Gemeinsam fĂŒr einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk / ARD-GVK und ZDF-Gremien positionieren sich zum Reformplan der LĂ€nder
18.10.2024 - 16:17:04In Zeiten von zunehmender Verunsicherung in der Gesellschaft und Desinformation kommt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk fĂŒr den demokratischen gesellschaftlichen Zusammenhalt eine höhere Bedeutung denn je zu.
"Daher muss Dreh- und Angelpunkt aller Reformen sein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinem Auftrag alle Menschen erfolgreich mit QualitĂ€tsangeboten erreichen kann. DafĂŒr benötigen die Anstalten finanzielle Planungssicherheit, eine Rahmenordnung, welche die FlexibilitĂ€t der Anstalten erhöht, und eine effiziente und effektive Aufsicht", erklĂ€rten die Vorsitzenden beider Seiten gemeinsam.
Kooperation bei der Technik und Vielfalt im Programm
Die Spitzen der Aufsichtsgremien begrĂŒĂen den gesetzgeberischen Impuls zur Ausweitung der Kooperationen zwischen ARD und ZDF. Vor allem im technischen Bereich können Effizienzgewinne erzielt werden. Aus Sicht der Gremien mĂŒssen aber alle Kooperationen der QualitĂ€t und Vielfalt der Angebote dienen. Die programmliche Autonomie muss gewahrt bleiben, ein Teil der Effizienzgewinne sollte ins Programm reinvestiert werden. Als Vertretung der Ăffentlichkeit betont die Aufsicht die Notwendigkeit eines geeigneten Angebots fĂŒr die verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
"Eine durchgehende und systemweite Kooperation im gesamten öffentlich-rechtlichen System markiert einen tiefgreifenden Wandel. Er ist aus unserer Sicht richtig und muss jetzt Schritt fĂŒr Schritt intensiviert werden. Damit ermöglichen ARD, ZDF und Deutschlandradio eine schrittweise und nachhaltige Entlastung der Beitragszahler", erklĂ€rt Engelbert GĂŒnster, Vorsitzender der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz.
Dabei muss jedoch die QualitĂ€t der Angebote in den Ausspielwegen einer konvergenten Medienwelt und der so wertvollen Vielfalt im Programm zwischen ARD und ZDF bewahrt und nach Möglichkeit verstĂ€rkt werden. Das ist das A und O in einer Welt, in der Tech-Konzerne aus den USA und China bestimmen, welche MaĂstĂ€be in Deutschland fĂŒr Information, Bildung, Beratung, Kultur gelten ", so Katrin Kroemer, Erste Stellvertretende Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates.
Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sichern
Die Aufsichtsgremien von ARD und ZDF sind sich einig, dass die von der KEF in dem verfassungsrechtlich vorgegebenen Verfahren errechnete notwendige Anpassung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent ab dem 01.01.2025 umgesetzt werden muss. Die durch die MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten eingesetzte zustĂ€ndige, unabhĂ€ngige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat festgestellt, dass die bereits angestoĂenen und zusĂ€tzlich angedachten ReformmaĂnahmen nennenswerte Einspareffekte jedenfalls nicht vor Ende der nĂ€chsten Beitragsperiode (2025-2028) erzielen werden.
Mit dem Reformpaket wird es möglich, ĂŒber Jahrzehnte gewachsene Strukturen zu modernisieren. Das wĂ€re ein enormer Erfolg der MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten. Sie mĂŒssen aber auch klar kommunizieren, dass die damit verbundenen Einspareffekte erst mittel- bis langfristig spĂŒrbar werden können. Die Anpassung des Rundfunkbeitrags wird dadurch nicht obsolet.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk benötigt fĂŒr seine Aufgabe, in der Welt der Plattformen eine informierte demokratische Ăffentlichkeit herzustellen, finanzielle Planungssicherheit. In ihrer Konferenz am 23.-25. Oktober 2024 treffen die MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten daher eine der wichtigsten politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte fĂŒr unsere Demokratie. Die Gremienspitzen von ARD und ZDF sind sich einig, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in diesen Zeiten nicht zu schwĂ€chen, sondern zu stĂ€rken ist.
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