Neue Aktion am Buckelwal â Team kĂ€mpft mit AusfĂ€llen
21.04.2026 - 11:04:45 | dpa.deNach dem gescheiterten Versuch vom Vortag gibt es erneut AktivitĂ€t am Buckelwal vor Poel. Es werde Saug- und SpĂŒlgerĂ€t eingesetzt, um den Wal zu entlasten, erklĂ€rte Umweltminister Till Backhaus (SPD) nach einer Lagebesprechung im Hafen von Kirchdorf. Von der Initiative selbst gab es zunĂ€chst keine Angaben. Wegen des gesunkenen Wasserstands ragt das Tier weiter aus dem Wasser und sein Gewicht drĂŒckt stĂ€rker auf seine inneren Organe.
Unterdessen verlieĂen nach der gescheiterten Hilfsaktion vom Vortag mehrere Teammitglieder die private Initiative oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin auftrat, tritt zurĂŒck. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen «fĂŒr uns» nicht mehr möglich sei.Â
Die leitende TierĂ€rztin Janine Bahr-van Gemmert wurde am Montag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wie Backhaus sagte. Auch eine weitere TierĂ€rztin fĂ€llt demnach aus. «Ich habe natĂŒrlich auch mit groĂer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene TierĂ€rztin abgereist ist», sagte Backhaus am Morgen. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei.
Gescheiterter Versuch am Montag
Der Wal war - nachdem er drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte - am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus war versucht worden, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das womöglich schwer erschöpfte Tier aber. Seither liegt der Wal an der gleichen Stelle nahe des tieferen Fahrwassers. Â
Der Wasserstand in der Wismarbucht ist seit dem Vortag deutlich gesunken. Er lag nach Angaben des Wasserstandsvorhersagedienstes Ostsee des Bundesamtes fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Morgen rund 50 Zentimeter niedriger als zur gleichen Uhrzeit gestern. Gegen 10: 00 Uhr sollte der Wasserstand sein Maximum erreichen und dann im Tagesverlauf um 30 Zentimeter fallen.
Aktionen am WalÂ
Am Vormittag nahmen Mitglieder der privaten Initiative ihre Arbeiten am Wal wieder auf. In den Livestreams ist zu sehen, wie Menschen in NeoprenanzĂŒgen durch das flache Wasser zu dem MeeressĂ€uger waten. Mit Hilfe von Paddeln und mit bloĂen HĂ€nden bespritzen sie das Tier mit Wasser. SpĂ€ter fĂ€hrt ein Schiff mit schwerem GerĂ€t in die NĂ€he, die SpĂŒlversuche starten.Â
Auch solle dem rund zwölf Meter langen MeeressĂ€uger Nahrung angeboten werden, hieĂ es von Bachhaus. Dabei handle es sich um Hering und Shrimps. Der Wal sei natĂŒrlich in einem kritischen Zustand, sei aber dennoch vital und habe eine Chance.Â
Erste Sichtungen bereits vor rund sieben WochenÂ
Erste Sichtungen des Wals hatte es Anfang MĂ€rz gegeben. Am 3. MĂ€rz tauchte der Buckelwal im Hafen von Wismar auf und lockt Schaulustige an die Kaikante. Gegen Abend schwamm er wieder Richtung Ostsee. In den Tagen darauf wurde er vor der OstseekĂŒste Schleswig-Holsteins sowie der KĂŒste Mecklenburg-Vorpommerns gesehen. Das Tier hatte sich Experten zufolge wiederholt in Netzen verfangen. EinsatzkrĂ€fte und MeeresschĂŒtzer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit.Â
Am 23. MĂ€rz strandete der Wal das erste Mal auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in der LĂŒbecker Bucht. Umfangreiche Rettungsversuche starteten, das Tier schwamm schlieĂlich selbst los. Wenige Tage spĂ€ter strandete es auf einer Sandbank in der Wismarbucht. Bei steigendem Wasserstand schwamm der Wal in der Nacht kurzzeitig weiter, lag kurz darauf in der Wismarbucht wieder auf, schwamm erneut weiter. Seit 31. MĂ€rz saĂ er dann erneut fest, diesmal in der Kirchsee-Bucht. Am Montag folgte die fĂŒnfte Strandung.
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