Baumgartner-Absturz auf menschliches Versagen zurĂŒckzufĂŒhren
07.10.2025 - 10:16:56Fast drei Monate nach dem tödlichen Absturz des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner an der italienischen AdriakĂŒste ist die Ursache fĂŒr das UnglĂŒck geklĂ€rt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Stadt Fermo ist der Absturz mit einem motorisierten Gleitschirm auf menschliches Versagen zurĂŒckzufĂŒhren. Dies teilte Staatsanwalt Raffaelle Iannella auf dpa-Anfrage mit, zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.
«Der Gleitschirm befand sich in einwandfreiem Zustand und wies keinerlei MÀngel auf», teilte Iannella mit. Dies habe ein technisches Gutachten ergeben.
WĂ€hrend des Fluges sei es zu einem raschen Höhenverlust gekommen, als eine Sturzspirale eingesetzt habe. Der gebĂŒrtige Salzburger sei nicht mehr in der Lage gewesen, den Schirm aus der Spirale heraus zusteuern. Der Rettungsschirm wurde erst kurz vor dem Aufprall am Boden ausgelöst.
Einstellung des Verfahrens beantragt
Das technische Gutachten ergibt nach den Worten von Iannella zudem, dass Baumgartner wĂ€hrend der Dauer der Sturzspirale nicht die «vorgesehene Technik zur Wiederherstellung einer stabilen Fluglage» angewandt habe. Ein «konsequentes und krĂ€ftiges Ziehen» an der rechten Steuerleine hĂ€tte geholfen. Dies fĂŒhrte letztlich zum Kontrollverlust ĂŒber das FluggerĂ€t.
In den kommenden Tagen werde deswegen die Einstellung des Verfahrens beantragt, so Iannella. Das technische Gutachten sei bereits der Rechtsvertretung der Familie von Baumgartner ĂŒbermittelt worden.
Baumgartner war am 17. Juli in der NĂ€he des Badeorts Porto SantâElpidio ums Leben gekommen. Dort war er mit seiner LebensgefĂ€hrtin im Urlaub. Er prallte gegen eine HolzhĂŒtte in einer Ferienanlage. Alle Versuche, ihn zu reanimieren, blieben ohne Erfolg. Es war zunĂ€chst vermutet worden, dass Baumgartner durch einen SchwĂ€cheanfall die Kontrolle ĂŒber den Paraglider verloren hatte.
Weltbekannt fĂŒr Sprung aus 39 Kilometern Höhe
2012 hatte Baumgartner, der bei seinem Tod 56 Jahre alt war, mit einem Sprung aus 39 Kilometern Höhe in der StratosphĂ€re auf die Erde weltweit Schlagzeilen gemacht. Im Fernsehen und im Internet sahen viele Millionen Menschen live zu, wie er sich in die Tiefe stĂŒrzte. Dabei erreichte der Ăsterreicher eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 1.300 Stundenkilometern.


