MDR-Doku ĂŒber die Liebe zur Musik: âWie Tina Turner nach Niedertrebra kam â Amateurbands in der DDRâ spĂŒrt LebensgefĂŒhl nach
05.12.2023 - 09:00:07Fast alle Rockmusiker in der DDR haben einmal als âAmateurtanzmusikerâ angefangen. Auch Dirk Michaelis: Der SĂ€nger und Komponist (âAls ich fortgingâ), gelernter Maurer, fuhr jahrelang von Jugendclub zu Jugendclub, um dort aufzutreten. In dieser Dokumentation erzĂ€hlt er erstmals von seinen AnfĂ€ngen: âDurch dieses Hobby hatten wir die Möglichkeit, so ein StĂŒck Freiheit zu spĂŒren. Auch wenn es mit Trabant und AnhĂ€nger nur nach Eisenach ging, fĂŒhlte es sich an wie ein âRaus in die Weltâ.â
Mitte der 1980er Jahre gab es in der DDR etwa 2000 Amateurbands â und rund 110 Profi-Gruppen. Die âFreizeit-Muggerâ gaben der Jugend die ersehnten Hits von Billy Idol und Bryan Adams, BAP oder Tina Turner.
Wie Britta Radig aus Apolda, die mit 16 Jahren das erste Mal auf einer BĂŒhne stand â im Gasthaus Niedertrebra: âIch war völlig schĂŒchtern und introvertiert, und dann vorzugehen als Rampensau, das ist mir schon schwergefallen. Aber dann war ich plötzlich drin â als Tina Turner mit âNutbush City LimitââŠâ
Amateurmusiker in der DDR lebten fĂŒr die Musik â aber nicht von der Musik: âDie Musik war Hobby, SpaĂ â meine ErfĂŒllung. Um Berufsmusiker zu werden, musstest du ein Musikstudium haben. Und das hatte ich nichtâ, sagt Michael Krusche, gelernter Kraftwerker, der 1982 in Bleicherode die Gruppe âYogaâ grĂŒndete. Da brauchbares Equipment in der DDR schwer zu bekommen war, erinnert sich Krusche: âIch habe sogar unsere Lichtanlage selbst gebaut â aus Kuchen-Backformen!â âYogaâ hat sich fĂŒr diesen Film nach ĂŒber 30 Jahren Pause noch einmal wiedervereint. Doch was als einmaliger Auftritt geplant war, hat das alte Feuer neu entfacht: Nun wollen sie weitermachen.
Auch die erste Frauen-Rockband der DDR hat einst als Amateurband angefangen: âNa Und?â aus Dresden. âWir hatten sicher einen gewissen Exotik-Effektâ, erinnert sich Schlagzeugerin und âKapellenleiterinâ Angela Ullrich, âbei der NVA zum Beispiel waren wir sehr gern gesehen â da tanzten die Soldaten auf den Tischen, wenn wir AC/DC spieltenâ.
So erzĂ€hlt die Geschichte der Amateurmusik auch viel vom Alltag, den SehnsĂŒchten und ZwĂ€ngen des Lebens in der DDR. Als sich die Underground-Band âDie Zuchtâ aus Leipzig um eine staatliche Spielerlaubnis bemĂŒhte, wurde ihr die zwar gewĂ€hrt. âAber die sagten uns gleich: Mit dem Namen kriegt ihr keine Konzerte, dafĂŒr werden wir sorgen.â So wurde aus âDie Zuchtâ âDie Artâ, eine legendĂ€re Band der alternativen Szene. Seit nunmehr 40 Jahren machen sie Musik â bis heute nebenberuflich.
Achtung Redaktionen:
Die MDR-Doku ist im MDR-PressevorfĂŒhrraum Service fĂŒr Journalisten: Der MDR-PressevorfĂŒhrraum | MDR.DE fĂŒr Rezensionszwecke eingestellt. Die Zugangsdaten erhalten Sie hier: Anmeldung fĂŒr den PressevorfĂŒhrraum des MDR | MDR.DE.
Pressekontakt:
Pressekontakt: MDR, Presse und Information, Bianca Hopp, Tel.: (0341) 3 00 64 32, E-Mail: presse@mdr.de, Twitter: @MDRpresse
Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk ĂŒbermittelt durch news aktuell


