Promis, LĂŒgen

Promis, LĂŒgen, Intrigen: So wird die neue «VerrĂ€ter»-Staffel

29.04.2025 - 13:32:28

Mit «Die VerrÀter» gelang es RTL 2023, eine ganz neue Facette ins Programm zu bringen. Nun ziehen erneut Promis in einen Nervenkrieg um einen Silberschatz. Was erwartet die Zuschauer?

  • Jan Hofer fremdelt mit seiner neuen Rolle in der Show - LĂŒgen sei doch so gar nicht sein Fach. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

    Rolf Vennenbernd/dpa

  • 16 Promis ziehen bei «Die VerrĂ€ter» auf ein geheimnisvolles Schloss. (Handout) - Foto: Stefan Gregorowius/RTL/dpa

    Stefan Gregorowius/RTL/dpa

Jan Hofer fremdelt mit seiner neuen Rolle in der Show - LĂŒgen sei doch so gar nicht sein Fach. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa16 Promis ziehen bei «Die VerrĂ€ter» auf ein geheimnisvolles Schloss. (Handout) - Foto: Stefan Gregorowius/RTL/dpa

Klingt kurios, ist aber wahr: RTL und der Vatikan haben derzeit mehr gemeinsam, als man meinen könnte. In Rom wird ein neuer Papst gesucht, weshalb bald KardinÀle hinter dicken Mauern verschwinden - ins sogenannte Konklave. Auch bei RTL tagt ein Konklave - nur geht es dort nicht um göttliche Eingebung, sondern um kalten Mord.

«Die VerrĂ€ter – Vertraue Niemandem!» heißt die Show, die am Dienstag (29. April, 20.15 Uhr, RTL) in ihre dritte Staffel geht. Promis kommen in dem Format in einem obskuren Schlösschen zusammen und versuchen, sich mit Intrigen aus dem Spiel zu werfen. Eine Methode ist dabei tatsĂ€chlich der Mord. Doch keine Sorge: Kein geschĂ€tztes Promileben ist echt bedroht. Gemordet wird nur fiktiv.

2023 lief die erste Staffel, 2024 gewann die Reality-Krimi-Show den Deutschen Fernsehpreis. Entsprechend sind die Erwartungen an die dritte Staffel Àhnlich monumental wie das Setting, das irgendwo zwischen Agatha-Christie-Krimi und einer Light-Version von «Game of Thrones» einzuordnen ist. 

Hier wird erklÀrt, worum es geht - und was die Protagonisten sagen.

Das Spielprinzip

Wer die VorgĂ€nger-Staffeln gesehen hat, wird sich schnell zurechtfinden. Wer nicht, kann sich die Show wie einen ins Extreme aufgeplusterten Spieleabend mit Promis und Paranoia vorstellen. Aus 16 unbescholtenen Promis wĂ€hlt Moderatorin Sonja Zietlow heimlich mehrere «VerrĂ€ter» aus. Nur die Zuschauer und die VerrĂ€ter selbst wissen, wem die sinistre Aufgabe ĂŒbertragen wurde. Die Gruppe muss herausfinden, wer unter ihnen ein LĂŒgner ist.

In geheimen ZusammenkĂŒnften, dem Konklave, können die VerrĂ€ter ihre Mitspieler eliminieren. Allerdings mĂŒssen sie aufpassen, um nicht aufzufliegen. Denn auch sie können aus dem Spiel geworfen werden, wenn alle Kandidaten zu einer Art Generalversammlung zusammenkommen und beraten, wen sie vor die Schlosstore setzen wollen. Ein Silberschatz von 50.000 Euro ist der Preis.

Der Reiz

Juliane Werding sang einst das Lied «Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst». So Ă€hnlich funktioniert auch «Die VerrĂ€ter». StĂ€ndig muss man antizipieren, ob das GegenĂŒber gerade denkt, dass man selbst ein VerrĂ€ter ist. Oder ob es denkt, dass ich denke, dass es ein VerrĂ€ter ist. Willkommen im Hirnknoten.

