Philippe Sands, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Philippe Sands erhält Friedenspreis 2026 in Frankfurt

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:17 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der britisch-französische Jurist und Schriftsteller Philippe Sands ist in Frankfurt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026 ausgezeichnet worden. Die Jury würdigt seinen Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Verteidigung des Völkerrechts.

Friedenspreis des Buchhandels an Philippe Sands übergeben
Philippe Sands am 10.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Sands erhält Auszeichnung in Frankfurt

  • Philippe Sands wurde am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis 2026 geehrt.
  • Oberbürgermeister Mike Josef hielt die Laudatio und hob Sands’ Einsatz für das internationale Recht hervor.
  • Der Preis ist mit 25.000 Euro verbunden und wird seit 1950 vom Börsenverein verliehen.

Der britisch-französische Jurist und Schriftsteller Philippe Sands hat am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026 erhalten. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) würdigte ihn in seiner Laudatio als Streiter für das internationale Recht und die Stärkung seiner Institutionen.

Jury würdigt Verteidigung des Völkerrechts

Die Jury bezeichnete Sands in ihrer Begründung als „eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen unserer Zeit“. Er setze sich für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein.

Nach Einschätzung der Jury zeigt Sands entlang seiner eigenen Familiengeschichte, wie das internationale Recht entstanden ist und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ stehen.

Literatur verbindet Täter- und Opferperspektive

In seinem literarischen Werk betrachtet Sands sowohl die Motive der Täter als auch das Leid und die Lebensgeschichten der Opfer. Nach Ansicht des Stiftungsrats gibt er den Opfern durch seine Darstellung eine Stimme und begegnet ihnen mit Respekt.

Sands wurde 1960 in London geboren. Er ist Professor für Internationales Recht am University College London, Gastprofessor an der Harvard Law School und arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

Preis wird seit 1950 verliehen

Als Menschenrechtsanwalt war Sands an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts beteiligt. Neben juristischen Fachbüchern und Aufsätzen veröffentlicht er seit 2016 auch literarische Sachbücher.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verleiht den Friedenspreis seit 1950. Das Preisgeld von 25.000 Euro wird von Verlegern und Buchhändlern aufgebracht; traditionell erfolgt die Verleihung am Sonntag der Frankfurter Buchmesse.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verbindet literarische Arbeit mit gesellschaftlicher und politischer Verantwortung. Die Auszeichnung für Philippe Sands rückt dabei insbesondere die Bedeutung des internationalen Rechts in den Mittelpunkt.

Sands’ Arbeit steht an der Schnittstelle von Rechtswissenschaft, Menschenrechtsschutz und historischer Erinnerung. In seinen Büchern verbindet er juristische Fragen mit Familiengeschichten und macht dadurch sichtbar, wie Begriffe wie Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aus den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts hervorgegangen sind.

Völkerrecht unter politischem Druck

Die Würdigung fällt in eine Zeit, in der internationale Institutionen und ihre Entscheidungen vielfach politisch umstritten sind. Sands’ Plädoyer richtet sich gegen die Vorstellung, schwere Menschenrechtsverbrechen seien ausschließlich innere Angelegenheiten einzelner Staaten. Damit berührt der Preis eine zentrale Frage internationaler Politik: wie verbindlich gemeinsame Regeln sein können, wenn Staaten ihre Zuständigkeit oder ihre Anwendung zurückweisen.

Für Leserinnen und Leser hat die Auszeichnung deshalb über den Literaturbetrieb hinaus Bedeutung. Sie macht juristische Grundbegriffe anhand persönlicher Geschichten zugänglich und lenkt den Blick auf die Opfer von Gewalt ebenso wie auf die Verantwortung der Täter. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird traditionell während der Frankfurter Buchmesse verliehen.

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