"Was die Haft in einem iranischen GefĂ€ngnis ausmacht, sind zuallererst nicht die Mauern oder die physischen UmstĂ€nde - das oberste Ziel des Regimes ist es, den Selbstwert des Menschen zu ruinieren", sagte der Regisseur der Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung (NOZ). "Das ist das Schwierigste, mit dem man im GefĂ€ngnis zu tun hat."
Rasoulof schilderte auch die Bedingungen, unter denen er 2022 im Evin-GefĂ€ngnis inhaftiert war: "Evin ist ein Komplex mit verschiedenen Abteilungen, die unterschiedliche AnsĂ€tze verfolgen. Ich war die ersten zwei Wochen in Einzelhaft - in einer Zelle, die etwa halb so groĂ war wie der Tisch, an dem wir hier sitzen. Ich hatte zwei raue Decken, auf die ich mich legen konnte. Das Licht war Tag und Nacht an, sodass ich nicht schlafen konnte. Danach kam ich in einen etwas gröĂeren Raum, in dem ich drei Wochen war, immer noch in Einzelhaft. Dann wurde ich mit anderen Gefangenen zusammengelegt", sagte Rasoulof.
"Es war katastrophal und trotzdem bin ich sicher, dass es andere Evin-Abteilungen und andere GefÀngnisse im Iran gibt, die viel schlimmer sind. Ich denke, sie waren noch nett zu mir."
Dass er trotz solcher Erfahrungen seinen Oscar-Film "Die Saat des heiligen Feigenbaums" im Iran gedreht habe, begrĂŒndete Rasoulof mit der Verbundenheit zu seiner Heimat: "Ich gehöre zu diesem Land. Ich bin ein Teil der iranischen Gesellschaft. Ich wollte diese Geschichte erzĂ€hlen und ich wollte bis zum letzten Moment bleiben und weiterarbeiten", so der Regisseur.
"NatĂŒrlich war das der schwierigere Weg. In der Haft habe ich ĂŒber meine Möglichkeiten nachgedacht. Meine Hoffnung war, nicht zu einer langjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt zu werden. Zwei Jahre, dachte ich, schaffe ich. Dann wurde ich aber zu acht Jahren verurteilt. So eine lange Zeit hat Folgen. DrauĂen verĂ€ndert sich die Welt, drinnen verĂ€ndere ich mich. Man verliert die Kraft, körperlich und psychisch. Im GefĂ€ngnis fĂŒhlen sich acht Jahre vielleicht wie 15 Jahre an. Als das neue Urteil kam, wusste ich, dass ich das Land verlasse. Im GefĂ€ngnis hatte ich Menschen kennengelernt, die mir dabei geholfen haben."
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