Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten | Am Sonntag, 26. Januar 2025, um 18:30 Uhr im Ersten
23.01.2025 - 15:52:57 | presseportal.de
Geplante Themen:
USA: Trump - eine Woche PrÀsident
Es war eine Rekordzahl von Dekreten, die Trump zum Amtsantritt in dieser Woche unterzeichnet hat. Manches davon wirkt sofort, einiges ist wohl eher als "Polit-Show" zu werten, anderes dĂŒrfte wohl die Gerichte beschĂ€ftigen. Der US-PrĂ€sident will die Ăl- und Gasproduktion massiv ausweiten. Wir blicken nach Alaska - wie reagieren die Menschen dort? Viele von seinen Dekreten zielen auf striktere Migrationsregeln ab. Bis Ende des Monats sollen 1500 weitere Soldaten zur VerstĂ€rkung an die Grenze zu Mexiko geschickt werden. Und Trump kĂŒndigt Strafzölle an. Die US-Wirtschaft soll gestĂ€rkt werden - Trumps America-First-Agenda. Wie kommt das in den ersten Tagen bei der Bevölkerung an? (Autoren: Sarah Schmidt / Philipp Wundersee / ARD Washington)
Ukraine: Niedrige Geburtenrate - verliert das Land sein Zukunft?
Tetiana ist eine Kinderkrankenschwester im Krieg. Ihr Arbeitsplatz, eine Kinderklinik in Tschernihiw, ist so nah dran an Russland, dass jeder Luftalarm auch ein Angriff sein könnte. Schnell schiebt sie die Bettchen mit Neugeborenen in den Flur, hier sollen zusĂ€tzliche WĂ€nde mehr Schutz bieten. Wir sprechen mit Frauen, die mitten im Krieg Kinder kriegen, wĂ€hrend ihre MĂ€nner an der Front das Land verteidigen. Seit mehr als 30 Jahren hilft Tetiana werdenden MĂŒttern bei der Geburt - doch noch nie gab es in Tschernihiw so wenig Neugeborene wie seit Beginn des russischen Angriffskriegs, sagt sie. Statistiken belegen: Die Ukraine hat die niedrigste Geburtenrate der Welt - und gleichzeitig die höchste Sterblichkeit. Hauptgrund ist der russische Angriffskrieg. Einerseits ist der Staat auf Menschen angewiesen, die ihn schĂŒtzen, und andererseits verliert er nach und nach seine Zukunft, weil viele junge MĂ€nner an der Front sterben. Tetianas Mann zog am 24. Februar 2022 in den Krieg. Aktuell kann er infolge einer Kriegsverletzung nicht mehr kĂ€mpfen. Ihr Ă€ltester Sohn ist in einem Frontabschnitt im Einsatz. Das Zuhause der Familie wurde 2022 durch russische Angriffe zerstört. Tetianas Schwiegermutter wurde in dieser Zeit getötet. Obwohl ihre eigene Familie so sehr unter dem Krieg leidet, will Tetiana nicht, dass die ukrainische Armee 18-JĂ€hrige einzieht. Doch genau diesem Druck sieht sich die ukrainische MilitĂ€rfĂŒhrung aus den USA ausgesetzt. (Autor: Vassili Golod / ARD Kiew)
Ukraine: Mit Mode gegen Kriegsfrust
Mit Mode wollen sie Moskau trotzen. In ihren Designs verarbeiten die beiden ukrainischen Modeschöpferinnen Natasha Kamenska und Maria Gavryliuk die Kultur ihres Landes. So dient die Arbeitskleidung ukrainischer Landarbeiter den beiden als Inspiration fĂŒr eine ganze Kollektion hochmoderner Jacken aus dichter Wolle. "Wir wollen damit unsere ukrainische IdentitĂ€t zeigen, die fernab der russischen ganz eigene Traditionen hat." Und damit sind sie erfolgreich auch auf den Laufstegen der internationalen Modewelt. Und in der Ukraine kaufen immer mehr Menschen Mode "made in Ukraine". FĂŒr manche ein Symbol des Widerstandes. Andere wollen einfach das Leben genieĂen. FrĂŒher haben die Ukrainerinnen vor allem auslĂ€ndische Mode gekauft. Doch seit 2022 bewerten sie die Dinge anders. Ukrainische Designer erleben einen richtigen Aufschwung von allem, was ukrainisch ist. Die beiden Unternehmerinnen Natasha und Maria stehen vor groĂen Herausforderungen: stĂ€ndige StromausfĂ€lle, wochenlanges Warten auf Stoffe, LieferengpĂ€sse und geschultes Personal ist rar. Und trotzdem haben sie sich entschieden, ihre Modelinie weiterzumachen. Ukrainische Mode ist im Aufschwung. Ob in Kopenhagen, in Berlin oder in London - auf den Laufstegen ist derzeit ĂŒberall auch ein bisschen Kiew. Und es sind vor allem Frauen, die mit ihren Betrieben die ukrainische Wirtschaft ĂŒber Wasser halten. (Autorin: Birgit Virnich / ARD Kiew)
