert, und dann vorzugehen als Rampensau, das ist mir schon schwergefallen. Aber dann war ich plötzlich drin – als Tina Turner mit ‚Nutbush City Limit‘
“

Amateurmusiker in der DDR lebten fĂŒr die Musik – aber nicht von der Musik: „Die Musik war Hobby, Spaß – meine ErfĂŒllung. Um Berufsmusiker zu werden, musstest du ein Musikstudium haben. Und das hatte ich nicht“, sagt Michael Krusche, gelernter Kraftwerker, der 1982 in Bleicherode die Gruppe „Yoga“ grĂŒndete. Da brauchbares Equipment in der DDR schwer zu bekommen war, erinnert sich Krusche: „Ich habe sogar unsere Lichtanlage selbst gebaut – aus Kuchen-Backformen!“ „Yoga“ hat sich fĂŒr diesen Film nach ĂŒber 30 Jahren Pause noch einmal wiedervereint. Doch was als einmaliger Auftritt geplant war, hat das alte Feuer neu entfacht: Nun wollen sie weitermachen.

Auch die erste Frauen-Rockband der DDR hat einst als Amateurband angefangen: „Na Und?“ aus Dresden. „Wir hatten sicher einen gewissen Exotik-Effekt“, erinnert sich Schlagzeugerin und „Kapellenleiterin“ Angela Ullrich, „bei der NVA zum Beispiel waren wir sehr gern gesehen – da tanzten die Soldaten auf den Tischen, wenn wir AC/DC spielten“.

So erzĂ€hlt die Geschichte der Amateurmusik auch viel vom Alltag, den SehnsĂŒchten und ZwĂ€ngen des Lebens in der DDR. Als sich die Underground-Band „Die Zucht“ aus Leipzig um eine staatliche Spielerlaubnis bemĂŒhte, wurde ihr die zwar gewĂ€hrt. „Aber die sagten uns gleich: Mit dem Namen kriegt ihr keine Konzerte, dafĂŒr werden wir sorgen.“ So wurde aus „Die Zucht“ „Die Art“, eine legendĂ€re Band der alternativen Szene. Seit nunmehr 40 Jahren machen sie Musik – bis heute nebenberuflich.

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