Historisches, MilitÀr

Neue Ausgabe: MilitĂ€rgeschichte. Zeitschrift fĂŒr historische Bildung 3/ 2026

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 10:15 Uhr | presseportal.de

Potsdam - 30 Jahre Kommando SpezialkrÀfte: In der neuen Ausgabe der "MilitÀrgeschichte" geht es um die Aufstellung des KSK 1996. Nur wenige Jahre spÀter wurde der Afghanistaneinsatz beschlossen - dieser Einsatz, der vor beinahe 25 Jahren begann, ist ebenfalls Thema der Ausgabe. Weitere BeitrÀge widmen sich dem Boxerkrieg in China, der Schlacht um Kiew von 1941 und der "Starfighter"-Krise.

Neue Ausgabe: MilitĂ€rgeschichte. Zeitschrift fĂŒr historische Bildung 3/2026 - Bild: presseportal.de
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Das Kommando SpezialkrÀfte

Die Geschichte des Kommandos SpezialkrĂ€fte begann vor 30 Jahren, oder? Offiziell in Dienst gestellt wurde es am 20. September 1996. Doch erste Überlegungen, dass die Bundeswehr eigene SpezialkrĂ€fte benötigt und wie diese aussehen sollten, gab es bereits wesentlich frĂŒher, wie Martin Rink in seinem Beitrag aufzeigt. Diese Vorgeschichte reicht sogar ĂŒber das Jahr 1994 hinaus, das allgemein als Startschuss fĂŒr den Aufbau des KSK gilt. Damals gelang es aufgrund fehlender KrĂ€fte nicht, deutsche StaatsbĂŒrger aus dem von BĂŒrgerkrieg zerrissenen Ruanda zu evakuieren. Es war deutlich geworden, dass die Bundeswehr ein neues Aufgabenspektrum abdecken musste. Zugleich stellte sich die Frage, wie denn der Soldat, der diesem neuen Kommando angehörte, aussehen sollte: Wollte man einen KĂ€mpfer Ă  la John J. Rambo, einen smarten Offizier im Stil eines James Bond oder war ein völlig anderer Typ gefordert und erwĂŒnscht?

25 Jahre Afghanistaneinsatz

Angehörige des KSK waren dann auch unter den ersten KrĂ€ften, die nach den TerroranschlĂ€gen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in Afghanistan zum Einsatz kamen - ein Einsatz, der wohl zu den prĂ€gendsten der bisherigen Bundeswehrgeschichte gehört. Über 20 Jahre waren dort Tausende Soldatinnen und Soldaten im Einsatz - sie machten Erfahrungen mit Kampf und Verlust und mussten am Ende mit ansehen, wie das Land nach dem Abzug wieder in die HĂ€nde der Taliban fiel. Wie konnte es dazu kommen und was war ĂŒberhaupt das ursprĂŒngliche Ziel dieses Einsatzes gewesen?Warum die Bundesregierung im Dezember 2001 entschied, sich an dem Kampfeinsatz zu beteiligen, untersucht Philipp MĂŒnch in seinem Beitrag. Dabei macht er deutlich, dass politische Überlegungen zur außenpolitischen Stellung Deutschlands eine tragende Rolle spielten.

Der "Starfighter" - eine gefÀhrliche AffÀre?

Pannen, Pech und praktische Fehler fĂŒhrten zu einer der tragischsten Unfallserien der Bundeswehrgeschichte. Der "Starfighter" war fĂŒr die Bundeswehr in den 1960er-Jahren beschafft worden, um unter anderem die deutsche nukleare Teilhabe im NATO-BĂŒndnis abzusichern. Doch alsbald entwickelte er sich zum "Witwenmacher". Zwischen 1964 und 1966 kam es zu mehr als 40 TotalausfĂ€llen. Dass den im "Starfighter" verbauten Schleudersitzen daher eine besondere Bedeutung zufiel, zeichnet Heiner Möllers in seinem Beitrag fĂŒr unsere Rubrik "MilitĂ€rgeschichte im Bild" nach.

Das Boxerprotokoll

Einem bislang in der Forschung eher unterbelichteten Thema widmet sich der Beitrag von Martin Schulz, der sich mit dem Boxerprotokoll von 1901 befasst. Das um die Jahrhundertwende politisch schwache China stand unter dem Druck auslĂ€ndischer westlicher MĂ€chte, die sich Einflusszonen im Fernen Osten sichern wollten. Dagegen formierte sich in China die sogenannte Boxerbewegung; der Widerstand weitete sich zu einem Krieg aus. Doch die nur rudimentĂ€r bewaffneten Boxer hatten keine Chance gegen die modern ausgerĂŒsteten internationalen Truppen. Als Ergebnis der militĂ€rischen Auseinandersetzung musste die chinesische Seite dem Boxerprotokoll zustimmen, das eine politische DemĂŒtigung war und harte wirtschaftliche Sanktionen beinhaltete.

Die Schlacht um Kiew

Kiew war in der Geschichte schon mehrfach Schauplatz entscheidender militĂ€rischer KĂ€mpfe. Zuletzt versuchten die russischen Truppen bei ihrem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022, die ukrainische Hauptstadt mit einem schnellen Vorstoß einzunehmen - und scheiterten. Auch im Zweiten Weltkrieg spielte Kiew eine zentrale Rolle, wie Chris Helmecke aufzeigt: Die Stadt war zentraler Streitpunkt zwischen Adolf Hitler und der militĂ€rischen FĂŒhrung darĂŒber, wie der Krieg im Osten weitergefĂŒhrt werden sollte. Sollte es gen Moskau gehen, um das politische Zentrum der Sowjetunion einzunehmen, oder war die sĂŒdliche Region mit ihren kriegswichtigen Ressourcen das strategisch sinnvollere Ziel? Im SpĂ€tsommer 1941 wurde die ukrainische Metropole schließlich zum Schauplatz einer der grĂ¶ĂŸten Kesselschlachten der Geschichte und auch zum Tatort der wohl bekanntesten einzelnen Massenerschießung von JĂŒdinnen und Juden in Babyn Jar. Damit gehört sie zu den zentralen Orten nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.

Die Ausgabe finden Sie kostenlos zum Download auf unserer Website.

Pressekontakt:

Oberstleutnant Michael Gutzeit
Leiter der Informationsarbeit
Zentrum fĂŒr MilitĂ€rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
0331 9714 400
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