Was die Show ebenfalls abhebt: Sie lÀuft zwar irgendwie unter dem Label «Reality-TV», hat aber wenig mit den Insignien des Genres - Gekeife, Fremdscham, Warten auf den ersten Sex - zu tun.

 

«Es wird auch mal gestritten, aber auf einem ganz anderen Niveau», sagt Moderatorin Sonja Zietlow (56) der Deutschen Presse-Agentur. Das Spiel stehe im Vordergrund. Und schnell komme man an einen Punkt, an dem man seine Einstellungen zu den Protagonisten hinterfragen mĂŒsse. «Beispiel: Joachim Llambi. Da denkt man natĂŒrlich, dass der ein guter VerrĂ€ter wĂ€re», sagt Zietlow. «Aber ist er das auch? Oder Motsi Mabuse. Die ist ja immer so fröhlich und ein bisschen verpeilt. Da denkt man natĂŒrlich: Die kann nicht falschspielen», erklĂ€rt Zietlow. Aber ob das stimmt? Mal sehen.

Die Promis

Damit befindet man sich mitten in der Promi-Truppe, die sich diesmal in den Nervenkrieg begibt. RTL hat unter anderem die gesamte Jury seines Tanz-Formats «Let's Dance» verpflichtet: Neben Mabuse und Llambi auch Jorge GonzĂĄlez, der fĂŒr seine recht individuell akzentuierte Sprache bekannt ist, weshalb man glauben mag, dass er besonders schwer zu durchschauen sein könnte. Gleiches gilt aus anderen GrĂŒnden fĂŒr Timon Krause. Er ist von Beruf «Mentalist» und steht daher im Verdacht, besonders gut in fremde Köpfe kriechen zu können. Eine andere auffĂ€llige Personalie ist Martina Voss-Tecklenburg, immerhin einst Fußball-Bundestrainerin. 

Mit dabei sind zudem unter anderem Moderatorin Charlotte WĂŒrdig, Nachrichtenmoderator Jan Hofer, Moderatorin Janin Ullmann, Mode-Influencer Joe Laschet, Schauspieler Ralf Bauer, SĂ€ngerin Sandy Mölling, Schauspieler Wayne Carpendale und Tiktok-Star Younes Zarou.

So fĂŒhlen sich die Promis

Jan Hofer fremdelt sichtbar mit der neuen Rolle - frĂŒher prĂ€sentierte er höchst honorig die «Tagesschau», bei «Die VerrĂ€ter» soll er nun notfalls lĂŒgen, quasi mit Fake News arbeiten. Das sei wirklich nicht seine Natur, sagt er der dpa. «Ich bin natĂŒrlich in gewisser Weise kontrolliert, weil ich es gewohnt bin, meine Mimik im Griff zu haben. Aber ich bin kein guter LĂŒgner. Ich bin kein Intrigant. Bluffen ist auch nicht so mein Fach.» Nach der Sendung, die schon aufgezeichnet wurde, habe er auch erst einmal Abstand benötigt. «Das Spiel war durchaus belastend, weil RealitĂ€t und Fiktion verschwimmen», sagt er.

Joe Laschet, modisch versierter Sohn von Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet, bringt Polit-Erfahrung und Instagram-GespĂŒr mit. FĂŒr ihn war es das erste große Fernsehformat ĂŒberhaupt. «Ich habe da auch Erfahrungen aus der Politik mit in das Spiel genommen», sagt er. «Im Wahlkampf war es so, dass ich oft etwas abbekam – aber eigentlich zielte das nicht auf mich, sondern auf meinen Vater oder auf seine Partei.» Auch als Influencer sei er oft dummen SprĂŒchen ausgesetzt. «Mir fĂ€llt es leicht, das nicht persönlich zu nehmen», sagt er. Mit dieser Einstellung sei er auch in die Show gegangen.

Wie ist das VerhÀltnis wohl heute unter den Kandidaten? «Es gab keine offenen Rechnungen», verrÀt Laschet. «Aber es bestand auf jeden Fall GesprÀchsbedarf!»

@ dpa.de