Polen: GegenstÀnde gegen das Vergessen
Eine Taschenuhr, zwei Ringe, ein Ehering und ein Siegelring. Sie gehörten einem jungen Polen. Mehr ist von ihm nicht geblieben. Sein Name: Henryk Jatkiewicz. Die Nazis hatten ihn nach Auschwitz verschleppt und spĂ€ter ins KZ Neuengamme. Dort verliert sich seine Spur. Malgorziata Przybyla und andere Rechercheure suchen nach Spuren, um Angehörige der NS-Opfer zu finden. Heute, 80 Jahre spĂ€ter. Tausende GegenstĂ€nde liegen im weltweit gröĂten Archiv fĂŒr die Dokumentation von NS-Verbrechen in Bad Arolsen, Deutschland. FĂŒr die Direktorin ist die RĂŒckgabe extrem wichtig: "Indem man diese Objekte zurĂŒckgibt, erzĂ€hlen wir auch ein Teil der Geschichte., und dieser Geschichte wird einfach in der Familie erzĂ€hlt.'' Manuela Golc arbeitet in ihrer Freizeit ehrenamtlich fĂŒr das Arolsen-Archiv von Polen aus. Schon mehr als 100 Familien hat sie gefunden und ihnen ErinnerungsstĂŒcke zurĂŒckgeben können. Ăber Henryk findet auch sie nichts. Sie versucht es ĂŒber mögliche Familienmitglieder. In den Geburtsregistern entdeckt sie die Namen der Eltern und Geschwister. Und, dass sie bereits verstorben sind. Vermutlich beerdigt in Lodz. Auf den Seiten der stĂ€dtischen Friedhöfe findet sie dann das Grab seines Bruders. (Autorin: Kristin Joachim / ARD Warschau)
Chinas Silver-Economy - Leben im Alter
Im Jahr 2035 werden die ĂŒber 60-JĂ€hrigen in China mit 400 Millionen rund 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Heute sind es schon rund 300 Millionen. Die Staats- und ParteifĂŒhrung in Peking hofft auf einen Boom fĂŒr das Bruttoinlandsprodukt und fördert die Silver-Economy. SchlieĂlich wird es viel Dienstleistungsbedarf geben, so die Annahme - vom klassischen Altersheim, ĂŒber medizinische GerĂ€te bis hin zu humanoiden Robotern. Doch die PensionĂ€re entsprechen nicht so ganz dem Kundenformat. Es gibt riesige Altersheime mit mehr als tausend PlĂ€tzen, aber viel zu wenige wollen einziehen. Es passt oft nicht zum Lebensstil und solche Einrichtungen sind fĂŒr die meisten schlicht zu teuer. Die Durchschnittsrente betrĂ€gt schĂ€tzungsweise rund 400 Euro. Dabei fehlt es schon jetzt an PflegekrĂ€ften. Vielerorts gibt es den Versuch, durch ein Freiwilligenprojekt LĂŒcken zu fĂŒllen: Es nennt sich "Zeitbank". Jeder kann helfen, Ă€ltere Menschen zu Hause zu versorgen, und sammelt dabei Punkte. Die kann man spĂ€ter, wenn man selbst alt ist, eintauschen - gegen Essen und Alltagshilfe. Eine Reportage ĂŒber das Leben im Alter und chinesische Wirtschaftsplanung. (Autorin: Marie von Mallinckrodt / ARD Peking)
Brasilien: Samba - der Beat des Lebens
Samba und Rio sind untrennbar miteinander verbunden. Egal wo in der Stadt, egal welcher Wochentag - bei einer "Roda die Samba" vereinen sich die Brasilianer um einen Kreis von Musikern, es wird aus vollem Herzen mitgesungen, bei manchem flieĂen TrĂ€nen. Samba ist der Herzschlag am Zuckerhut, von Kindesbeinen an im Blut. Gerade jetzt vor Karneval eilt die 32-jĂ€hrige Musikerin Mari Braga von einem Auftritt zum nĂ€chsten. Sie ist stolz auf ihre afrobrasilianischen Wurzeln und die afrobrasilianische Geschichte des Samba. Samba ist verbunden mit Emotionen - mit GefĂŒhlen von Geborgenheit, Familie, Freude und Trost. Moacyr Luz's HĂ€nde zittern krĂ€ftig, doch trotz Parkinson will der "Botschafter des Samba" seine Auftritte nicht lassen, im Gegenteil: Er fĂŒhrt die Samba do Trabalhador an. Jeden Montag kommen rund 2000 Menschen, um ihn zu erleben. Auch Mari. Doch eine Zuschauerin wird sie nicht bleiben, dafĂŒr sorgt Moacyr. (Autorin: Xenia Böttcher / ARD Rio)
Redaktion: Heribert Roth
Pressekontakt:
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